Bild: Tim Rehbein/dpa

Die Krise auf Schalke ist anscheinend schlimmer, als bisher öffentlich bekannt war. Das geht aus einem Krisenreport hervor, der bis zum Champions-League-Spiel in Porto Ende November 2018 zurückführt.

18 Punkte nach 17 Spielen, ein Torverhältnis von 20:24 und nur vier Zähler Vorsprung auf den Relegationsrang 16. Die Bundesliga-Hinrunde des S04 verlief schlecht.

Zwei Gründe sind schnell ausgemacht: Die fünf Niederlagen zum Start und die heftigen Verletzungsprobleme in der Offensive.

Das sind allerdings nur zwei von anscheinend vielen Verfehlungen. Noch dazu hätten die vielen Ausfälle womöglich sogar verhindert werden können.

Krise auf Schalke schlimmer als bisher bekannt

Das geht aus einem Krisenreport hervor, über den „Funke Sport“ und die „WAZ Gelsenkirchen“ berichten. Doch der Reihe nach.

Am 28. November 2018 verlor Schalke das Champions-League-Gruppenspiel beim FC Porto mit 1:3. Die Art und Weise, wie die Königsblauen spielten, ließ endgültig die Stimmung auf den Rängen kippen.

Die mitgereisten Fans verschafften ihrem Ärger damals deutlich Luft. Noch dazu musste Chef-Trainer Domenico Tedesco nach Abpfiff seine Mannschaft für jeden im Stadion sichtbar deutlich darauf hinweisen, sich trotzdem bei den Anhängern für die Unterstützung zu bedanken. 

Laut des Reports von „Funke Sport“ und „WAZ Gelsenkirchen“ über die Krise stürzten sich anschließend vier Schalke-Profis ins Nachtleben von Porto: Amine Harit, Hamza Mendyl, Franco Di Santo und sogar der erfahrende Naldo. Da tausende S04-Fans mit nach Porto geflogen waren, blieb der Ausflug natürlich nicht unbemerkt.

Am 28. November 2018 stand Franco Di Santo gegen den FC Porto in Schalkes Startelf. Drei Tage später gegen TSG Hoffenheim fehlte der Stürmer im Kader, obwohl er einsatzbereit gewesen wäre. Foto: Ina Fassbender/dpa

Die Folge: Die Nachtschwärmer wurden im darauffolgenden Bundesligaspiel bei der TSG Hoffenheim (1:1) aus der Startelf oder sogar aus dem Kader gestrichen, wie Thomas Tartemann und Christoph Winkel berichten.

Damit nicht genug. Der Geduldsfaden von Tedesco scheint fast am Ende zu sein.

Zwei Rehatrainer und der Teammanger fehlen im Trainingslager

So sollen die Rehatrainer Holger Remmers und Christoph Kaminski aus dem Trainingslager ausgeplant worden sein. Das Duo soll mitverantwortlich sein, dass die Anzahl der muskulären Verletzungen höher als der Normalfall ist.

Die Ausfallliste war beziehungsweise ist bekanntlich lang: Amine Harit, Suat Serdar, Mark Uth, Yevhen Konoplyanka, Steven Skrzybski und Omar Mascarell fielen oder fallen noch aus. Nabil Bentaleb reiste zuletzt aus dem Trainingslager ab.

Das S04-Trainingslager im spanischen Benidorm dauert noch bis zum 12. Januar. Foto: Tim Rehbein/dpa

Team-Manager Jan-Pieter Martens ist offiziell krankgeschrieben und fehlt ebenfalls im Trainingslager. Ob er allerdings zum Team zurückkehren wird, soll offen sein.

Im Trainingslager beteuern die Spieler zwar aktuell alle, dass gut und konzentriert gearbeitet wird. Trotzdem muss Tedesco nach wie vor auf Neuzugänge warten, die wohl erst nach dem Benidorm-Aufenthalt präsentiert werden können.

Wie angespannt die Atmosphäre und damit auch die Krise ist, zeigte auch ein Vorfall am Montag (7. Januar). Dort maßregelte Co-Trainer Peter Perchtold Mittelfeldspieler Alessandro Schöpf deutlich.

Der stand wie mit der Medienabteilung abgesprochen am Rande des Trainingsplatzes, um für eine kurze Medienrunde Auskunft zu geben. Perchtold war aber der Meinung, dass die Einheit noch nicht beendet war.

Co-Trainer Perchtold maßregelt Schöpf

Das Gespräch mit Schöpf wurde sofort abgebrochen. Lange Gesichter gab es demnach dann auch auf Seiten der Medienabteilung.

Als das Team am Dienstagvormittag (8. Januar) übrigens unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainierte, war der Ton auf dem Platz deutlich rauer als sonst. Das berichten die Journalisten übereinstimmend, die in Benidorm allesamt vor Ort sind.

Die Frage ist, ob der kleine Kader und ein kleineres Team dafür sorgen können, dass die Krise nun langsam überwunden werden kann. Viel Zeit dafür ist nicht mehr: Am 20. Januar beginnt die Bundesliga-Rückrunde für Schalke mit einem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg.