Standardschwäche

Verunsicherung zu groß? Schalke hat bei Standards immer mehr Probleme

FC Schalke 04 - 1899 Hoffenheim
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Guido Burgstaller ärgerte sich über den erneuten Gegentreffer nach einer Standardsituation.

Hat Schalke ein Standardproblem? Auch gegen Hoffenheim kassierte der S04 nach einer Ecke ein Gegentor. Die Spieler suchen nach Erklärungen.

  • Schalke kassierte gegen Hoffenheim erneut ein Gegentor nach einem Standard.
  • Die Spieler geben eine gewisse Unsicherheit bei Standardsituationen zu.
  • Im Derby gegen Dortmund soll das aber keine Auswirkungen mehr haben.

Gelsenkirchen - Es lief die 69. Minute beim Spiel Schalke gegen die TSG Hoffenheim. Nach Vorarbeit von Benjamin Hübner (30) vollendet Christoph Baumgartner (20) und erzielt den Ausgleichstreffer für die Gäste aus Hoffenheim. Nur wenige Minuten zuvor hatte der Video-Assistent ein Gegentor der TSG aberkannt.

Schalke bekommt zu viele Tore nach Standardsituationen

Was haben beide Gegentore gemeinsam? Sie wurden nach einer Standardsituation erzielt. Das erste nach einem Freistoß, das zweite nach einer Ecke. Nicht die ersten Gegentore, die der S04 in den vergangenen Wochen nach einem ruhendem Ball bekommen hat.

Die Königsblauen wirken bei Standardsituationen aktuell sehr unsicher und lassen den Gegner schnell zum Ball kommen. Aus dem Spiel heraus, lässt das Team von Trainer David Wagner (48) zwar wenig zu, doch bei Standards muss man als Fan aktuell immer die Luft anhalten.

Guido Burgstaller von Schalke: Unsicherheit bei Standards ist greifbar

Guido Burgstaller (30), der wieder einmal viel Einsatz zeigte, war nach dem Spiel deshalb auch sehr enttäuscht. "Schubi musste keinen Ball halten, außer diese beiden Standards", so der 30-Jährige nach der Partie in der Mixed-Zone. Er gibt jedoch auch zu, dass das erste "Gegentor uns hätte wachrütteln sollen". Man merke, dass man gerade sehr unsicher bei Standards sei.

"Aber es hilft nichts, wir nehmen den Punkt mit." Auf der Leistung könne man aufbauen. "Wir hatten ein paar gute Situationen und konnten auch endlich mal wieder ein Tor erzielen", so Guido Burgstaller.

Bastian Oczipka von Schalke: Hoffenheim ist bei Standards schwer zu verteidigen

Er versucht auch, die aktuelle Verunsicherung zu erklären. "Wenn du in den letzten Spielen einige Standards gegen dich bekommst, dann kannst du das nicht so einfach abschütteln." Außerdem habe Hoffenheim sehr gute Kopfballspieler, die schwer zu verteidigen seien.

Ähnlich versuchte auch Bastian Oczipka (32) das Gegentor zu erklären. "Die Hoffenheimer sind gute Standardschützen. Hübner ist genau wie Salif (Sané), den kannst du nicht immer verteidigen." Trotzdem müsse man das natürlich als Gruppe besser hinbekommen. "Vielleicht waren wir einfach nicht gierig genug", erklärte der 32-Jährige am Samstag (7. März) gegenüber den Journalisten.

Schalke 04: Es fehlt an Reaktionsschnelligkeit

"Wenn der Ball frei ist, müssen wir schneller reagieren", glaubt Bastian Oczipka. Und er hat recht. Oft scheinen die gegnerischen Teams gedankenschneller zu reagieren. Die Schalker wirken dagegen oft etwas träger und nicht so gierig.

Gerade bei Eckbällen habe jeder Spieler eine gewisse Zuteilung und man müsse schnell reagieren. "Das sind viele verschiedenen Komponenten", so Bastian Oczipka. Manchmal könne es jedoch sein, dass die Konzentration mit der Zeit etwas nachlasse", befürchtet sein Teamkollege Guido Burgstaller. "Das müssen wir besser machen", findet der Österreicher.

S04: Systemumstellung gibt den Spielern die Sicherheit zurück

Gut für die Schalker Sicherheit ist aktuell auch eine Systemumstellung. Schalke spielt jetzt mit einem Fünfer-Riegel und mauert eher, anstatt zu pressen. Man kehre damit zu einer gewissen Basis zurück, erklärte Bastian Oczipka. "Das gibt uns Sicherheit."

Auch Trainer David Wagner lobt sein Team für die gute Umsetzung dieses neuen Spielstils. Sein Team habe es gut gemacht und für "die aktuellen Verhältnisse" ein gutes Spiel gezeigt.

Guido Burgstaller: Spielen aktuell keinen schönen Fußball

Das Schalke gerade keinen schönen und ansehnlichen Fußball spielt, ist ihm und seinen Spielern bewusst. "Das sieht natürlich nicht so gut aus wie im Herbst, als wir hoch gepresst haben", weiß Guido Burgstaller. Aber es sei der Situation geschuldet. "Viele Stammspieler fallen gerade aus, da muss man sich halt für was anderes entscheiden."

Trotzdem hat die neue Spielweise noch nicht gegen die Standardschwäche geholfen. Immerhin wurden aber erste richtige Schritte getan, findet Bastian Oczipka. "Gegen Bayern hatten wir auch 14 Ecken, die wir gut verteidigt haben."

Schalke: Im Derby gegen den BVB soll die Überraschung gelingen

Das sollte auch im nächsten Spiel gelingen. Dann steht nämlich Revierderby gegen Borussia Dortmund an. Bastian Oczipka und Guido Burgstaller sehen den S04 trotz der aktuellen Situation gut gerüstet. "Das Derby ist ein eigenes Spiel. Wir haben da schon einiges erlebt, Gutes und Schlechtes", erinnert Guido Burgstaller beispielsweise an den Derbysieg in der vergangenen Saison oder das legendäre 4:4.

Trainer David Wagner werde sich schon eine gute Strategie überlegen. Bis dahin sollten Guido Burgstaller, Bastian Oczipka und ihre Teamkollegen noch ein wenig die Verteidigung von Standards trainieren.

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