Nach S04-Niederlage in Bielefeld

Bittere Tränen: Schalke-Talent sackt nach dem Abstieg auf der Bank zusammen

Der Bundesliga-Abstieg des FC Schalke 04 steht fest. Nicht nur für die Fans ein trauriger Moment, auch ein Talent vergoss direkt nach dem Spiel in Bielefeld bittere Tränen.

Bielefeld – Seit Dienstagabend (20. April) hat der FC Schalke 04 Gewissheit: Die Königsblauen laufen in der Saison 2021/22 in der 2. Liga auf. Nach der 0:1-Niederlage bei Arminia Bielefeld kann der S04 den Klassenverbleib in der Bundesliga nicht mehr schaffen, obwohl noch vier Spieltage ausstehen. Nach dem feststehenden Abstieg flossen viele Tränen.

NameTimo Becker
Geboren25. März 1997 (Alter 24 Jahre), Herten
Größe1,90 Meter
Aktuelles TeamFC Schalke 04 (#31 / Abwehrspieler)

FC Schalke 04: Viele Tränen nach dem Bundesliga-Abstieg des S04

Aus dem „Gute-Laune-Bär“ wurde ein „Trauerkloß“: Ein trauriger Gerald Asamoah rechnete mit den S04-Profis schonungslos ab und weinte dabei live im TV-Interview. Dem 42-Jährigen ging der Bundesliga-Abstieg besonders nah.

Während viele Spieler direkt nach dem Abpfiff im Kabinentrakt verschwanden, blieben nur wenige auf dem Rasen regungslos stehen. Shkodran Mustafi (29) hielt ein Pläuschchen mit den Arminen, manch anderer holte erst einmal tief Luft. Schließlich hatten die Profis der Königsblauen kein gutes Spiel gezeigt, wie auch die S04-Einzelkritik gegen Bielefeld zeigt.

FC Schalke 04: Timo Becker weint bittere Tränen nach dem Bundesliga-Abstieg des S04

Doch so richtig emotional wurde nach dem Spiel kein Spieler – bis auf eine Aufnahme. Talent Timo Becker (24) saß alleine auf der Ersatzbank.

Der 24-Jährige vergrub sein Gesicht im Pullover, den er als Einwechselspieler trug. Tränen über Tränen flossen über sein Gesicht. Dem Verteidiger ging der Bundesliga-Abstieg des FC Schalke 04 sichtlich nahe.

Schalke im Tal der Tränen: Timo Becker weint nach dem feststehenden Bundesliga-Abstieg des S04 nach der Niederlage bei Arminia Bielefeld.

FC Schalke 04: Timo Becker weint auf der Ersatzbank nach dem S04-Spiel in Bielefeld

Minutenlang verharrte Timo Becker alleine auf der Ersatzbank und kämpfte gegen die Tränen. Erst nach einiger Zeit kam Bielefelds Trainer Frank Kramer (48) und tröstete den S04-Profi mit einigen Worten und einem Klaps auf die Schultern.

Dass ausgerechnet Timo Becker die Situation so nahe ging, ist nicht verwunderlich. Der Abwehrmann gilt als glühender Schalke-Fan seit Kindheitstagen an. Mit seiner Rückkehr zum S04 im Jahr 2019 von Rot-Weiss Essen sowie dem ersten Profi-Vertrag im Juli 2020 ging für den 24-Jährigen ein „Traum in Erfüllung“, wie er selbst damals sagte.

FC Schalke 04: Timo Becker ist S04-Fan von Kindheitstagen an

Doch aktuell erscheint es auch für den gebürtigen Hertener eher wie ein Albtraum zu sein. Der S04 steigt in die 2. Liga ab, der Verteidiger wird aber sehr wahrscheinlich den Weg mitgehen. Erst Anfang April verlängerte Timo Becker seinen Vertrag beim FC Schalke 04 bis Juni 2023.

„Jeder weiß, wie sehr ich seit Kindheitstagen am Klub hänge“, so Timo Becker nach der Verlängerung, die laut Sportvorstand Peter Knäbel (54) „einer der ersten Aufträge der Task Force Kaderplanung“ war.

FC Schalke 04: Timo Becker wird wahrscheinlich auch in der 2. Liga für den S04 spielen

Seit November 2019 spielt Timo Becker für die Profis des S04 und ist aktuell aus dem Team kaum wegzudenken. Zwar saß er in Bielefeld 90 Minuten lang auf der Bank, doch in der Saison 2021/22 dürfte der 24-Jährige eine feste Größe in der Mannschaft sein. So bestritt der gelernte Innenverteidiger, der häufig auch auf der rechten Seite zum Einsatz kommt, in dieser Spielzeit 16 Bundesliga-Spiele für die „Knappen“.

Neben dem Abstieg ist zudem eine Sache für den Schalke-Fan besonders bitter. Seit Timo Becker Bestandteil des Profi-Kaders ist, hat der S04 lediglich fünf Bundesliga-Partien gewonnen. Er selbst stand bei drei Siegen auf dem Platz.

Bereits nach dem DFB-Pokal-Aus des FC Schalke 04 in Wolfsburg vergoss Timo Becker (l.) bittere Tränen.

FC Schalke 04: Timo Becker weinte bereits nach dem DFB-Pokal-Aus in Wolfsburg

Womöglich schossen ihm auch diese Gedanken in den Kopf, als der Abstieg des FC Schalke 04 am Dienstagabend feststand. Die Kritik von Gerald Asamoah ans Team, dass sich jeder Spieler hinterfragen solle, ob er alles für den S04 getan habe, dürfte nicht explizit Timo Becker gelten.

Den Einsatz konnte man dem Verteidiger in den vergangenen Monaten nicht absprechen. Bereits nach dem DFB-Pokal-Aus im Februar in Wolfsburg flossen beim gebürtigen Hertener einige Tränen.

FC Schalke 04: Ex-Trainer bescheinigt Timo Becker sogar „internationales Potenzial“

Zuweilen fehlte es ihm womöglich an Erfahrung im Profi-Bereich, um im Abstiegskampf bestehen zu können. Wenngleich Ex-Schalke-Trainer Christian Gross Timo Becker sogar als Waffe bezeichnete und ihm „internationales Potenzial“ attestierte.

Für Timo Becker gilt es jetzt den Schock des feststehenden Gangs in die 2. Liga abzuschütteln. Die Jagd-Szenen auf Schalke nach dem Bundesliga-Abstieg dürften nicht zu einer Besserung beigetragen haben. Jedoch bleiben die Tränen in Erinnerung, die der 24-Jährige auf der Bank nach dem Bielefeld-Spiel vergoss.

Schalke-Trainer Dimitrios Grammozis (42) kündigte unmittelbar nach der Pleite gegen die Arminia an, in Zukunft „eine Truppe auf den Platz zu schicken, die dieses Wappen wieder würdig vertritt“. Timo Becker dürfte mindestens mit viel Einsatz, Kampf und Leidenschaft mithelfen wollen, den S04 wieder zu besseren Ergebnissen zu führen.

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