Mehr Identifikation bei S04-Spielern

Gelsenkirchen "unterschätzt" – Alte Regel von Horst Heldt greift auf Schalke wieder

Der FC Schalke 04 führt eine alte Regelung wieder ein, sodass die Spieler näher an der Veltins-Arena wohnen müssen.
+
Der FC Schalke 04 führt eine alte Regelung wieder ein, sodass die Spieler näher an der Veltins-Arena wohnen müssen.

Beim FC Schalke 04 soll wieder mehr Zusammenhalt gelebt werden. Eine alte Gelsenkirchen-Regel aus der Zeit unter Horst Heldt greift beim S04 wieder.

  • Der FC Schalke 04 hat es bislang seinen Spielern offen gelassen, wo sie wohnen wollen.
  • Viele Spieler der Königsblauen wohnen in Düsseldorf.
  • Nun reaktiviert der S04 eine alte Regel, sodass die Spieler wieder näher zur Veltins-Arena wohnen müssen.

Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 stellt sich neu auf. Helfen sollen dabei auch Spieler, die sich mit dem S04 und der Stadt Gelsenkirchen identifizieren können. Dafür hatte der Ex-Manager Horst Heldt (50) eine Regel aufgestellt und sogar in den Verträgen verankern lassen. Bis Christian Heidel (57) sie wieder kippte.

Name

FC Schalke 04

Trainer

David Wagner

Stadion

Veltins-Arena

Kapazität

62.271 Zuschauer

Ort

Gelsenkirchen

FC Schalke 04: Die Identifikation mit dem Team soll steigen

Das Stichwort "Identifikation" steht bei den S04-Fans hoch im Fokus. Wenn sich ein Spieler mit dem Verein identifizieren kann, verzeihen ihm die Zuschauer schon einmal eher einen Fehler. U19-Trainer Norbert Elgert (63) versucht den Ansatz über Spieler aus der Knappenschmiede des FC Schalke 04 (alle S04-Artikel auf RUHR24.de) zu erreichen.

"Meine persönliche Vision ist es, dass es uns wie schon in der jüngeren Vergangenheit gelingt, in den nächsten drei, vier Jahren acht bis zehn Spieler in den Profikader zu bringen, die dann in der Lage sind, ein Identifikationsgerüst zu bilden", sagt Norbert Elgert mit Blick auf die Arbeit der Knappenschmiede.

FC Schalke 04: Spieler sollen im Umkreis von 35 Kilometern zur Veltins-Arena wohnen

Doch das alleine soll nicht reichen. Ex-Manager Horst Heldt verankerte in den Verträgen der Profis des S04 eine Klausel, dass diese im Umkreis der Veltins-Arena wohnen müssen. "Der Spieler verpflichtet sich, seinen Wohnort im Umkreis von 35 Kilometern vom Klubgelände zu beziehen und während der Vertragslaufzeit zu behalten", hieß in der Klausel, wie die Sport Bild im Mai 2015 berichtete.

Das bedeutete: Die Spieler konnten etwa nördlich in Richtung Haltern am See wohnen, östlich bis nach Castrop-Rauxel, südlich bis Hattingen und westlich bis Duisburg. Ein Haus in Düsseldorf, ein beliebter Wohnort bei Spielern des FC Schalke 04, war laut dieser Klausel nicht mehr erlaubt.

FC Schalke 04: Omar Mascarell zog von Düsseldorf nach Gelsenkirchen

Die Sport Bild führt in ihrer Ausgabe vom 30. Juli Omar Mascarell (27) als Paradebeispiel dafür an, dass die Regel von S04-Sportvorstand Jochen Schneider (49) nun wieder aktiviert wurde. Der Mittelfeldspieler zog kürzlich von Düsseldorf-Kaiserswerth nach Gelsenkirchen-Buer und ist nun innerhalb von wenigen Minuten auf dem Schalker Trainingsgelände.

"Gerade als Führungsspieler und Kapitän sehe ich es als meine Pflicht, greifbar zu sein. Ich möchte meinen Teamkollegen und dem Verein immer helfen: Wenn sie mich anrufen, weil sie mich brauchen, bin ich in zehn Minuten da", begründet Omar Mascarell den Umzug. So hat er bereits zum Trainingsstart einen kurzen Weg, der FC Schalke 04 hat einige Testspiele und zwei Trainingslager in der Vorbereitung geplant.

Omar Mascarell zog von Düsseldorf nach Gelsenkirchen.

FC Schalke 04: Die Fahrtzeit zum Training soll verkürzt werden

Jochen Schneider möchte mit dieser Regel vor allem die Fahrtzeiten verkürzen. "Für die Profis ist es einfach besser, wenn man am Tag nicht schon eine Stunde im Auto sitzen muss, um zum Training zu kommen", sagt der Sportvorstand.

Zudem solle laut SportBild das Risiko unterbunden werden, dass die Profis in der Düsseldorfer Party-Szene unterwegs sind. Jochen Schneider hebt sogar die Vorteile Gelsenkirchens hervor: "Immer mehr Spieler von uns wohnen in Gelsenkirchen und Umgebung. Und ich finde, dass unsere Stadt total unterschätzt wird."

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Stepped out for a quick pic

Ein Beitrag geteilt von Weston McKennie (@west.mckennie) am

So sei Nassim Boujellab (21) bereits aus Iserlohn in die Nähe der Veltins-Arena gezogen, Markus Schubert (22) wohnt in Bochum, Ralf Fährmann (31) lebt seit vielen Jahren in Recklinghausen. Auch Rabbi Matondo (19), der sich kürzlich mit einem BVB-Trikot zeigte, wohnt in der näheren Umgebung.

Identifikation mit dem Verein ist gut. Den Spielern vorschreiben, wo sie zu wohnen haben, nicht. Störte es, dass Klaas-Jan Huntelaar täglich hunderte Kilometer unterwegs war, um aus den Niederlanden zum Training zu kommen? Oder dass Raúl in Düsseldorf lebte? Nein, der FC Schalke 04 hat andere Baustellen, um die er sich dringender kümmern sollte, meint RUHR24-Redakteur Marcel Witte.

FC Schalke 04: Viele Spieler wohnen in Düsseldorf

Manch andere Spieler leben aber immer noch in Düsseldorf oder der Umgebung der Rheinstadt. Wie etwa Guido Burgstaller (31), Benjamin Stambouli (29) oder Weston  McKennie (21). Diese Spieler kamen aber zur Manager-Zeit von Christian Heidel zum S04 bzw. in den Profi-Kader.

Denn Christian Heidel kippte die 35-Kilometer-Regelung wieder. Die Verpflichtung von Innenverteidiger Naldo (37) war ausschlaggebend dafür.

FC Schalke 04: Naldo wollte in Düsseldorf wohnen

"Wir sind alles erwachsene Menschen. Wenn es logische Gründe gibt, wie im Fall Naldo, in Düsseldorf zu leben, weil dort seine Kinder zur internationalen Schule gehen können, dann reden wir von Fall zu Fall darüber. Mir ist es doch lieber, ich habe einen zufriedenen Spieler", begründete Ex-Manager Christian Heidel die Aufhebung der Regelung im Sommer 2016 gegenüber der SportBild.

Auf Schalke sollen nun die Spieler wieder verpflichtend in der Umgebung der Veltins-Arena wohnen. Vielleicht werden demnächst noch einige Häuser in Gelsenkirchen, Herne oder Herten gesucht.