Bild: Guido Kirchner/dpa

Benjamin Stambouli (29) gibt sich bescheiden, wenn er über die eigene gute Abwehrleistung spricht. Ein eigenes Video-Studium hilft zusätzlich dabei, für Schalke besser spielen zu können. Trotzdem könnten sich nach den Länderspielen nach und nach ein paar Dinge ändern.

  • Benjamin Stambouli überzeugt immer mehr als Innenverteidiger.
  • Doch davon hat Schalke-Trainer David Wagner nun genügend Auswahl.
  • Es werden wegen mehrerer Alternativen in der Abwehr und im defensiven Mittelfeld Luxusprobleme entstehen.

Benjamin Stambouli musste lachend zustimmen, dass er nicht der Schnellste sei. Grundsätzlich eine Eigenschaft, die im modernen Fußball auf der Position des Innenverteidigers nicht von Vorteil ist.

Doch der 29-Jährige erklärt auf RUHR24-Nachfrage, warum er dort derzeit trotzdem überzeugt. „Du musst versuchen deine Qualitäten einzubringen, die du hast. Ich versuche viel zu antizipieren und mit Köpfchen zu spielen.“

Das gelingt Stambouli, der zuletzt noch über die „verrückten“ Amine Harit (22) und Weston McKennie (21) scherzte, sehr gut. Beispielsweise zuletzt beim 3:0-Heimsieg gegen Hertha BSC.

Stambouli findet Szenen-Applaus der Fans „geil“

Teilweise gab es sogar Szenenapplaus von den Rängen, als der Franzose Hertha-Kapitän Vedad Ibisevic (35) wiederholt alt aussehen ließ. „Diese Unterstützung der Fans ist immer geil!“

Mittlerweile 100 Pflichtspiele für Schalke

Die war einst nicht gegeben, als ihm einmal sogar die Kapitänsbinde auf dem Rasen abgenommen wurde. Doch Stambouli versöhnte sich mit den Fans und bekam von den Ultras sogar etwas überreicht.

Mittlerweile absolvierte der Defensivspieler 100 Pflichtspiele für die Königsblauen. „Das hat mir vorher ein Freund gesagt. Ich wusste das gar nicht. Das macht mich stolz. 100 Spiele bedeuten etwas.“

Dabei sah es nach seiner Ankunft 2016 erst einmal nicht so aus, als ob es mal so viele Partien werden würden. „Ja, ich habe zu Beginn Zeit gebraucht, mich zu adaptieren. Doch danach, glaube ich, habe ich mich immer etwas verbessert und mich noch mehr mit dem Klub identifiziert“, blickt Stambouli zurück.

Darüber hinaus wurden seine Leistungen auch immer stabiler. „Ich kann mittlerweile behaupten, hier total glücklich und froh zu sein. Auch mit meinen Leistungen bin ich aktuell zufrieden und ich versuche sie immer wieder genauso abzurufen.“

Stambouli, Nastasic, Sané und Kabak kommen für zwei Positionen in Frage

Gelingt Stambouli das, dann dürfte Schalke-Trainer David Wagner (47) erst einmal in Zukunft nicht drum herum kommen, ihn weiter in der Innenverteidigung aufzubieten. Das „Problem“ daran: Nach Salif Sané (29) drängt nun auch 15-Millionen-Euro-Neuzugang Ozan Kabak (19) nach überstandener Verletzung ins Team.

Dann wäre da noch Matija Nastasic (26), der als einziger Linksfuß von dem Quartett einen nicht zu unterschätzenden Vorteil hat. Wie wird Wagner also reagieren?

Stambouli, der bereits über das Zusammenspiel mit Rechtsverteidiger Jonjoe Kenny (22) gesprochen hat, hat aber ebenfalls einen Vorteil. Der 29-Jährige kann nicht nur als Innenverteidiger, sondern ebenso als defensiver Mittelfeldspieler auflaufen.

Im defensiven Mittelfeld hat Schalke-Trainer David Wagner auch mehrere Alternativen

Wie zum Beispiel gegen Bayern München (0:3), als er nach der Sané-Einwechslung mitten im Spiel für über 30 Minuten noch einmal aus seiner zuletzt angestammten Position eine vorrücken musste. Mit seiner Übersicht und seinem Stellungsspiel wusste er auch dort sofort zu überzeugen.

Was aber passiert dann mit McKennie, Omar Mascarell (26) oder Suat Serdar (22) und Levent Mercan (18), die ebenfalls als Bindeglied zwischen Abwehr und Sturm auflaufen können? Fragen und Luxusprobleme, über die Wagner sich freuen wird.