Kommentar

Neuer Trainer Dimitrios Grammozis: Jetzt kommt das Gewinner-Gen zum S04

Dimitrios Grammozis trainiert jetzt den FC Schalke 04. Der Trainer kann dem S04 neue Strukturen geben und zudem das Gewinner-Gen einverleiben. Ein Kommentar.

Gelsenkirchen – Jetzt ist es offiziell: Dimitrios Grammozis wird neuer Trainer des FC Schalke 04. Der 42-Jährige übernimmt den S04 ab sofort und versucht so, mit den Königsblauen den Rest der Bundesliga-Saison 2020/21 so gut wie möglich abzuschließen. Der Deutsch-Grieche ist eine gute Wahl, kommentiert RUHR24-Redakteur Marcel Witte.

NameDimitrios Grammozis
Geboren8. Juli 1978 (Alter 42 Jahre), Wuppertal
Größe1,79 Meter
Position als SpielerMittelfeld
Beitrittsdaten als Trainer2014 (VfL Bochum Nachwuchs & Co-Trainer Profis), Februar 2019 (SV Darmstadt 98), März 2021 (FC Schalke 04)

FC Schalke 04: Dimitrios Grammozis ist der neue Trainer des S04

Der neue Sportdirektor des S04 trifft schon die erste brisante Entscheidung und verpflichtet Dimitrios Grammozis als neuen Trainer für den FC Schalke 04. Der 42-Jährige trainierte bis zum Juni 2020 den Zweitligisten SV Darmstadt 98, konnte sich mit dem Zweitligisten aber nicht auf einen neuen Vertrag einigen.

Stattdessen geht es für den Ex-Profi nun nach Gelsenkirchen. Dimitrios Grammozis war Teil eines Trainer-Trios, das auf Schalke im Gespräch war. So wurden auch Domenico Tedesco (35) und Steffen Baumgart (49) beim S04 gehandelt.

FC Schalke 04: Dimitrios Grammozis war schon einmal zu Gesprächen beim S04

Der Deutsch-Grieche Dimitrios Grammozis verriet im Dezember 2020 bereits gegenüber ran, dass er schon einmal Gespräche mit dem S04 geführt hatte. Im September sollte er der Nachfolger von David Wagner auf Schalke werden.

„Ich war damals in sehr guten Gesprächen mit den Schalker Verantwortlichen, aber letztendlich sich der Verein dann doch für Manuel Baum entschieden. Das ist auch völlig okay so“, sagte Dimitrios Grammozis. Jetzt fiel die Wahl aber auf den 42-Jährigen – und das zurecht.

Dimitrios Grammozis ist der neue Trainer des FC Schalke 04. Mit ihm könnte der S04 das Gewinner-Gen bekommen.

Natürlich haben sich viele Schalke-Fans Domenico Tedesco zurückgewünscht, der in seiner Zeit von Juli 2017 bis März 2019 beim S04 die Herzen der Fans eroberte. Doch laut Medienberichten wolle der 35-Jährige nicht in der 2. Liga absteigen, falls die Königsblauen den Bundesliga-Abstieg hinnehmen müssen. Aktuell steht der Coach noch bei Spartak Moskau unter Vertrag und wäre deshalb nicht verfügbar gewesen.

FC Schalke 04: Trainer Dimitrios Grammozis schwärmt vom Gewinner-Gen

Gleiches Spiel bei Steffen Baumgart vom SC Paderborn. Doch der FC Schalke 04 wollte eine sofortige Lösung und deshalb ist Dimitrios Grammozis die richtige Wahl. Denn mit dem Deutsch-Griechen kommt das Gewinner-Gen nach Gelsenkirchen. So hat es der 42-Jährige selbst formuliert.

