Bild: Matthias Balk/dpa

Ende Januar verpflichtete der FC Schalke 04 Jeffrey Bruma vom VfL Wolfsburg. Der 27-Jährige hatte sich laut eigener Aussage aber einige Wochen für eine Entscheidung Zeit gelassen, wie er jetzt bei seiner Vorstellung verriet.

Jeffrey Bruma wirkt auf den ersten Blick sehr ernst und verzieht keine Miene. Der Niederländer sieht wie der klassische Abwehrspieler aus: groß, athletisch, Furcht einflößend. Ein Typ, dem man nachts auf dunkler Straße nicht alleine begegnen möchte.

Als der Innenverteidiger am Dienstag (12. Februar) aber den „Blauen Salon“ auf Schalke für seine Medien-Vorstellung betritt, gewinnen die Journalisten schnell ein anderes Bild. Das begann schon bei der Begrüßung.

Bruma hebt seine rechte Hand zum „Peace-Zeichen“, lächelt und grüßt alle freundlich. In gebrochenem Deutsch mit dem typischen niederländischen Akzent beantwortet er in aller Ruhe alle Fragen.

Bruma sprach mit mehreren Vereinen über einen Wechsel

Im Laufe des Gesprächs zeigt sich noch ganz nebenbei, dass er sich wie ein großer Bruder derzeit etwas um den anderen Neuzugang, Rabbi Matondo (18), kümmert. Der sitzt während der Vorstellung daneben und berichtet, dass der Ex-Wolfsburger im Moment so etwas wie sein Taxifahrer und Ansprechpartner sei.

„Wenn er mich braucht, helfe ich ihm gerne“, sagt Bruma auf Nachfrage von Buzz04. „Ich habe zwei Brüder, die beide aber älter sind. Hier kann ich ein bisschen den großen Bruder spielen.“

In der kostenlosen Buzz04-App gibt es alle Infos über den FC Schalke 04 auf dein Smartphone.

Als zu locker will der Niederländer aber nicht angesehen werden. „Ich weiß nicht, ob ich unbeschwert bin. Gerne gebe ich bereits jetzt schon der Mannschaft Input. Aber ich bin ganz neu hier. Da muss ich mir den Platz und Respekt erst noch verdienen. Das geht nicht von einem auf den anderen Tag.“

Das ging auch nicht beim Wechsel. Bruma wurde erst am letzten Tag des Transferfensters im Januar als Neuzugang präsentiert.

„In der Hinrunde habe ich nach meiner Verletzung gar nicht gespielt, weswegen ich in der Winterpause wechseln wollte. Mit einer Ausleihe wollte ich Spielpraxis sammeln.“

Die Entscheidung stand für Bruma früh fest. Dennoch hat es etwas länger gedauert.

„Ich habe mit verschiedenen Vereinen gesprochen und die beste Lösung für mich gesucht.“ Unter anderem waren Fortuna Düsseldorf und der FC Augsburg an dem 27-Jährigen interessiert.

„Das beste Gespräch hatte ich mit Domenico Tedesco. Die Perspektive, die mir aufgezeigt wurde, hat mir gesagt, dass Schalke die beste Lösung für mich ist“, blickt Bruma zurück.

Das war ein geiles Gefühl.

Jeffrey Bruma

Dabei hat der ehemalige niederländische Nationalspieler bereits zuvor schon Extra-Schichten eingelegt, um schnell einem neuen Verein helfen zu können. „Ich bin dem Trainer dankbar, dass ich jetzt schon zweimal spielen durfte. Das war ein geiles Gefühl!“

Auf die Nachfrage von Buzz04, ob Bruma womöglich mit den Ex-Wolfsburgern Naldo und Daniel Caligiuri vor dem Wechsel gesprochen habe, antwortete der Innenverteidiger nur ganz knapp, trocken, aber lächelnd: „Nö.“

Aktuelle S04-Themen:

Verhältnismäßig entspannt sieht der 27-Jährige übrigens auch sein Eigentor, das ihm bei der 1:3-Niederlage in München gegen den FC Bayern unterlief. „Natürlich sind mir vorher schon einmal Eigentore unterlaufen. Ich weiß nicht, wann das das letzte Mal passiert ist, aber ja. Ich wollte klären und bekomme meinen Fuß noch dazwischen. Die Folge war dann nicht schön, aber das kann passieren. Es geht weiter.“

Beinahe wäre ihm der zwischenzeitliche 2:2-Ausgleich gelungen. „Leider war der Pfosten im Weg“, erinnert sich Bruma. „Solche Sachen bringen mich jetzt aber weniger aus der Balance, als vielleicht früher noch.“