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Schalke-Trainer David Wagner (47) sieht die 50+1-Regel als einen der Gründe für die wachsende Kluft zwischen den Vereinen im deutschen Fußball.

  • David Wagner übt Kritik an der 50+1-Regel.
  • Das Abschaffen sei ein Schlüssel zu mehr Spannung.
  • Für Fans ist die Regelung wichtig.

Die 50+1-Regel der Deutschen Fußball-Liga (DFL) ist nicht unumstritten. Fans halten sie für ein hohes Gut, viele Vereinsmanager für ein unnötiges Hindernis im wirtschaftlichen Wachstum.

Immer öfter wird die Befürchtung geäußert, dass die Bundesliga aufgrund der Regelung den Anschluss an die internationalen Top-Ligen verliert. Wagner, dem Kevin Kuranyi (37) eine „harte Aufgabe“ prognostiziert, sieht die 50+1-Regel auch mit Blick auf den nationalen Wettkampf kritisch.

Wagner über 50+1-Regel: Es wird ein großes Ungeheuer skizziert

„Im Moment ist es in Deutschland so, dass die Kluft zwischen den Vereinen, die ganz vorne stehen, die ständig in der Champions League spielen und allen anderen immer größer wird. Es geht ja gar nicht anders“, so Wagner im Interview mit der FAZ.

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Das Öffnen der Vereine für Investoren ist für ihn deshalb weniger bedrohlich. „Ich glaube, dass hier ein großes Ungeheuer skizziert wird. Wenn Investoren kommen dürfen, muss das nicht gleich bedeuten, dass irgendwelche Oligarchen anfangen, Klubs auseinanderzunehmen.“

50+1-Regel: Spagat zwischen Wettbewerb und Tradition

Aussagen, die besonders die Fans von Schalke 04 nicht gerne hören werden. Denn: Die rund 158.000 Mitglieder sind seit jeher das Rückgrat des Vereins. Schon Gedanken über eine Ausgliederung der Profimannschaft stoßen regelmäßig auf heftigen Widerstand – vom Abschaffen der 50+1-Regel ganz zu schweigen.

Für Fans ein wichtiges Gut: Die 50+1-Regel. Foto: Peter Steffen/dpa

Wagner ist sich der Bedeutung der Fans beim S04 bewusst. Öffentliches Training, wie zuletzt von Christian Fuchs (33) heftig kritisiert, gehört regelmäßig zur Tagesordnung. Die Nordkurve entscheidet unter Wagner wesentlich, wie Schalke spielt. Trotzdem weiß er: „Wenn wir einen engeren Wettbewerb haben wollen, dann ist die 50+1-Regel sicher ein Schlüssel dazu.“