RUHR24 tippt den S04

Düstere Schalke-Prognose: S04 taumelt sang- und klanglos dem Abstieg entgegen

Gelingt dem FC Schalke 04 der Bundesliga-Klassenverbleib oder steigt der S04 ab? Die RUHR24-Sportredaktion tippt den weiteren Saisonverlauf.

Gelsenkirchen – Neun Punkte nach 15 Spieltagen: Der Blick auf die Tabelle macht beim Schlusslicht FC Schalke 04 wenig Hoffnung auf den Bundesliga-Klassenverbleib. Der S04-Kader hat sich in der Winterpause auf sechs Positionen verändert – es gab drei Abgänge und drei Neue.

Düstere Schalke-Prognose: S04 taumelt sang- und klanglos dem Abstieg entgegen

Florent Mollet (FC Nantes), Kerim Calhanoglu (SV Sandhausen/Leihe) und Florian Flick (1. FC Nürnberg/Leihe) verließen die „Knappen“. U23-Spieler Soichiro Kozuki bekam einen Profi-Vertrag bei Schalke 04, zudem verpflichteten die Königsblauen Jere Uronen (Stade Brest) und liehen Niklas Tauer vom FSV Mainz 05 (alle S04-Transfer-News bei RUHR24)

Reicht das, um unter Trainer Thomas Reis den Bundesliga-Klassenverbleib zu schaffen? Die RUHR24-Sportredaktion gibt ihre Tipps zum weiteren Saisonverlauf des FC Schalke 04 ab.

Saisonprognose zum FC Schalke 04: Mit Verstärkungen und der Nordkurve im Rücken ist alles möglich

Marcel Witte: Die Winter-Vorbereitung gibt nur wenig Anlass für Hoffnung auf den Klassenverbleib. Schalke 04 gewann kein einziges Testspiel, überzeugte spielerisch kaum und offenbarte längst gelöst geglaubte Abwehr-Probleme – wie beim 0:1 des S04 gegen den SV Werder Bremen.

Schon vor der WM war der S04 das Team mit der schlechtesten Chancenverwertung der Liga – und führte das auch in den Winter-Tests fort. Simon Terodde als einzig verbleibender Torjäger im Team kann einem Leid tun, so oft wie die Flanken meterweit über seinen Kopf durch den Strafraum segeln. Die von Peter Knäbel versprochene Flügel-Verstärkung kam bislang nicht. Woher soll die plötzliche spielerische Qualität also kommen?

Seit der Wiedereinführung der Relegationsspiele zur 1. Bundesliga waren im Durchschnitt knapp 30 Punkte nötig, um die Relegation zu erreichen. Der S04 müsste also 21 Zähler aus den verbleibenden 19 Spielen holen. Unmöglich ist das nicht, aber dafür müssen Verstärkungen her, wie ein neuer Torjäger und ein Außenbahnspieler mit hohem Flanken-Potenzial.

Schalke 04 hat in der zweiten Liga gezeigt, was mit Erfolgserlebnissen und der Nordkurve im Rücken möglich ist und einen wahnsinnigen Schlussspurt hingelegt. So kann der Klassenverbleib oder mindestens das Erreichen der Relegation gelingen!

RUHR24 hat die Saisonprognose für den FC Schalke 04 aufgestellt.

Schalke 04 hat „mehr Kader-Baustellen als Budget für Neuzugänge“

Christian Keiter: Schon im Oktober 2022 habe ich mich in einem Kommentar gefragt: Welche drei Teams sollen schlechter als Schalke sein? Seitdem ist ein Sportdirektor gegangen und ein neuer Trainer gekommen. Beantworten kann ich die Frage aber auch Mitte Januar 2023 noch nicht.

Auch ohne die fünf Punkte Rückstand wäre der Klassenerhalt schon eine enorme Herausforderung, so wirkt die Mission beinahe aussichtslos. Dass Königsblau direkt zu Beginn des Jahres bei Eintracht Frankfurt und im Heimspiel gegen RB Leipzig gefordert ist, macht die Aufgabe nicht einfacher.

Hinzu kommt: Auf dem Transfermarkt hat Schalke im Winter bislang enttäuscht. Die Gelsenkirchener haben mehr Kader-Baustellen als Budget für Neuzugänge. Möglicherweise wird die zweite Saisonhälfte dank Thomas Reis etwas erfolgreicher als die erste. Am Ende steht aber wohl erneut der bittere Gang in die 2. Bundesliga an.

Die Gelsenkirchener haben mehr Kader-Baustellen als Budget für Neuzugänge. Möglicherweise wird die zweite Saisonhälfte dank Thomas Reis etwas erfolgreicher als die erste. Am Ende steht aber wohl erneut der bittere Gang in die 2. Bundesliga an.

RUHR24-Redakteur Christian Keiter

Schalke-Saisonprognose: „Die Vereinsführung gab im Winter-Transfer-Fenster ein zweitklassiges Bild ab“

Malte Schindel: So schnell wie der S04 ins Bundesliga-Oberhaus zurückgekehrt ist, so schnell wird sich Königsblau auch wieder verabschieden. Die Vereinsführung gab im Winter-Transfer-Fenster ein zweitklassiges Bild ab: Der Kader wurde nicht verstärkt, es wurden lediglich Spieler ausgetauscht.

