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Der Schalker Sieg am Mittwoch (6. Februar) im DFB-Pokal gegen Fortuna Düsseldorf hatte einen Beigeschmack. Kurz vor Anpfiff wurde die traurige Nachricht bekannt, dass S04-Legende Rudi Assauer im Alter von 74 verstorben ist. Sportvorstand Christian Heidel hat besondere Erinnerungen an die königsblaue Ikone.

„Das ist schon ergreifend. Das hat man im Stadion gespürt, das war eine besondere Atmosphäre“, schilderte er die Situation nach der Nachricht von Assauers Tod.

Erfahren habe er es im Auto durch eine Nachricht von seinem Sohn, erklärt der Sportvorstand. An das erste Kennenlernen erinnerte sich Heidel aber noch sehr gut.

„Ich weiß das noch genau. 1993 haben wir uns kennengelernt, da war er bei Oldenburg und ich bei Mainz 05. Als sich ein Spieler von uns das Bein gebrochen hat, war ich in seinem Büro und er hat den Krankenwagen gerufen.“

Heidel und Assauer verhandelten oft

Auf beruflicher Ebene traf man sich dann in Assauers Schalker Zeit immer wieder. Auf Nachfrage von Buzz04 erzählt Heidel vor allem von Transferverhandlungen mit dem ehemaligen Manager.

Denn Mainz 05 und Schalke haben eine rege Transferhistorie. Eine Geschichte ist dem Sportvorstand aber besonders in Erinnerung geblieben, als es nach einem Transfer von Mimoun Azaouagh von Mainz zu Schalke zu einer kontroversen Diskussion kam.

Aktuelle S04-Themen:

Als Azaouagh 2005 nach Schalke kam, verletzte er sich im Training am Knie, welches bereits vorbelastet war. Schalke und Assauer warfen Mainz Täuschung vor und behaupteten, die Mainzer hätten nicht hinreichend über die Verletzungshistorie berichtet.

Mainz 05 und Heidel ließen verlauten, man habe dem S04 vor dem Wechsel alle Krankenakten vorgelegt. Assauer drohte damals sogar mit rechtlichen Schritten.

Gefetzt und geschätzt

„Das war damals schon heftig. Aber das gehört irgendwie auch dazu, die anderen Transfers gingen alle geräuschlos ab“, führt er weiter aus. Nachtragend seien schlussendlich aber beide nicht gewesen, so Heidel. „Das hat ihn ausgezeichnet, dass er totaler Profi war und alles für Schalke versucht hat. Wenn wir uns gesehen haben, haben wir uns trotzdem die Hand gegeben.“

„Wir habens uns gefetzt, aber natürlich auch gegenseitig geschätzt. Ich habe ihn immer geschätzt, weil er eine herausragende Persönlichkeit im deutschen Fußball war.“

Rudi Assauer und Christian Heidel begegneten sich seit Anfang der 1990er immer wieder. Der Umgang war von Respekt geprägt. Foto: dpa

Für Heidel war Assauer eine Art Kollege, und es sei schwer zu realisieren, dass er nicht mehr da ist. „Auch wenn er nicht mehr tätig war, es wird sich niemals ändern, dass Schalke mit Rudi Assauer in Verbindung gebracht wird.“

Assauer sei eine Person gewesen, die mit Schalke wie kein anderer verbunden war, fasste er weiter zusammen. „Wenn man über Schalke spricht, fällt immer der Name Rudi Assauer. Deswegen ist das für uns heute ein sportlich guter, aber sonst ein sehr trauriger Tag.“