Kommentar

Schalke 04 umgeht eine Schwäche: Rouven Schröder passt als Sportdirektor sehr gut

Rouven Schröder ist der neue Sportdirektor des FC Schalke 04. Die Kompetenzen waren bereits im Vorfeld klar definiert. Dafür hat der S04 eine gute Lösung gefunden, kommentiert RUHR24-Redakteur Marcel Witte.

Gelsenkirchen – Der FC Schalke 04 hat einen neuen Sportdirektor: Rouven Schröder kommt zum S04. Pünktlich zum 117. Geburtstag des Klubs verkündeten die Knappen am Dienstag (4. Mai) die Entscheidung. Sportvorstand Peter Knäbel (54) hat eine gute Entscheidung getroffen.

NameRouven Schröder
Geboren18. Oktober 1975 (Alter 45 Jahre), Arnsberg
Größe1,87 Meter
Position als SpielerAbwehr
Posten beim FC Schalke 04Sportdirektor

FC Schalke 04: Rouven Schröder neuer Sportdirektor – Kompetenzen waren im Vorfeld klar definitiert

Der FC Schalke 04 hat jetzt zwei starke Männer für Entscheidungen im sportlichen Bereich. Sportvorstand Peter Knäbel stellte bereits bei einer vereinsinternen Talkrunde für Mitglieder am 27. April klar, dass er die Aufgaben nicht alleine bewältigen könne. „Meine Stärken haben sich in Richtung Organisationsentwicklung und Struktur entwickelt“, so der 54-Jährige.

Diese Aufgaben hatte der jetzige Sportvorstand auch als Direktor „Knappenschmiede“ und Entwicklung im Nachwuchs-Bereich des S04 inne. „Das heißt auch, dass man Raum für einen starken Sportdirektor hat, der Themen wie Kaderplanung und Medienpräsenz hat. Das muss mit den entsprechenden Kompetenzen gefüllt sein. Jemand, der den Raum, Entscheidungskompetenz und Verantwortung will“, sagte der Ex-Profi bereits am 27. April.

FC Schalke 04: Zwei Faktoren sprechen für Rouven Schröder beim S04

Mit Rouven Schröder hat der S04 jetzt den richtigen Mann für diese Aufgaben gefunden. Peter Knäbel stellte bereits früh klar, dass ein Sportdirektor nicht sein Assistent sei. „Man muss unterscheiden: Was ist der Sportvorstand, was der Direktor?“

Für Rouven Schröder als Sportdirektor sprachen beim FC Schalke 04 vor allem zwei Faktoren: sein Netzwerk und die Transfer-Gewinne. Diese Punkte haben laut RUHR24-Informationen Sportvorstand Peter Knäbel überzeugt.

Rouven Schröder (l.) ist der neue Sportdirektor des FC Schalke 04. Bei ihm umgeht der S04 eine Schwäche.

FC Schalke 04: Sportdirektor Rouven Schröder bringt Erfahrung aus fast allen Bereichen mit

Angesichts der Vergangenheit von Rouven Schröder ist das nur logisch. Denn der 45-Jährige arbeitete nach seiner Zeit als Spieler als Co-Trainer, Videoanalyst, Scout, Koordinator des Lizenzbereiches, Sportdirektor und Vorstand Sport. Er kennt somit fast alle Bereiche aus eigener Erfahrung, die jetzt in sein Aufgabengebiet fallen. Welcher Chef kann das von sich behaupten?

Greuther Fürth wurde in der Saison 2013/14 unter seiner Führung Dritter in der zweiten Liga und scheiterte letztlich in der Relegation knapp am Hamburger SV. Er lotste Spieler wie Dominick Drexler (30), Tom Weilandt (29), Daniel Brosinski (32), Niko Gießelmann (29) und Niclas Füllkrug (28) zu den „Kleeblättern“ – allesamt sind heute gestandene Erst- oder Zweitliga-Profis.

