FC Schalke 04 in der Krise

Langjährige Mitarbeiter müssen gehen: „Supporters Club“ schießt heftig gegen S04-Vorstand

Laut Alexander Jobst ist der FC Schalke 04 finanziell für die Saison 2020/21 abgesichert.
+
Vorstandsmitglied Alexander Jobst steht beim FC Schalke 04 erneut unter Beschuss.

Langjährige Mitarbeiter haben beim FC Schalke 04 einen Aufhebungsvertrag unterzeichnet, unterzeichnen müssen. Der „Supporters Club“ kritisiert den S04-Vorstand deswegen heftig. Mal wieder.

Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 kommt einfach nicht zur Ruhe. Sportlich läuft es bei den „Knappen“ bekanntlich schon lange nicht mehr rund. Doch selbst abseits des Rasens gibt der S04 kein gutes Bild ab.

NameFC Schalke 04
CheftrainerManuel Baum
StadionVeltins-Arena
Kapazität62.271
AufsichtsratsvorsitzenderJens Buchta
Ort Gelsenkirchen

FC Schalke 04 in der Krise: S04 wartet seit 23 Bundesligaspielen auf einen Sieg

Durch das 2:2 (1:2) beim FSV Mainz 05 stellte der FC Schalke 04 zuletzt zwei neue Negativ-Rekorde in der Bundesliga auf. Nach wie vor warten die Königsblauen auf den ersten Sieg in der neuen Saison - und das, obwohl bereits sieben Spieltage um sind.

Hinzu kommt noch die Horror-Serie aus der vergangenen Spielzeit. In Summe sind es mittlerweile 23 Spiele, die der S04 nicht mehr gewonnen hat. Das ist die sportliche Seite.

FC Schalke 04: Zoff unter den Spielern wegen Gehaltsverzicht und nun Freistellung von S04-Mitarbeitern

Doch dann gibt es noch die andere, die nicht-sportliche. Zuletzt kam heraus, dass die Diskussionen rund um den Gehaltsverzicht sogar für Zoff unter den S04-Spielern gesorgt hatte. Im Zuge dessen kritisierte offenbar ein kleiner Teil der Spieler sogar die Arbeit des Vorstands.

Ende der vergangenen Woche berichtete zudem die BILD, dass drei Abteilungsleiter den FC Schalke 04 verlassen sollen. Das deckt sich insofern mit RUHR24-Informationen, als mittlerweile schon Aufhebungsverträge unterzeichnet wurden. Den Abteilungsleitern wird angeblich Illoyalität vorgeworfen. Kritiker werfen hingegen der Führungsebene vor, nur noch „Ja-Sager“ in ihren Reihen haben zu wollen.

Alexander Jobst ändert derzeit die Organisation beim FC Schalke 04.

FC Schalke 04: Alexander Jobst im Zentrum der S04-Kritik wegen der Organsiation

Ein Insider berichtet gegenüber RUHR24, wonach Alexander Jobst (47) die Organisation erneut umkrempeln will. Wie schon vor drei Jahren, „was auch nicht funktioniert hat“.

Der 47-Jährige ist beim FC Schalke 04 im Vorstand für Marketing und Organisation verantwortlich. Nicht zum ersten Mal weht dem gebürtigen Hessen in der näheren Vergangenheit beim S04 heftiger Gegenwind entgegen.

FC Schalke 04: „Supporters Club“ kritisiert Führungsstil des S04

Jetzt schießt der „Supporters Club“ heftig gegen den Vorstand der „Knappen“. In einem Facebook-Beitrag schreibt die große Fan-Organisation, die über 1000 Mitglieder hat, dass „wir kein Loyalitätsproblem im Verein, sondern ein Problem mit dem Führungsstil des Vorstands haben“.

