Schalke-Umbruch: Warum nicht ausschließlich die Neuzugänge Hoffnung machen

Schalke-Neuzugang Jonjoe Kenny. Foto: Tim Rehbein/dpa
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Schalke-Neuzugang Jonjoe Kenny. Foto: Tim Rehbein/dpa

Schalke befindet sich mal wieder im Umbruch. Es sind nicht die Neuzugänge, die Hoffnung machen. Ein Kommentar. Jetzt mehr erfahren.

Der FC Schalke 04 befindet sich (mal wieder) im Umbruch. Doch RUHR24-Redakteur Christian Keiter findet, dass nicht alleine die Neuzugänge Hoffnung auf eine bessere Saison machen - es gibt andere Gründe.

Am Berger Feld hat man die Lehren aus der One-Man-Show unter Christian Heidel (56) gezogen. Mit Jochen Schneider (48) wurde ein selbst ernannter Teamplayer verpflichtet, der gleich zu Beginn ein ganzes Kompetenzteam um sich herum installiert hat.

Schalke hat sinnvolle Transfers getätigt

Auch innerhalb der Mannschaft wird ein Umbruch vorangetrieben. Mit Ozan Kabak (19) wurde die ins Straucheln geratene Defensive mindestens perspektivisch verstärkt. Schalke wäre nicht Schalke, hätte sich der Königstransfer nicht wenige Tage nach seiner Ankunft eine komplizierte Verletzung zugezogen.

Mit Benito Raman (24), der wohl teurer als gedacht war, wurde nach langem Hin und Her ein weiterer Wunschspieler verpflichtet, der für mehr Torgefahr sorgen soll. Beide Transfers sind absolut sinnvoll. Den sportlichen Aufschwung versprechen trotzdem andere.

Mehrere Spieler stehen auf Schalke vor einem Entwicklungssprung

Erfahrungsgemäß dauert es nicht nur auf Schalke eine Weile, bis Neuzugänge ihr volles Potenzial abrufen können. Stattdessen sind es "alte" Spieler, die Königsblau mindestens zurück in die obere Hälfte der Tabelle führen sollen.

Denn: Mit Ahmed Kutucu (19), Weston McKennie (20), Rabbi Matondo (18), Alexander Nübel (22) und Mark Uth (27) stehen gleich mehrere S04-Profis vor einem Leistungsschub in der kommenden Spielzeit.

Kutucu und Uth sollen die Offensive beleben

Kutucu war bereits in der vergangenen Saison einer der wenigen Lichtblicke bei den "Knappen". Die Abiturprüfungen verhinderten jedoch weitere Einsätze im Saisonendspurt. In der kommenden Saison kann der Stürmer seinen Fokus komplett auf Schalke 04 richten und wird so zur Galionsfigur des Neuanfangs.

Auch bei Uth, bei seiner Verpflichtung als "zweitbester deutscher Scorer" angepriesen, lag der Fokus in der vergangenen Spielzeit nicht immer auf dem Fußball. Besonders Unstimmigkeiten mit Domenico Tedesco (33) prägten sein erstes Jahr auf Schalke. Trainer David Wagner (47) verfolgt mit Uth bereits einen Plan. Das zweite Jahr kann nur besser werden.

Nübel: Auf den Spuren von Manuel Neuer

Auch wenn Nübel momentan vor allem mit anhaltenden Wechselgerüchten für Aufsehen sorgt, wird sich der 22-Jährige in der kommenden Saison weiter verbessern. Zwar ist der Titeltraum bei der U21-EM geplatzt, trotzdem war das Turnier ein wichtiger Schritt in der Entwicklung von Schalkes Nummer Eins.

Auch der Konkurrenzkampf mit Markus Schubert (21) tut Nübel gut. Bleibt er verletzungsfrei, wird er sich in der kommenden Saison nach Manuel Neuer (33) zum besten Torhüter der Bundesliga entwickeln.

McKennie kompensiert den Verlust der Identifikationsfiguren

"Den brauchen wir wie unser täglich Brot", sagte Tedesco in der Rückrunde über McKennie. Der Allrounder war sich in der vergangenen Spielzeit für keinen Zweikampf zu schade und kein Meter war zu weit für ihn. Trotz seines jungen Alters hat sich der US-Amerikaner zum Führungsspieler bei Schalke 04 entwickelt.

Beim Gold-Cup-Finale hat McKennie die USA als Kapitän aufs Feld geführt und wird seither auch bei Königsblau für dieses Amt gehandelt. Die Fans haben den scheinbar immer gut gelaunten US-Boy längst ins Herz geschlossen. Erfüllt McKennie seinen bis 2024 verlängerten Vertrag, wird er sich zur neuen S04-Identifikationsfigur entwickeln.

Matondo bringt Schalke das Tempo zurück

Auch auf Matondo werden sich zum Saisonstart viele Blicke richten. Der erst 18-Jährige Flügelspieler konnte bis zu seiner Verletzung in der Vorbereitung überzeugen. Besonders das Tempo von Matondo hat Schalke lange vermisst.

Dieser Artikel entspricht der Meinung des Autors und gibt nicht unbedingt die Meinung der gesamten Redaktion wieder.