Eklat im Pokal gegen Hertha BSC

David Wagner mit emotionalem Appell gegen Rassismus

David Wagner appelliert bei rassistischen Äußerungen an die Zivilcourage im Stadion.
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David Wagner appelliert bei rassistischen Äußerungen an die Zivilcourage im Stadion.

David Wagner, Trainer des FC Schalke 04, hat auf einer Pressekonferenz emotional Stellung gegen Rassismus bezogen. Hintergrund sind die Vorkommnisse beim Spiel im DFB-Pokal gegen Hertha BSC.

  • FC Schalke 04 verspricht Aufklärung des Rassismus-Eklats beim DFB-Pokalspiel.
  • David Wagner positioniert sich auf einer Pressekonferenz klar zu den Vorfällen.
  • Der S04-Coach fordert Zivilcourage im Stadion.

Gelsenkirchen - Weiterhin stehen die schweren Vorwürfe von Jordan Torunarigha (22) im Raum, während des Spiels im DFB-Pokal zwischen dem FC Schalke 04 und Hertha BSC rassistisch beleidigt worden zu sein. Der FC Schalke 04 hat angekündigt, mit aller Vehemenz für eine Aufklärung dieses Eklats sorgen und die Täter ausfindig machen zu wollen.

FC Schalke 04: David Wagner fordert hartes Durchgreifen nach Rassismus-Eklat

Der Spieler selbst hatte sich zu dem Thema unmittelbar nach Spielende vorerst nicht geäußert. Einen Tag später aber reagierte dann auch Jordan Torunarigha und äußerte sich via Instagram zu dem Vorfall. Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den SC Paderborn äußerte sich jetzt auch Schalke-Trainer David Wagner (48) nochmal zu dem Eklat: "Wenn es irgendwelche Möglichkeiten gibt, den oder die Täter ausfindig zu machen, dann weiß ich, dass der Verein alles dafür tun wird", unterstützt der Trainer das Vorgehen des FC Schalke 04, der eine erschütternde E-Mail mit einem Hinweis zu einem Rassismus-Vorfall erhielt.

S04-Coach David Wagner: "Nicht wichtig, ob irgendwer anderes noch was gehört hat"

Dabei hält David Wagner es für unerheblich, ob die rassistischen Beleidigungen noch von anderen Fans oder Spielern wahrgenommen wurden. "Wichtig ist, was Jordan mitbekommen hat und was er angezeigt hat", stellt sich der Coach hinter den jungen Verteidiger aus Berlin. "Wichtig ist, dass ihn das beeinflusst hat. Ob jemand anders das noch mitbekommen hat, ist eigentlich vollkommen unwichtig", so David Wagner, der über den Trainingsbetrieb auf Schalke in Zeiten des Coronavirus spricht, weiter.

An der tumultartigen Szene um Jordan Torunarigha, in der die rassistischen Beleidigungen von der Tribüne gefallen sein sollen, war auch David Wagner beteiligt. Der Trainer sah während des Spiels die rote Karte wegen angeblich unsportlichen Verhaltens. Heute hat der DFB ein Urteil zur roten Karte gegen David Wagner bekanntgegeben.

FC Schalke: David Wagner fordert Zivilcourage gegen "Trottel" im Stadion

Der 54-Jährige hofft, dass die Kampagne des FC Schalke 04, die zur Identifizierung der Täter führen soll, eine abschreckende und aufrüttelnde Wirkung hat. "Sollte so etwas nochmal passieren, kann ich nur dazu aufrufen, Zivilcourage zu zeigen und aufzustehen", appelliert David Wagner an die Fans im Stadion.

Dabei geht es dem Coach nicht um eine Denunzierung oder dergleichen. "Es geht einfach darum, dafür zu sorgen, dass die Trottel, die vielleicht dieses Gedankengut haben oder sich so äußern, in unserem Stadion nicht mehr sind", fordert David Wagner die Fans im Stadion auf. Dieser Appell darf freilich auch auf alle anderen Stadien übertragen werden.