Mit dieser Mannschaft ist der S04 nicht konkurrenzfähig. Der oft erwähnte Fan-Faktor ist überhaupt nicht existent: Von bislang acht Heimspielen konnte der S04 lediglich zwei gewinnen, fünf Partien vor heimischer Kulisse wurden gar verloren. Prognose: Der FC Schalke 04 steigt in die 2. Bundesliga ab.

Saisonprognose zum FC Schalke 04: Dem S04 fehlt die „benötigte Pott-Mentalität“

Sven Fekkers: Der FC Schalke 04 bleibt auch in 2023 das Sorgenkind der Fußball-Bundesliga. Daran kann und wird sich auch unter der Regie von Cheftrainer Thomas Reis nichts ändern. Der 49-Jährige ist Fußball-Lehrer und kein Zauberer.

Der Abstand ans rettende Ufer beträgt bereits jetzt fünf Punkte. Nach den drei noch im Januar ausstehenden Spielen gegen Eintracht Frankfurt, RB Leipzig und den 1. FC Köln werden die „Knappen“ ein Fernrohr mit der Brennweite des Hubble-Weltraumteleskops benötigen, um es überhaupt noch erahnen zu können.

Mit zu vielen Leihspielern auf wichtigen Positionen verliert der S04 im Abstiegskampf einen wichtigen Trumpf. Nämlich die benötigte Pott-Mentalität. Prognose: Königsblau wird sang- und klanglos den Weg in die Zweitklassigkeit antreten.

Trainer Thomas Reis soll den FC Schalke 04 zum Bundesliga-Klassenverbleib führen.

Schalke 04 hat drei Trümpfe für den Bundesliga-Klassenverbleib

Kevin Mattes: Schalke 04 bleibt erstklassig! Ja, der Kumpel- und Malocherklub steht mit fünf Punkten Rückstand am Tabellenkeller. Ja, das jüngste Transferfenster glich eher einer Wurzelbehandlung als einem echten Aufschwung und ja, dem Klub fehlt es an fußballerischer Raffinesse sowie besonderen Einzelspielern.

Aber der S04 hat auch drei Trümpfe, die ihn letztendlich zumindest auf Platz 16 schieben werden. Neu-Coach Thomas Reis gelang es, mit einer ebenfalls fußballerisch limitierten Truppe aus Bochum die Zweitligameisterschaft einzufahren und ein Jahr später sensationell die Klasse zu halten. Der 49-Jährige weiß, was es für ein Wunder braucht.

Zudem stehen die Fans, anders als noch vor zwei Jahren, voll und ganz hinter dem Verein und der Mannschaft. Der 12. Mann wird den Knappen in diesem Jahr noch Punkte einfahren, mit denen noch niemand rechnet. Darüber hinaus wird der komplette Klub massiven Widerstand gegen den erneuten Abstieg leisten, da alle wissen, was ein erneuter Gang in Liga 2 bedeuten würde.

Prognose: Schalke 04 steht mit dem Rücken zur Wand und kann nur positiv überraschen. Viele Mitkonkurrenten wie Hertha oder der VfB Stuttgart haben die „Knappen“ schon abgeschrieben und werden sich wundern. Der S04 schafft zumindest die Relegation und lässt den VfL Bochum sowie einen der genannten Traditionsklubs hinter sich.

Neu-Coach Thomas Reis gelang es, mit einer ebenfalls fußballerisch limitierten Truppe aus Bochum die Zweitligameisterschaft einzufahren und ein Jahr später sensationell die Klasse zu halten. Der 49-Jährige weiß, was es für ein Wunder braucht. 

RUHR24-Volontär Kevin Mattes

Saisonprognose zum FC Schalke 04: „Die Voraussetzungen riechen nicht nach Sensation“

Nicolas Luik: Dem Kader des FC Schalke 04 mangelt es an fußballerischer Klasse für die Bundesliga. Daran kann auch Thomas Reis nichts ändern. Dieser hatte bei seiner Sensations-Saison im Vorjahr beim VfL Bochum eine euphorisierte und eingeschworene Truppe zur Verfügung. Die Voraussetzungen in Gelsenkirchen riechen dagegen nicht nach Sensation.

Auch die treuen Fans werden den S04 nicht retten können. Viele Traditionsklubs mussten in den vergangenen Jahren leidvoll erfahren, dass der Fan-Faktor nicht ausreicht, wenn der Mannschaft die Klasse fehlt. Fazit: Schalke lässt zwar noch den VfL Bochum hinter sich, kann den Abstieg aber nicht vermeiden.

Für Schalke 04 wird der direkte Wiederaufstieg die nächste Mission

Katharina Küpper: Der Durchmarsch durch Liga zwei, die Aufstiegseuphorie nach dem Pauli-Sieg, die Mission „direkter Wiederaufstieg“ erfüllt: Die Zeichen standen so gut, dass Schalke sich einreiht in die Liste derer, die als Aufsteiger auch das Zeug mit sich bringen, die Klasse zu halten. Doch den Rückenwind konnten die Königsblauen nicht mit in die Bundesliga nehmen.

Zu wenig spielerische Qualität auf dem Platz, zu viele Wirrungen im Kader und dessen Planung. Wenn Schalke in der Winterpause den Weg zurück auf die Euphorie-Schiene finden sollte, dann kann in den kommenden Wochen noch etwas gehen. Ansonsten wird die nächste Mission heißen: volle Kraft voraus bei der Mission „Wiederaufstieg“!

Rubriklistenbild: © Tim Rehbein/RHR-Foto - Montage: RUHR24