S04 vor großer Herausforderung

Schalke 04 droht der XXL-Ausverkauf: Plötzlich ergeben sich unerwartete Transfer-Chancen

Schalke erlebt gerade eine Spirale des Niedergangs. Und die droht sich auch nach dem Abstieg fortzusetzen. Denn der Kader ist in der 2. Liga nicht mehr finanzierbar.

Gelsenkirchen – In Gelsenkirchen laufen die Planungen für die 2. Liga auf Hochtouren. Daraus macht der FC Schalke 04 keinen Hehl mehr. Auch der Kader muss neu organisiert, Spieler müssen verkauft werden. Bei einem Abstieg gibt es weniger Etat bei zum Teil gleichen Gehältern der S04-Profis – droht jetzt der XXL-Ausverkauf?

VereinFC Schalke 04
Gründung4. Mai 1904
StadionVeltins-Arena
Kapazität62.271

Schalke 04 und der Transfer–Ausverkauf XXL: Der Abstieg in die 2. Liga droht – S04 muss reagieren

„Ich stelle mich in diesem Punkt auf eine sehr harte und lange Phase ein, in der wir enorm viel Robustheit in den Verhandlungen zeigen müssen“, erklärte Peter Knäbel (54), aktueller Interims-Sportchef beim S04, im Interview mit dem kicker. Immerhin: Sechs S04-Profis stehen bei Schalke bereits auf der XXL-Streichliste.

Das anhaltende Chaos in Gelsenkirchen erleichtert die Transfer-Planungen und -Verhandlungen allerdings nicht. Der endgültigen Absage von Ralf Rangnick (62) als neuer S04-Sportvorstand folgte am Wochenende der Rücktritt des ehemaligen des Schalke-Aufsichtsratsmitglieds Prof. Dr. Stefan Gesenhues (66). Aber nicht nur das Drumherum verursacht Kopfschmerzen bei der Vorbereitung für die 2. Liga.

Schalke-Profis ohne Klauseln in den Verträgen – Transfer-Planungen bei S04 erschwert

Peter Knäbel erklärte, die Situation werde zusätzlich dadurch erschwert, dass man nicht so ganz abschätzen könne, wie sich der Markt und die Preise allein schon aufgrund von Corona entwickeln würden. Zudem gibt es offenbar keine Klauseln, die die Einnahmen einiger Profis bei einem Abstieg angleichen: „Fast alle Verträge wären in ihrer bestehenden Form auch in der 2. Liga gültig, die Gehälter wären also weiter fällig“, verriet der aktuelle Schalke-Sportchef.

Zwar würde das dem FC Schalke 04 jetzt gleich in mehreren Fällen auf die Füße fallen – schließlich sind die Gehälter hoch, doch der Marktwert der Spieler ist nach der katastrophalen Saison gesunken. Dennoch sieht S04-Sportvorstand Peter Knäbel darin auch eine große Möglichkeit: „Aufgrund der gültigen Verträge haben wir auch die Chance, Ablösen zu generieren.“

Peter Knäbel hat aktuell als Interims-Sportchef des FC Schalke 04 die Transfer-Geschicke in der Hand. Trotz Hindernisse sieht er Potenzial.

Schalke 04: Teure Verträge als Transfer-Chance? S04-Sportvorstand Peter Knäbel macht Versprechen

Schalke will durch die Verträge also noch Geld kassieren, denn nur so sind neue Transfers wie etwa der von Stuttgart-Verteidiger Marcin Kaminski möglich. Der S04-Sportchef Peter Knäbel verspricht sogar: „Eines kann ich aber sagen: Wir werden unsere Spieler sicher nicht verramschen“, stellte er klar.

Ein Transfer unter Wert kommt für ihn offenbar nicht in Betracht. Aber die Frage ist natürlich: Kann der FC Schalke 04 aus diesem Teufelskreis aus hohen Gehältern, niedrigen Ablöse Summen und weniger Einnahmen irgendwie ausbrechen?

S04: Knappenschmiede von Schalke mit besonderer Bedeutung

Hier kommt natürlich dem Nachwuchs aus der legendären Knappenschmiede eine besondere Bedeutung zu. „Die Jugendarbeit ist die Klammer, die den Verein mit zusammenhält. Das zu spüren ist ein schönes Gefühl. Wir geben unsere Wurzeln nicht auf“, sagte Knäbel.

Shootingstars wie Matthew Hoppe (20), der inzwischen einen S04-Profivertrag besitzt, kommen aus der eigenen Jugend. Doch auch trotz einer aussichtsreichen Jugendarbeit, steht für den FC Schalke 04 und Peter Knäbel fest: „Die Kaderplanung stellt selbstverständlich eine große Herausforderung dar.“

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