Die Kritik richtet sich so stark gegen den FC Schalke 04, da die nun betroffenen Abteilungsleiter schon lange im Verein arbeiten und „als Sachbearbeiter, Assistenten und Volontäre im Verein klein angefangen haben“. Die betroffenen Abteilungsleiter sind der Leiter Sponsoring (seit 21 Jahren im Klub), der Leiter Merchandising (seit 18 Jahren im Klub) und der Leiter Tradition (seit 15 Jahren im Klub).

FC Schalke 04: „Supporters Club“ sieht Loyalität mehr bei freigestellten Mitarbeitern als beim S04-Vorstand

Weiter heißt es in dem Schreiben des „Supporters Club“ unter anderem: „Überstunden, ständige Wochenendarbeit bei durchschnittlicher Bezahlung, ja sogar die Tatsache, dass man von den Spielen des eigenen Vereins am Spieltag kaum was mitbekommt, da man von A nach B hetzt, um einen reibungslosen Ablauf zu organisieren, sind Dinge die man aus Herzblut und Loyalität zum Verein in Kauf nimmt.“

Die große Fan-Organisation, die 2013 aus dem Fanclub-Verband des S04 ausgetreten ist, betont zwar im nächsten Absatz, dass auf der anderen Seite auch das Wirtschaftsunternehmen FC Schalke 04 mit all den möglichen Veränderungen berücksichtigt werden müsse.

FC Schalke 04: „Supporters Club“ hebt Rudi Assauer als lobendes S04-Beispiel hervor

„Professionalität bringt Veränderungen mit sich, insbesondere in Zeiten, in denen es schlecht läuft. Professionalität muss aber auch vorgelebt werden. Dies ist bei der Führungsebene unseres Vereins oftmals nicht der Fall“, betont der „Supporters Club“.

Die Fans und Mitglieder des FC Schalke 04 geben in dem Zusammenhang ein prominentes Beispiel und verweisen darauf, dass die Mitarbeiter der Geschäftsstelle gegenüber Rudi Assauer loyal waren. „Warum? Weil er als Erster im Büro war, als Letzter gegangen ist, immer ein offenes Ohr hatte und die Mitarbeiter als Menschen wahrgenommen hat.“

FC Schalke 04: Vorstand hat keine Truppe hinter sich, die durchs Feuer geht

Demnach bekäme man Loyalität nicht geschenkt, weil man einen gewissen Posten hat, sondern sie sich hart erarbeitet hat. „Hat man es irgendwann geschafft, hat man eine Truppe hinter sich, die durchs Feuer gehen würde. Das ist hier nicht in Sicht.“

Manuel Baum im Video: „Schiedsrichter hatte nicht seinen besten Tag“

Stattdessen verleitet die Professionalität dazu, Mitarbeiter „anhand von Profitcenterrechnungen, Kennzahlen und sonstigen Auswertungen zu beurteilen. Der Mensch an sich findet in dieser Betrachtungsweise nicht mehr statt.“

FC Schalke 04: Umgang mit Härtefall-Antrag, Jugend-Fahrern, TikTok-Video und Personal-Wechsel in der Kritik

Nach dem „Härtefall-Antrag“, der Entlassung von Fahrern für Spieler aus der „Knappenschmiede“ sowie dem peinlichen TikTok-Video des FC Schalke 04, ist die Freistellung langjähriger Abteilungsleiter offenbar das nächste nicht-sportliche Problem des Klubs in 2020. Darüber hinaus hatte der langjährige Direktor für Medien und Kommunikation, Thomas Spiegel, nach der vergangenen Saison auch schon keine gemeinsame Basis mehr für die Fortsetzung der Zusammenarbeit gesehen, nachdem der S04 in diesem Bereich ebenfalls Veränderungen angestrebt hatte.

Der Ärger scheint rund um Gelsenkirchen nicht weniger zu werden. Nach den ersten Vorfällen dieses Jahres hatte der „Supporters Club“ schon gegenüber der Führungsebene gefordert: „Streicht doch bitte das „Kumpel- und Malocherclub“ komplett aus eurem Vokabular.“