Kommentar

Warum eine Diskussion über David Wagner auf Schalke Quatsch ist

Torwart Markus Schubert und Jean-Clair Todibo vom FC Schalke 04 nach dem Remis gegen die TSG Hoffenheim.
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Torwart Markus Schubert und Jean-Clair Todibo vom FC Schalke 04 nach dem Remis gegen die TSG Hoffenheim.

Schalke konnte auch gegen Hoffenheim nicht überzeugen. Einige Fans stellen deshalb Trainer David Wagner infrage. Dafür ist es aber noch zu früh. Ein Kommentar.

  • Der FC Schalke 04 schaffte auch gegen Hoffenheim nicht die Trendwende.
  • Einige Fans fordern jetzt den Rauswurf von Trainer David Wagner.
  • Für eine Trainerdiskussion ist es aber noch zu früh, findet RUHR24-Autorin Nina Louwen.

Gelsenkirchen - Schon wieder kein Sieg. Auch gegen die TSG Hoffenheim schafft es der S04 nicht zu überzeugen und die drei Punkte zu holen. Das bereitet vielen Fans Sorge. Ein Grund für eine Diskussion um Trainer David Wagner (48) ist es noch nicht.

Schalke 04: Diskussion um Trainer David Wagner ist unnötig

Aktuell ist für den FC Schalke einfach nicht viel mehr drin. Zu glauben, dass der S04 eine Spitzenmannschaft ist und an die tolle Hinrunde anschließen kann, ist schlichtweg nicht realistisch.

Trotzdem haben einige königsblaue Anhänger in der Winterpause offenbar schon von der Deutschen Meisterschaft, mindestens aber von der Champions League geträumt und machen jetzt David Wagner für die aktuell schwierige Aktion beim S04 verantwortlich. "Wagner raus" heißt es bereits von einigen Fans. Sie werfen dem Schalke-Trainer fehlendes taktisches Verständnis, Ideenlosigkeit oder Lethargie vor.

Schalke 04: Ohne verletzte Spieler ist nicht mehr möglich

Ja, der S04 hat in den letzten Spielen wie gegen die TSG Hoffenheim (Live-Ticker) nicht gut gespielt. Die Klatschen gegen Bayern und Leipzig waren natürlich indiskutabel. Oft hat es auch an den offensiven Ideen und vor allem den Toren gespielt. Das ist Fakt. Fakt ist aber auch, dass Schalke 04 aktuell auf viele Spieler verzichten muss, die unter normalen Umständen in der Startelf stehen würden.

Benjamin Stambouli (29) und Salif Sané (29) kehren nach ihren Verletzungen gerade erst wieder ins Training zurück. Omar Mascarell (27) und Ozan Kabak (19)  werden bis zum Ende der Saison ausfallen. Und auch auf Daniel Caligiuri (32), Suat Serdar (22) und Juan Miranda (20) musste David Wagner gegen Hoffenheim verzichten.

S04: Eine Diskussion um David Wagner bringt nur Unruhe rein

Schalke kann ohne die Hälfte seiner ersten Elf gerade offenbar nicht viel besser spielen. David Wagner gab selbst zu, dass die "Mauertaktik" aktuell der Weg des S04 sei. Wohl, weil aufgrund der zahlreichen Ausfälle spielerisch nicht viel mehr möglich ist.

Ob ein anderer Trainer das wirklich besser machen würde? Das ist fraglich. Außerdem ist es genau das, was viele Fans und Experten demFC Schalke in den letzten Jahren immer wieder vorgeworfen haben. Die Trainer auf Schalke bekommen selten die Chance etwas zu entwickeln. Kaum läuft es mal einige Spiele lang nicht so gut, wird oft der Trainer infrage gestellt oder gleich rausgeworfen.

Schalke 04: Probleme waren zu erwarten

Dieser blinde Aktionismus hat in den letzten Jahren aber nicht gerade dazu geführt, dass der FC Schalke sich stabilisieren konnte und seitdem konstant guten Fußball spielt. Nein, es war eher umgekehrt. In der letzten Saison hat der S04 gegen den Abstieg gespielt. Das ist diese Saison nicht der Fall und der S04 steht auch tabellarisch gut da.

Dass die Hinrunde unter David Wagner so gut laufen würde, war also nicht zu erwarten. Dass es Probleme geben würde und auch Niederlagen folgen würden? Das war zu erwarten.

David Wagner ist auf Schalke gefordert

Natürlich hat auch David Wagner, der die Schalker Mannschaft "richtig gut" findet, nicht alles richtig gemacht. Er hätte sicher in einigen Spielen mit einer anderen Taktik beginnen sollen oder früher Spieler ein- oder auswechseln. Der ein oder andere Punktverlust hätte mit Sicherheit vermieden werden können. Das Gegentor gegen Hoffenheim war unnötig. Das Spiel hätte der S04 gewinnen können und gewinnen müssen.

Aber diesen Punktverlust gilt es jetzt zu vergessen. Denn am kommenden Samstag um 15.30 Uhr steht das Revierderby gegen Borussia Dortmund auf dem Spielplan. Dann sind Trainer und Spieler gefordert den Fans zu beweisen, dass sie es besser können.

Dieser Kommentar entspricht der Meinung der Autorin und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.