Termin für Trainingsrückkehr steht

Es droht eine dramatische Auflösung: FC Schalke 04 bietet krassen Schritt an

Seit dem Fan-Angriff nach dem Bundesliga-Abstieg hat der FC Schalke 04 nicht mehr trainiert. Die Aufarbeitung läuft noch. Ein heftiger Schritt mit Blick auf die verbleibenden Spiele könnte folgen.

Gelsenkirchen – Beim FC Schalke 04 läuft aktuell die Aufarbeitung der Geschehnisse nach dem Bundesliga-Abstieg auf Hochtouren. So schilderte der S04 dramatische Details zur schockierenden Fan-Gewalt in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (21. April). Mit wenigen Tagen Abstand haben sich die Königsblauen jetzt zu einem krassen Schritt entschlossen.

VereinFC Schalke 04
AufsichtsratsvorsitzenderJens Buchta
SportvorstandPeter Knäbel
TrainerDimitrios Grammozis
StadionVeltins-Arena
Kapazität62.271 Zuschauer
OrtGelsenkirchen

FC Schalke 04: S04 plant jetzt krassen Schritt nach Fan-Angriff

Nach den Jagd-Szenen und dem Fan-Angriff auf die S04-Profis stehen viele Beteiligte immer noch unter Schock. Teammanager Gerald Asamoah (42) gehen zwei Bilder nicht mehr aus dem Kopf, wie er in einem Mediengespräch am Donnerstag (22. April) verriet: „Ein Mitarbeiter lag auf dem Boden und wurde getreten. Und die Angst in Buyos Augen werde ich nicht vergessen.“ Mit „Buyo“ ist Co-Trainer und Eurofighter Mike Büskens (53) gemeint.

Als erste Konsequenz hatte der FC Schalke 04 nach den Vorfällen die Trainingseinheiten für Mittwoch und Donnerstag gestrichen. Auch am Freitag (23. April) wurde beim S04 nicht trainiert. Stattdessen gab es eine mehrstündige Sitzung der Verantwortlichen mit den Profis, wie der Klub am Freitagnachmittag bestätigte.

FC Schalke 04: Sportvorstand Peter Knäbel spricht von „emotionalen Schäden“

Neben einer Entschuldigung von Sportvorstand Peter Knäbel (54) an alle Beteiligten, dass es überhaupt zu dieser Situation inklusive Gewalt-Ausbruch kam, ging es vor allem um den weiteren Ablauf bis zum Saisonende beim FC Schalke 04.

Peter Knäbel sprach bereits davon, dass nicht nur „blaue Flecken und kleinere Verletzungen“ entstanden seien, sondern vor allem der „emotionale Schaden“ viel größer sei. Er wolle die Vorfälle gemeinsam mit der Polizei aufarbeiten und habe den Spielern jegliche Hilfe angeboten, die nötig sei.

Ermittler der Polizei nahmen am Donnerstag (22. April) das Auto eines S04-Profis unter die Lupe. Die Windschutzscheibe wurde durch Fans beschädigt.

FC Schalke 04: Der S04 kehrt am 26. April wieder ins Training zurück

Darüber hinaus leitete der FC Schalke 04 weitere Schritte ein. Während die Polizei Gelsenkirchen die Vorfälle an der Veltins-Arena noch genauer untersucht und beispielsweise auch zerstörte Autos der Profis auf Hinweise unter die Lupe genommen haben soll, zeigten am Freitag einige Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma inklusive Wachhund vor Ort Präsenz.

Wie der Klub am Freitagnachmittag mitteilte, kehren die Schalke-Profis erst am Montag (26. April) wieder auf den Trainingsplatz zurück – sechs Tage nach dem Spiel in Bielefeld. „Der FC Schalke 04 hat bereits Maßnahmen eingeleitet, um die Sicherheit von Spielern und Betreuern zu gewährleisten“, heißt es in einer Mitteilung des S04, der zudem Strafanzeige bei der Polizei erstatten wolle.

FC Schalke 04: Peter Knäbel lässt Spielern die Wahl, ob sie noch weiterspielen wollen

Ob jedoch überhaupt tatsächlich alle Akteure noch einmal auf den Trainingsplatz oder sogar in den Kader für eines der vier verbliebenen Bundesliga-Spiele zurückkehren wollen, bleibt abzuwarten.

Nach dem Gewalt-Exzess an der Veltins-Arena drohen dem FC Schalke 04 Auflösungserscheinungen zum Saisonende. Denn Sportvorstand Peter Knäbel lässt den Profis offen, ob sie überhaupt noch einmal das S04-Trikot überstreifen wollen, wie Bild und kicker berichten. „Wenn einer die restlichen vier Partien nicht mehr für Schalke auflaufen will, kann ich mit dieser Position leben“, so der 54-Jährige.

FC Schalke 04: Peter Knäbel möchte sich mit „Würde“ und „sportlichem Anstand“ verabschieden

Der psychische Knacks sei womöglich so groß, dass die von den Fans angegriffenen Spieler weitere Einsätze ablehnen könnten. Das könnte zu einem großen Problem für die verbleibenden vier Bundesliga-Spiele gegen die TSG Hoffenheim, Hertha BSC, Eintracht Frankfurt und 1. FC Köln werden.

Bereits kurz nach den Vorfällen kündigte Peter Knäbel eigentlich an: „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir noch vier Spiele zu spielen haben, in denen es um unsere Würde und sportlichen Anstand geht.“ Der S04 müsse mit der „bestmöglichen Mannschaft“ antreten.

Der FC Schalke 04 plant nach dem Fan-Angriff jetzt einen krassen Schritt. Fraglich ist, ob Spieler wie Amine Harit nochmal für den S04 auflaufen wollen.

FC Schalke 04: Dem S04 droht eine Rumpfelf im nächsten Bundesliga-Spiel

Doch womöglich heißt „bestmöglich“ bereits für das Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim am 8. Mai lediglich „Best of the Rest“, sollten einige Profis nicht mehr antreten wollen. Bei der Sitzung am Freitag hätten mehrere Spieler und Mitarbeiter laut übereinstimmenden Medienberichten Bedenken geäußert.

Dazu kommt: Mit Malick Thiaw (19), Benjamin Stambouli (30) und Salif Sané (30) fehlen drei Spieler definitiv im nächsten Bundesliga-Spiel gegen Hoffenheim gesperrt. Dem FC Schalke 04 droht eine Rumpfelf. Nicht auszuschließen, dass dadurch der S04 noch mehr als zwölf Negativ-Rekorde in dieser Saison aufstellt.

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