Nach dem Boykott zum S04-Start

Problem im Handumdrehen gelöst: Schalke zieht jetzt bei Sebastian Rudy den Schlussstrich

Die Trennung hatte sich abgezeichnet. Der FC Schalke 04 und Sebastian Rudy gehen vorzeitig getrennte Wege.

Gelsenkirchen – Spätestens nach dem Boykott von Sebastian Rudy zum Schalke-Auftakt standen die Zeichen klar auf Trennung. Da der zentrale Mittelfeldspieler beim S04 aber noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2022 besaß, war die Zukunft trotzdem ungewiss.

NameSebastian Rudy
Geboren28. Februar 1990 (Alter 31 Jahre), Villingen-Schwenningen
EhepartnerinElena Rudy (verh. 2014)
KinderDavid Rudy
ElternClaude Rudy, Nadja Rudy
GeschwisterFlorian Rudy

Sebastian Rudy (FC Schalke 04) vor Vertragsauflösung: S04-Profi soll auf Großteile des Gehalts verzichten

Nun hat der FC Schalke 04 aber sehr schnell Fakten geschaffen und den Vertrag aufgelöst. „Nach dem ereignisreichen Montag haben wir noch einmal ausführlich gesprochen und sind nun sehr froh, dass wir eine einvernehmliche Lösung finden konnten, die den Klub wirtschaftlich deutlich entlastet“, wird Sportdirektor Rouven Schröder in der offiziellen Pressemitteilung zitiert.

Der Spieler selbst soll nach einem Bericht des kicker auf Großteile seines Gehalts verzichten. „Sebastian wiederum erhält die Chance auf einen Neuanfang bei einem anderen Verein. Wir wünschen ihm für seine private und berufliche Zukunft alles Gute“, so Rouven Schröder weiter.

Sebastian Rudy (FC Schalke 04): Top-Verdiener beim S04 hätte Etat stark belastet

Bis vor kurzem noch hatte es geheißen, dass sich Sebastian Rudy trotz 2. Liga einen Verbleib auf Schalke vorstellen könne. Wäre es tatsächlich so gekommen, hätten die „Knappen“ vor einem größeren Problem gestanden.

Der 31-Jährige ist Top-Verdiener beim S04 und hätte mit seinem Gehalt rund ein Fünftel des Gesamt-Etats für die 2. Liga verschlungen. Nun scheint es, als wenn die Königsblauen zumindest auf einen Teil verzichten können.

Sebastian Rudy und der FC Schalke 04 gehen getrennte Wege.

Sebastian Rudy: FC Schalke 04 muss noch Transfer-Rate an den FC Bayern München überweisen

Unter dem Strich bleibt das Kapitel ein einziges Missverständnis. Noch dazu ein sehr teures. Denn neben dem hohen Gehalt zahlt der FC Schalke 04 noch immer Transfer-Raten für Sebastian Rudy an den FC Bayern München.

2018 hatten die „Knappen“ mit dem Deutschen Rekordmeister eine Ablösesumme über 16 Millionen Euro vereinbart. Die letzte Rate über 4 Millionen Euro ist für diesen Sommer geplant.

Sebastian Rudy: FC Schalke 04 hat auch wegen des Spielers massive Finanz-Probleme

Diese Transfer-Rate ist eines der noch größeren Finanz-Probleme, die der FC Schalke 04 hat. Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers hatte vor dem Abbruch der Mitgliederversammlung am vergangenen Sonntag (13. Juni) im Bericht zu ihrem Ressort ein düsteres Zukunftsbild gezeichnet.

Sebastian Rudy (r.) absolvierte nur 30 Spiele für den FC Schalke 04.

Demnach muss der S04 noch 12,5 Millionen Euro für Spieler abbezahlen, die schon in der abgelaufenen Saison gar nicht für den Bundesliga-Absteiger aufliefen. Ein indirekter Hinweis auf Sebastian Rudy. Hinzu kommen unter anderem die Schulden über 217 Millionen Euro, ein Corona-Darlehen von 35 Millionen Euro und, dass die Königsblauen über kein Eigenkapital verfügen. Durch den Abstieg brechen zudem die Einnahmen um 80 Millionen Euro ein.

Sebastian Rudy (FC Schalke 04): Vertragsauflösung verschafft dem S04 etwas Luft

Der FC Schalke 04 reitet derzeit also auf einer mehr als nur scharfen Rasierklinge. Die Vertragsauflösung mit Sebastian Rudy soll dem Klub nun wenigstens ein klein wenig Luft verschaffen.

Bei den Königsblauen wurde der mittlerweile 31-Jährige nie glücklich. Als Wunschtransfer von Ex-Trainer Domenico Tedesco gekommen, absolvierte der 29-malige deutsche Nationalspieler nur 30 Spiele für den S04. Tore und Vorlagen gelangen ihm dabei nicht.

Sebastian Rudy (FC Schalke 04): Nur bei der TSG Hoffenheim stark aufgespielt

Nach nur einer Saison ließ sich Sebastian Rudy daher schon wieder an seinen Ex-Klub TSG Hoffenheim verleihen, wo er zur alten Stärke zurückfand. Zurück auf Schalke musste der zentrale Mittelfeldspieler zunächst als Not-Rechtsverteidiger aushelfen.

Die nächste Leihe zu den Kraichgauern war die logische Folge. Nun endet das Kapital in Gelsenkirchen endgültig.

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