Einst beim S04 und BVB

Dennis Aogo zeigt Chat: Rassismus-Eklat um Jens Lehmann hat mehrere Konsequenzen

Der ehemalige Schalke-Profi Dennis Aogo hat eine rassistische Nachricht des früheren BVB- und S04-Keepers Jens Lehmann veröffentlicht. Das hat Folgen für den Ex-Torhüter.

Gelsenkirchen/Dortmund – Der Fußball hat immer wieder mit dem Thema Rassismus zu kämpfen. Die Klubs FC Schalke 04 und Borussia Dortmund sowie zahlreiche Fan-Gruppierungen setzen sich seit Jahren aktiv gegen Diskriminierungen ein. Doch immer wieder kommen neue Fälle ans Licht.

NameJens Lehmann
Geboren10. November 1969 (Alter 51 Jahre), Essen
Größe1,90 Meter
EhepartnerinConny Lehmann (verh. 1999)
KinderLasse Lehmann, Lieselotta Lehmann, Mats Lehmann
Stationen als SpielerFC Schalke 04 (1987-1998), AC Mailand (1998), Borussia Dortmund (Januar 1999-2003), FC Arsenal (2003-2008), VfB Stuttgart (2008-2010), FC Arsenal (2011)

Rassismus-Eklat: Schalke- und BVB-Profis immer wieder betroffen

In einer neuen Amazon-Doku über Rassismus sprechen die Ex-S04- und BVB-Spieler Gerald Asamoah (42), Otto Addo (45) und Patrick Owomoyela (41) neben vielen weiteren früheren Fußballspielern über die anhaltenden Probleme. Ersterer sagt im Film „Schwarze Adler“ beispielsweise: „Diesen Hass habe ich nirgendwo anders kennengelernt.“

Fußballspieler, aber auch Vereine sehen sich immer wieder rassistischen und homophoben Äußerungen gegenüber gestellt. Im Januar konterte der S04 die Hetze von einem AfD-Politiker, sogar Erzfeind BVB sprang Schalke zur Seite. Der AfD-Mann machte sich über Werte wie Vielfalt und Toleranz lustig.

Rassismus-Eklat: Schalke-Profi Rabbi Matondo veröffentlicht beleidigende Nachrichten

Erst am Dienstag (4. Mai) veröffentlichte der aktuell vom FC Schalke 04 an Stoke City ausgeliehene Rabbi Matondo (20) via Twitter zwei Screenshots von rassistischen Nachrichten an ihn. Darin wird der 20-Jährige übel beleidigt. „Schön zu sehen, dass der Boykott nichts geändert hat“, schrieb der Spieler ironisch dazu.

Eine Anspielung auf eine Aktion zahlreicher englischer Fußballklubs und des Verbandes am Wochenende rund um den 1. Mai „gegen die anhaltenden und nachhaltigen diskriminierenden Beschimpfungen“ gegen Spieler und weitere Verantwortliche in den sozialen Netzwerken.

Jens Lehmann (r.) hat dem Ex-Schalker Dennis Aogo eine rassistische Nachricht geschrieben. Das hat jetzt Folgen für den früheren Torwart.

Rassismus-Eklat: Ex-Schalker Dennis Aogo entblößt Jens Lehmann

Dass das Thema Rassismus allgegenwärtig ist, zeigte jetzt auch der ehemalige Schalke-Profi Dennis Aogo (34). Der heutige Sky-Experte veröffentlichte am Dienstagabend (4. Mai) in seiner Instagram-Story eine WhatsApp-Nachricht des früheren S04- und BVB-Torwarts Jens Lehmann (51). Der Inhalt der Nachricht: „Ist Dennis eigentlich euer Quotenschwarzer?“ Versehen war der Satz zudem mit einem freudigen Emoji.

Während der Satz alleine schon eine Beleidigung aufweist, kam es jedoch noch schlimmer. Denn die Nachricht verschickte Jens Lehmann direkt an Dennis Aogo selbst. Der veröffentlichte den Chat mit einem Screenshot nur fünf Minuten nach Erhalt direkt via Instagram – während er bei Sky als Experte des Champions-League-Spiels Manchester City gegen Paris St. Germain im Studio saß.

Rassismus-Eklat um Jens Lehmann: Dennis Aogo erhält rassistische Nachricht

Dennis Aogo schrieb in seiner Instagram-Story dazu: „Wow dein Ernst? Jens Lehmann, die Nachricht war wohl nicht an mich gedacht!!!“ Tatsächlich ist unklar, an wen die Nachricht eigentlich gehen sollte. Zumal der frühere S04- und BVB-Torwart das Problem im Nachhinein nur bedingt einsah.

Diese WhatsApp-Nachricht von Jens Lehmann veröffentlichte der ehemalige Schalke-Profi Dennis Aogo via Instagram.

„In einer privaten Nachricht von meinem Handy an Dennis Aogo ist ein Eindruck entstanden, für den ich mich im Gespräch mit Dennis entschuldigt habe“, so der ehemalige deutsche Nationalkeeper am Mittwochmorgen (5. Mai) via Twitter. Zudem fügte er hinzu: „Als ehemaliger Nationalspieler ist er sehr fachkundig und hat eine tolle Präsenz und bringt bei Sky Quote.“

Rassismus-Eklat um Jens Lehmann hat sofortige Folgen: Kündigung bei Hertha BSC

Dennis Aogo hat sich bislang nach der Erklärung von Jens Lehmann noch nicht weiter geäußert. Dafür reagierte jedoch der Bundesliga-Klub Hertha BSC umgehend. Für den war der ehemalige Nationaltorhüter bislang im Aufsichtsrat tätig. Die Berliner lösten den Vertrag mit Jens Lehmann mit sofortiger Wirkung auf. Das Mandat in dem Gremium entfällt dadurch.

„Solche Einlassungen entsprechen in keiner Weise den Werten, für die Hertha BSC steht und sich aktiv einsetzt. Wir distanzieren uns von jeglicher Form des Rassismus und begrüßen den Schritt der Tennor Holding“, zitierte der Klub seinen Präsidenten Werner Gegenbauer (70) am Mittwoch. Die Tennor-Gruppe hält 66,6 Prozent am Hauptstadt-Verein und bestellte den Ex-Profi im Sommer 2020 für den Aufsichtsrat.

Rassismus-Eklat um Jens Lehmann: Sky will früheren Nationaltorwart nicht mehr einladen

Auch der TV-Sender Sky, bei dem Jens Lehmann des Öfteren zu Gast war, reagierte prompt am Mittwochmittag und teilte per Pressemitteilung mit: „Wir sind sehr enttäuscht über sein Verhalten und planen, ihn jetzt nicht mehr als Gast in unsere Sendungen einzuladen.“ Darüber hinaus teilte der Jugendverein Heisinger SV mit, dass er ab sofort Hausverbot habe.

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