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Am Freitag (15. Februar) fand die Gedenkfeier für den kürzlich verstorbenen Rudi Assauer statt. Mehr als 1000 Freunde, Verwandte, Fans und Größen des Sports erwiesen dem ehemaligen Schalke-Manager die letzte Ehre.

Über 30 Kränze mehrerer Bundesligisten schmückten die Propsteikirche St. Urbanus in Gelsenkirchen-Buer, als an diesem Freitag um 11.00 Uhr einer der ganz Großen des Fußballs verabschiedet wurde. Denn dieser Große hatte weit über die Grenzen des Ruhrgebiets einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Neben vereinseigenen Legenden wie fast der gesamten Eurofighter-Truppe rund um Trainer Huub Stevens waren weitere zahlreiche Größen des Sports gekommen, um Rudi Assauer die letzte Ehre zu erweisen.

Unter anderem reisten Hans-Joachim Watzke, Uli Hoeneß, Horst Heldt und Rudi Völler nach Gelsenkirchen an.

Da nicht alle Platz in der Kirche finden konnten, wurde die gesamte Trauerfeier auf dem Videowürfel in der Veltins-Arena übertragen, der Arena, die Assauer erst ermöglichte. Auch hier waren es mehrere hundert Schalker, die Abschied nehmen wollten. Eine besondere Würdigung könnte noch folgen.

Rudi Assauer – eine Naturgewalt und ein Mensch des Reviers

Der Gottesdienst, der volle 90 Minuten dauerte, war geprägt von emotionalen Reden und schönen Anekdoten, die die anwesenden Trauergäste mit der Schalker Manager-Legende verbanden.

Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies beschrieb Assauer als Naturgewalt, als Mensch des Reviers, der herzlich, direkt und unverblümt immer das sagte, was er dachte.


„Unvergessen sind seine Tränen, die wir gemeinsam vergossen anlässlich der vier Minuten Meisterschaft. Rudi hat den deutschen Fußball und Schalke geprägt. Fußball war sein Leben“, so Tönnies.

Und Assauer lebte den Fußball, lebte vor allem Schalke 04 und stand wie kein anderer für die Leidenschaft des Klubs. „Auch wenn wir verloren haben, haben wir gewonnen, weil wir Schalker sind“, sagte Assauer einmal.


Den emotionalen Höhepunkt bildete die Rede des Trainers der legendären Eurofighter, Huub Stevens. „Für Assi war kein Weg zu lang, kein Berg zu hoch, wenn es mit dem FC Schalke zu tun hatte. Stolz war er auf seine Veltins-Arena“, so Stevens.

„Danke Assi, was du für Familie, Freunde, den FC Schalke 04, Fußballdeutschland und für mich bedeutet hast. Ich hoffe, du hast jetzt deine letzte Ruhe und deinen Frieden gefunden. Dein Freund“, verbaschiedete sich der Holländer emotional von seinem langjährigen Weggefährten Assauer, dessen Töchter leider ständig Familien-Krach haben.

Die königsblaue Legende galt als Macher, als Anpacker. „Wenn der Schnee geschmolzen ist, siehst du wo die Kacke liegt“, sagte er einmal und durch seine direkte Art machte er sich nicht nur Freunde.

Einer, mit dem Assauer immer wieder aneckte war Uli Hoeneß, President des FC Bayern München. „Wir haben viele Schlachten miteinander geschlagen“, sagte dieser bei Sport1, die Assauer am Freitag eine Sondersendung widmeten.

Er habe immer seine Geradlinigkeit bewundert, so Hoeneß weiter. „Er hatte eine harte Schale und einen weichen Kern, er war ein guter Freund und es ist furchtbar, dass er verstorben ist.“

Eurofighter Olaf Thon sagte, es sei eine Erlösung für Assauer gewesen. „Natürlich ist es unglaublich traurig“, fügte er hinzu. Denn schöne Erinnerungen gab es zuhauf.

Um den Tod trauern – und sein Leben feiern

„An meinem 18. Geburtstag stand er hinter dem Tresen und zapfte Bier“, erzählte Thon nostalgisch. Denn die Manager-Legende war ein Lebenmann. Und das zeigte sich auch während der Trauerfeier, die mit humoristischen und schönen Anekdoten gespickt war.

Die Kirche füllte sich mit Lachern, als Dieter Burdenski, der bei Werder Bremen von Assauer trainiert wurde, eine gemeinsame Erinnerung teilte, in welcher der spätere Schalker Manager die Mannschaft dazu brachte vor einem Spiel gegen Bayern München einen doppelten Fernet Branca zu trinken – nur um darauf mit 7:0 unterzugehen.

Er war eben ein echter Typ, der letzte Macho der Bundesliga, der das Herz auf der Zunge aber stets am rechten Fleck trug. Und gerade das machte den Abschied so schwer.

Ein Abschied, der in der Kirche St. Urbanus, und wie hätte es auch anders sein können, mit dem Schalker Vereinslied „Blau und Weiß“ gekrönt wurde. Denn Schalke, das war Assauers Lebenswerk.

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„Entweder ich schaffe Schalke oder Schalke schafft mich, hat er gesagt“, zitierte Huub Stevens seinen langjährigen Freund. „Leider hat die lange Krankheit ihn geschafft. Wir alle werden ihn vermissen.“

Damit sprach Stevens nicht nur für die anwesenden Trauergäste oder die trauernden Fans in Assauers Veltins-Arena. Denn Fußballdeutschland hat sich am Freitag von einem der ganz Großen verabschiedet. Mach’s gut, Rudi.