FC Schalke 04: Rouven Schröder bewies bei Transfers ein goldenes Händchen

Dazu kam: Mit dem gerade frisch abgestiegenen Klub erwirtschaftete Rouven Schröder einen Transfer-Gewinn von knapp vier Millionen Euro. Bei Werder Bremen musste er zwar im März 2016 gehen, doch im anschließenden Sommer verkauften die Hanseaten Jannik Vestergaard (28) und Anthony Ujah (30) für 24 Millionen Euro. Beide waren zuvor jeweils für jeweils 4,5 Millionen Euro vom Sportdirektor eingekauft worden.

Die Marktwert-Steigerung von Einkäufen des neuen Schalke-Sportdirektors hielt auch beim FSV Mainz 05 an. Als Vorstand Sport erwirtschaftete Rouven Schröder von Juli 2017 bis Dezember 2020 einen Transfer-Überschuss von über 40 Millionen Euro. Die Bilanz habe nach RUHR24-Informationen auch Peter Knäbel sehr überzeugt.

FC Schalke 04: Rouven Schröder bringt Erfahrungen mit teuren Spielerverkäufen mit

Profis wie Abdou Diallo (28 Millionen Euro), Jean-Philippe Gbamin (25 Millionen) Jhon Cordoba (17 Millionen), Suat Serdar (11 Millionen), Yoshinori Muto (10,7 Millionen) und Ridle Baku (10 Millionen) verkaufte Rouven Schröder teuer an die Bundesliga-Konkurrenz oder ins Ausland.

In Sachen Einkäufen waren zwar auch Fehlschläge dabei, wie etwa Ronael Pierre-Gabriel (22), der für 5,5 Millionen Euro vom AS Monaco kam und nach lediglich acht Bundesliga-Spielen wieder nach Frankreich verliehen wurde. Doch insgesamt liest sich die Bilanz von Rouven Schröder positiv. Genau das braucht der S04, der sich in den vergangenen Jahren immer wieder Transfer-Flops leistete.

Der neue Sportdirektor Rouven Schröder verkaufte einst Suat Serdar für 11 Millionen Euro an den FC Schalke 04.

FC Schalke 04: Rouven Schröder kann beim S04 aus der Nachwuchsarbeit schöpfen

Rouven Schröder kann an die Transfers von Simon Terodde (33) und Danny Latza (31) anknüpfen. Die Verpflichtung des Duos war wichtig, schließlich dürften die Chancen des FC Schalke 04, mit einem U21-Team aufzusteigen, eher gering sein. Erfahrung ist genauso vonnöten, wie „jugendliche“ Unbekümmertheit.

Der Sportdirektor hat jetzt die Chance unter Beweis zu stellen, dass er mit wenig Geld viel für den S04 herausholen kann. Bereits in Mainz profitierte Rouven Schröder von einer guten Nachwuchsarbeit. Das Fundament dafür ist beim FC Schalke 04 ebenfalls gelegt.

FC Schalke 04: Mit der Trainer-Wahl hatte Rouven Schröder in Mainz nicht immer Erfolg

Jetzt kommt es darauf an, dass der 45-Jährige seine Kompetenzen als Sportdirektor richtig auslegt. In Sachen Trainer-Wahl agierte der frühere Mainzer nicht immer glücklich, lag jedoch mit dem Verbleib von Martin Schmidt (54) zum Saisonende 2016 und der Ernennung von Sandro Schwarz (42) zum Chef-Trainer goldrichtig. Erst gegen Ende seiner FSV-Zeit verließ ihn das goldene Händchen.

Beim FC Schalke 04 fällt die Verantwortung des Trainer-Teams zwar auch in den Bereich von Rouven Schröder. Doch letztlich ist der S04 abgesichert und könnte die etwaige Schwäche im Fall der Fälle umgehen: Peter Knäbel muss als Sportvorstand satzungsbedingt unterzeichnen. Er könnte sein Veto einlegen. Sollten die „Knappen“ aber mit seinen Entscheidungen Erfolg haben, würde eine Änderung auf der Trainer-Position gar nicht erst infrage kommen.

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

Rubriklistenbild: © Kirchner/Marco Steinbrenner

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