S04-Gesicht ändert sich komplett

Peter Knäbel verrät Details zum neuen Transfer-Plan: Worauf Schalke 04 jetzt setzt

Peter Knäbel kann den Aufbau einer Mannschaft für die zweite Liga beim S04 mittlerweile mit mehr Planungssicherheit angehen. Jetzt hat der neue Sportvorstand erste Pläne verraten.

Gelsenkirchen – Es hatte sich längst abgezeichnet, jetzt ist es offiziell: Peter Knäbel (54) ist der neue Sportvorstand von Schalke 04. Jens Buchta (57), der S04-Aufsichtsratsvorsitzende, gab für die Beförderung mehrere Gründe an. Einer davon: In den vergangenen Wochen konnte sich der Aufsichtsrat ein Bild von der Arbeit des vormaligen Chefs der „Knappenschmiede“ machen. Die kam offenbar gut an.

Ex-Spieler und FunktionärPeter Knäbel
Geboren2. Oktober 1966 (Alter 54 Jahre), Witten
VereinFC Schalke 04
AmtSportvorstand

Schalke 04: Peter Knäbel plant die Zweitliga-Mannschaft – mehr Spieler vom Typ Danny Latza

Als konkretes Beispiel nannte der Nachfolger von Clemens Tönnies (64) die Verpflichtung von Danny Latza (31), dem ersten S04-Neuzugang für die kommende (Zweitliga-)Saison. Der langjährige Mainzer Kapitän, der seine Karriere einst bei Königsblau begann, sei genau der Typ von Spieler, von denen der Aufsichtsrat beim FC Schalke 04 in der Zukunft gerne weitere sehen würde.

Im weiteren Verlauf der Pressekonferenz am Mittwoch (31. März) ging Peter Knäbel noch detaillierter auf seine Transfer-Pläne bei den „Knappen“ ein. Die Aufgabe könnte dabei undankbarer kaum sein. Der neue Schalker Sportvorstand muss eine Mannschaft für die Mission „Wiederaufstieg“ zusammenstellen und gleichzeitig Gehaltskosten senken, die den S04 ansonsten erdrücken würden.

Peter Knäbel (Schalke 04): Neuer Sportvorstand muss Transfer-Dilemma um Rudy und Uth lösen

Besonders hoch dotierte Verträge, die auch in der zweiten Liga Gültigkeit besitzen, könnten Schalke bei der Kaderplanung enorm einschränken. Solche besitzen etwa Matija Nastasic (28), Sebastian Rudy (31) und Mark Uth (29). „Verscherbeln“ will Peter Knäbel die Spieler nicht, wie er dem kicker erklärte.

Allerdings werden mögliche Interessenten angesichts der konstanten Nicht-Leistung in der laufenden Saison das Portemonnaie nicht gerade locker sitzen haben. Noch dazu wissen alle Vereine im In- und Ausland um das königsblaue Vertrags-Dilemma und werden diesen Trumpf in Verhandlungen gnadenlos ausspielen. „Ich bin mir der Komplexität der Aufgabe bewusst“, sagte Peter Knäbel dazu.

Peter Knäbel ist offiziell der neue Sportvorstand des FC Schalke 04.

Transfer-Gespräche seien mit den entsprechenden Spielern noch nicht geführt worden. „Das werde ich in Absprache mit dem Trainerteam tun. Zuvor müssen wir einen gemeinsamen Zeitpunkt definieren, diese Transparenz haben die Spieler verdient.“ Der gebürtige Wittener wies darauf hin, dass das Transferfenster noch längst nicht geöffnet sei und es zudem coronabedingte Unwägbarkeiten auf dem Transfermarkt gebe.

Schalke 04: Peter Knäbel will für die 2. Liga am liebsten „druckresistente“ Spieler aus dem S04-Umfeld

So unklar die Situation rund um notwendige Abgänge bei Schalke 04 ist, so Feuer und Flamme scheint Peter Knäbel für den Aufbau einer schlagkräftigen Zweitligamannschaft zu sein. Auf seine Pläne in puncto Neuzugänge angesprochen, geriet der einstimmig vom Aufsichtsrat berufene neue Sportvorstand regelrecht in Plauderlaune.

