Zwei neue Rekorde: Peter Peters stellt Schalke-Finanzen vor

Peter Peters ist auf Schalke für die Finanzen verantwortlich. Foto: Guido Kirchner/dpa
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Peter Peters ist auf Schalke für die Finanzen verantwortlich. Foto: Guido Kirchner/dpa

Peter Peters ist auf Schalke für die Finanzen verantwortlich. Am Montag präsentierte er neue Rekorde - die einbrechen werden. Hier die Infos.

Es gibt sie doch noch, die positiven Schlagzeilen auf Schalke. Peter Peters, Vorstand Finanzen beim S04, präsentierte am Montag (18. März) den Konzerngeschäftsbericht 2018 und damit zwei neue Rekorde.

350,4 Mio. Euro Umsatz hat der FC Schalke, das angeblich auf Christopher Schindler von Huddersfield Town schielt, 04 im Geschäftsjahr 2018 erzielt. Damit wurde der bisherige Rekord sowie die bis dato letzten Umsatzzahlen pulverisiert.

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Im Geschäftsjahr 2017 lagen sie noch 110 Mio. Euro niedriger, genauer gesagt bei 240,1 Mio. Euro. Die bisherige Bestmarke, die 2016 aufgestellt wurde, lag bei 265,1 Mio. Euro. Für die Finanzen hatte Peter Peters, der den Schalke-Plan wegen des Coronavirus erklärt, noch mehr gute Neuigkeiten - zumindest kurzfristig.

So strich Schalke, das zur neuen Saison Jonjoe Kenny vom FC Everton verpflichten könnte, im vergangenen Geschäftsjahr 40,5 Mio. Euro Gewinn ein, 12,5 Mio. Euro mehr als zuvor. Das liegt vor allem an den Champions-League-Einnahmen und an dem Verkauf von Thilo Kehrer an Paris Saint-Germain (37 Mio. Euro).

Peters rechnet für Schalke mit 60 bis 80 Mio. Euro aus der Champions League

Wie hoch genau die Einnahmen aus der Champions League sind, gilt es noch abzuwarten. Peters rechnet mit 60 bis 80 Mio. Euro!

Der Vorstand für Finanzen beim S04 freute sich über eine viel kleinere Zahl aber am meisten. Denn das Eigenkapital ist mit 7,6 Mio. Euro erstmals seit Jahrzehnten positiv! "Wir haben im Archiv gekramt und nichts Besseres gefunden."

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Vor sieben Jahren lag die Summe noch bei minus (!) 75,7 Mio. Euro. Der Jubel auf Schalke hält sich über die scheinbar nur positiv wirkenden Zahlen aber in Grenzen. Denn das wiederholt schlechte Abschneiden in der Bundesliga wird Spuren hinterlassen.

Peters rechnet damit, dass der Umsatz in einem Jahr um circa 100 Mio. Euro wieder einbrechen wird - deswegen kann Schalke einen wie Jonjoe Kenny wohl nur ausleihen. Zudem dürfte der Verlust "bei einer niedrig zweistelligen Millionen-Summe liegen. Maximal 20 Mio. Euro. Das hängt von den Transfererlösen im Sommer ab."

Peters erklärt, warum Schalke Verbindlichkeiten haben muss

Den Rekorden gegenüber stehen nach wie vor Verbindlichkeiten und Schulden. Hier ist der S04-Vorstand für Finanzen aber betont gelassen.

Obwohl die Verbindlichkeiten bei 144 Mio. Euro und die Gesamtschulden bei 219 Mio. Euro liegen. "Verbindlichkeiten sind nichts Schlechtes, so lange ihnen Werte gegenüberstehen. Die, die auf den eingetragenen Verein setzen wollen, müssen ihren Frieden mit Verbindlichkeiten machen", so Peters.

"Allein mit der Veltins-Arena und dem Berger Feld haben wir sehr positives Vereinsvermögen." Vor allem in Sachen Schalke-Stadion hatte der Vorstand für Finanzen beim feinsten Mittagessen im "Raum Libuda" positive Nachrichten im Gepäck.

Offiziell zum 1. Juli wird die letzte Tilgungsrate in Höhe von 6,4 Mio. Euro überwiesen. 1998 wurden die Kreditverträge unterschrieben, ehe das Stadion 2001 eingeweiht wurde.

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"Bei einem Projekt mit einer Mindestnutzungsdauer von 50 Jahren, das zudem in den vergangenen Jahren stets mit hohen Millionen-Summen immer auf dem neuesten Stand gehalten wurde, ist es ein hervorragendes Ergebnis, in 18 Jahren eine so hohe Summe zu tilgen", war Peters sichtlich stolz.

Veltins-Arena auf Schalke ist offiziell im Juli abbezahlt

Ebenso, dass die erste Investitionssumme fürs Berger Feld - das Ende 2021, Anfang 2022 fertig sein soll - über 25 Mio. Euro ebenfalls zum 1. Juli getilgt sein wird. Für die zweite Bauphase werden weitere 70 Mio. Euro fällig, die in zehn Jahren getilgt sein sollen.

Um nicht fahrlässig zu handeln, präpariert Schalke, das bei einem Transfer von Ozan Kabak zwei Hürden bewältigen müsste, derzeit übrigens die Unterlagen für die Lizenz-Beantragung der 2. Liga. Bis zum 31. März muss alles vorliegen. Die für die 1. Liga mussten bis zum vergangenen Freitag (15. März) eingereicht werden.