Im Interview mit der FAZ sagte Dimitrios Grammozis im März 2019: „Am wichtigsten ist mir, dass dieses Gewinner-Gen ausgeprägt ist. Wie große Spieler und Teams punktgenau alle drei Tage Topleistungen abliefern, fasziniert mich.“

Daran knüpfte der neue Trainer des S04 auch direkt bei der Verkündung seiner neuen Aufgabe auf Schalke an: „Ich werde die kurze Zeit bis zum ersten Liga-Spiel nutzen, um mir mit meinem Trainer-Team ein möglichst umfassendes Bild von der Mannschaft zu machen – und natürlich wollen wir mit einem Sieg gegen Mainz starten.“

FC Schalke 04: Trainer Dimitrios Grammozis denkt Tag und Nacht an Fußball

Dimitrios Grammozis gilt als Fußballbesessener. „Man liegt hundemüde im Bett, schläft ein – doch plötzlich fährt einem ein Spielzug durch den Kopf. Dann schreibt man ihn direkt auf, aus Angst, dass man sich am nächsten Morgen nicht mehr daran erinnern kann“, so der 42-Jährige gegenüber der FAZ.

Mit vielen jungen Spielern hat er bereits in der Nachwuchsabteilung des VfL Bochum, dem Talentwerk, gearbeitet. Jetzt könnte der Coach aus dem Fundus der Knappenschmiede des FC Schalke 04 schöpfen.

Dimitrios Grammozis stand bereits zweimal auf der Kandidatenliste des FC Schalke 04 und bestätigte sogar Gespräche mit dem S04.

Beim SV Darmstadt 98 gelang dem Trainer der Turnaround. So holte Dimitrios Grammozis mit den „Lilien“ in der Rückrunde der Saison 2019/20 32 Punkte in 17 Spielen. Letztlich verpasste er mit dem Klub den Bundesliga-Aufstieg nur knapp, drei Zähler fehlten zum Relegationsplatz.

Dimitrios Grammozis (FC Schalke 04): Gute Defensivarbeit mit dem SV Darmstadt 98

Dimitrios Grammozis formte aus dem Team wieder eine Einheit und ließ durchaus offensiv spielen. Er fordert von seinen Spielern immer wieder viel Mut. Darmstadt hatte die meisten Gegentore, als der 42-Jährige im Februar 2019 das Team übernahm. In elf Partien kamen lediglich zwölf weitere Gegentreffer dazu.

In der Saison 2019/20 hat der SVD mit 43 Gegentoren die drittwenigsten Treffer in der gesamten Liga zugelassen. Allerdings war die Bilanz von 48 selbst geschossenen Toren ausbaufähig. Dennoch: Dimitrios Grammozis kann dem FC Schalke 04 eine Struktur geben.

Dimitrios Grammozis (FC Schalke 04): Ein „freundlicher, zugänglicher und ehrgeiziger Mensch“

Der Journalist Philipp Rentsch beschreibt ihn via Twitter als „freundlicher, zugänglicher und ehrgeiziger Mensch, der sicher auch durchgreifen kann“. Als ehemaliger Bundesliga-Profi kennt Dimitrios Grammozis die Liga. Allerdings hat er als Trainer noch keine Erfahrung mit den sogenannten „Stars“ oder auch „Führungsspielern“, wie sie auf Schalke zuletzt genannt wurden.

Dimitrios Grammozis hat jetzt bis zum 22. Mai Zeit, das Team des FC Schalke 04 in den Bundesliga-Spielen genau kennenzulernen. Vielleicht kann er dem S04 sofort das Gewinner-Gen einverleiben. Egal, wie die Saison enden sollte: Am Ende hat sich der Trainer ein Bild verschafft und weiß, welche Änderungen es geben muss.

Es bleibt nur abzuwarten, was im Sommer passiert, sollten die Königsblauen unter dem neuen Coach alle elf Spiele bis zum Saisonende nicht gewinnen und/oder den Weg in die zweite Liga antreten müssen. Die Verweildauer eines Trainers auf Schalke ist bekanntlich kurz.

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa

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