In erster Linie müsse bei jedem neuen Spieler die Qualität stimmen. Qualität setze sich laut Peter Knäbel aus der Bereitschaft, den Kampf in der zweiten Liga anzunehmen, und der fußballerischen Fähigkeit, sich „oben festzuspielen“, zusammen. Wenn Spieler den Verein bereits kennen, sei das natürlich ein Vorteil. Ein notwendiges Kriterium sei es aber nicht. Viel wichtiger sei eine Druckresistenz der Spieler. Mehr noch: „Sie müssen mit dieser Bürde umgehen können und diesen Druck lieben.“

Ansonsten unterscheide sich der Charakter der 2. Bundesliga nur marginal von dem der 1. Bundesliga. Peter Knäbel, der als Spieler selbst in beiden Ligen aktiv war, beschrieb den Fußball in Liga zwei als physisch und zweikampforientiert. „Es ist ein long-distance run, der uns da bevorstehen wird.“

Schalke 04: Task Force „Kaderplanung“ trifft sich zweimal pro Woche – Knäbel von Entwicklung begeistert

Nach dem nötigen Personal, um diesen zu bewältigen, sucht der 54-Jährige nicht allein. Die Task Force „Kaderplanung“, die neben dem früheren Hamburger noch aus U19-Trainer Norbert Elgert (64) und Mathias Schober (44), dem sportlichen Leiter der „Knappenschmiede“ (U8-U19) besteht, trifft sich zweimal pro Woche.

Zusammen sondiere man den Markt und gucke, „wer zu Schalke 04 passt“. Unterstützt wird die Task Force dabei von der Scoutingabteilung, die offenbar einen Sprung nach vorne gemacht hat. „Ich bin sehr zufrieden darüber, wie sich der Informationsstand entwickelt hat“, so Peter Knäbel.

Mathias Schober (l.), Norbert Elgert (m.) und Peter Knäbel bilden die Task Force „Kaderplanung“ bei Schalke 04.

Der neue Sportvorstand rechnet damit, dass das Treiben auf dem Transfermarkt nach Ostern spürbar anziehen wird. Gerüchte gibt es schon jetzt zuhauf. So soll der S04 die Fühler nach Timo Hübers (24) von Hannover 96 ausstrecken. Um das Sturmproblem in den Griff zu bekommen, rückt bei Schalke derweil angeblich gleich ein ganzes Trio in den Fokus. Zu den Spekulationen äußerte sich Peter Knäbel nicht.

FC Schalke 04: Transfer von Danny Latza war ein wichtiges Signal an außenstehende Vereine

Unabhängig von den bereits kursierenden Namen sieht man sich am Berger Feld für die bevorstehende Transferperiode gut aufgestellt. Mit der Verpflichtung von Danny Latza habe man zudem schon vorab ein klares Signal nach außen senden können.

„Der Transfer hat gezeigt, dass Schalke 04 auch in der zweiten Liga nichts an Attraktivität verloren hat.“ Das sei ein wichtiges Zeichen für zukünftige Bemühungen gewesen – besonders vor dem Hintergrund, dass die Konkurrenz auf dem Transfermarkt groß sein wird.

Der Transfer von Mainz-Kapitän Danny Latza (m.) war laut Peter Knäbel auch ein Zeichen an die Konkurrenz.

Neben externen Neuzugängen will der neue sportliche Gesamtverantwortliche in Gelsenkirchen den hohen Stellenwert der von ihm zuvor dirigierten „Knappenschmiede“ beibehalten. „Natürlich ist ein erfolgreicher Verein auf seinen Nachwuchsbereich angewiesen. Schalke 04 aus Tradition umso mehr“, machte Peter Knäbel deutlich.

S04 setzt bei der sportlichen Neuausrichtung auf vielversprechende „Knappenschmiede“-Jahrgänge

Eine gute Durchlässigkeit von Nachwuchsspielern in den Profikader sei immer ein Thema, vollkommen unabhängig von der Liga. In den vergangenen Jahren hätte Schalke 04 hier einen guten Job gemacht. Die Vorzeichen stehen gut, dass das auch in Zukunft so bleibt. „Ich bin guter Dinge, dass die Jahrgänge 2003 und folgende genug Qualität haben. Zumindest, wenn die Spieler weiter so emsig an sich arbeiten wie bisher.“

Einen Nachfolger von Peter Knäbel als technischer Direktor der „Knappenschmiede“ gibt es bislang noch nicht. „Mathias Schober und sein Team sind sehr erfahren. Ich habe keine Bedenken, dass das in dieser Qualität weiterläuft.“ Zeitnah werde Peter Knäbel den vakanten Posten aber neu besetzen.

Rubriklistenbild: © Karsten Rabas/FC Schalke 04/dpa