Plötzliches Ende nach 27 Jahren

Chaos-Tage auf Schalke: Das Aus von Peter Peters - warum er wirklich gehen musste

Peter Peters wurde bei seinem Schalke-Abgang von Clemens Tönnies öffentlich ausdrücklich gelobt.
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Peter Peters wurde bei seinem Schalke-Abgang von Clemens Tönnies öffentlich ausdrücklich gelobt.

Auf Schalke herrscht das Chaos. Vorstandsmitglied Peter Peters muss gehen. Das sind die wahren Gründe für sein Aus beim S04. 

  • Nach 27 Jahren hört Vorstandsmitglied Peter Peters plötzlich beim FC Schalke 04 auf. 
  • Laut Aussagen des gelernten Journalisten gab es nicht den einen Grund für sein Ende beim S04.
  • Nach RUHR24-Informationen ging Peter Peters aber alles andere als freiwillig.

Gelsenkirchen - Vor dem Auswärtsspiel des FC Schalke 04 gegen Union Berlin (zum Live-Ticker) versinken die Königsblauen immer mehr im Chaos. Am Freitagabend (5. Juni) teilte der Klub mit, dass Vorstandsmitglied Peter Peters (57) den Klub nach 27 (!) Jahren zum 30. Juni verlässt.

Name

Peter Peters

Geboren

21. Juni 1962 (Alter 57), Ochtendung

Ausbildung

Technische Universität Dortmund

Schalke: Peter Peters bat angeblich um Vertragsauflösung

Die Nachricht schlug ein, wie eine Bombe. In der offiziellen Mitteilung des FC Schalke 04 heißt es, dass Peter Peters um Vertragsauflösung bat und der Aufsichtsrat am Freitag (5. Juni) der Bitte entsprach.

Vorstandsmitglied Peter Peters verlässt den FC Schalke 04 plötzlich nach 27 Jahren.

"Peter Peters hat in den vergangenen fast drei Jahrzehnten unseren Verein entscheidend mitgeprägt. Dabei hat er mutige und weitsichtige Entscheidungen zum Wohle des Clubs mitgetragen. Ohne ihn wäre der FC Schalke nicht der Verein, der er heute ist. Dafür gebührt ihm unser Dank", wird der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies zitiert (64). Jener Clemens Tönnies, der selbst großer Investor beim FC Schalke 04 werden könnte.

Schalke: Peter Peters verlässt den S04 alles andere als freiwillig

Dabei geht Peter Peters, der sich gegen Vorwürfe wehrt, nach RUHR24-Informationen alles andere als freiwillig. Gegenüber der WAZ (Bezahlschranke) betonte der S04-Vorstand für Finanzen und Organisation, dass es nicht den einen entscheidenden Grund gab.

Präzisieren wolle der gelernte Journalist die Auslöser, die zur Trennung geführt haben, nicht und verwies in dem Zusammenhang auf die offizielle Mitteilung. Doch die lässt keine Rückschlüsse über das plötzliche Aus des 57-Jährigen zu.

Was zwischen Peter Peters und Schalke tatsächlich passiert ist

Was ist also tatsächlich passiert? Nach RUHR24-Informationen gibt es mehrere Gründe, die zu einem alles andere als schönen Ende führten. Das unprofessionelle Kommunikationsdesaster des FC Schalke 04 rund um den Härtefallantrag für die Rückerstattung von Tickets war vermutlich der Tropfen auf dem heißen Stein und fällt in den Verantwortungsbereich von Peter Peters' Abteilung.

Darüber hinaus wird hinter vorgehaltener Hand schon lange kritisiert, dass das königsblaue Vorstandsmitglied seit vielen Jahren mehr in Frankfurt als in Gelsenkirchen arbeitet. In der Main-Metropole geht Peter Peters seinen Aufgaben als Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Fußball Liga (DFL) und als Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nach.

Peter Peters: Schalke mit Mega-Verlust im Geschäftsjahr 2019

Als Peter Peters Anfang des Jahres auf Schalke den Mega-Verlust von 26 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2019 präsentierte, wurde das Kopfschütteln auch heftiger. Vor allem vor dem Hintergrund, dass für das laufende Geschäftsjahr erneut ein zweistelliges Millionen-Loch prognostiziert wurde – da waren die Folgen des Coronavirus noch gar nicht berücksichtigt worden.

Selbst, als die Bundesliga-Fortsetzung während der Coronavirus-Krise beschlossen war, sprach Vorstandskollege Alexander Jobst (46) von einer potenziell existenzbedrohenden Lage beim FC Schalke 04. Kein Wunder, angesichts dessen, dass die "Knappen" fast 200 Millionen Euro Verbindlichkeiten mit sich herumschleppen müssen.

Schalke zuletzt nur noch selten in Europa

"Es ist alles so vorbereitet, dass dieser Verein gut durch diese schwere Zeit kommt. Es muss sich keiner Sorgen machen um Schalke. Was zu regeln war, ist geregelt", sagt Peter Peters zwar gegenüber der WAZ.

Doch der S04 (alle Artikel unter RUHR24.de) lebte vor allem in den vergangenen zehn Jahren auf zu großem Fuß. Manager, Trainer und Spieler wurden regelmäßig für viele Millionen Euro ausgetauscht und obwohl die Königsblauen immer seltener international vertreten sind, handelten sie beim Personal weiter, wie ein europäisch großer Klub.

Video: Schalke in der Krise: Wegducken oder Bereitschaft zeigen

Schalke: Peter Peters hat den S04 zu einem wertvollen Klub geformt

Peter Peters, der seine Posten bei der DFL behalten darf, hat ohne Frage mit dafür gesorgt, dass der FC Schalke 04 (nach wie vor) zu den 15 wertvollsten Klubs Europas zählt. Doch der Preis dafür war zu hoch, wie er nun schmerzvoll zu spüren bekommt.

Vor allem die sportlichen Folgen sind noch nicht abzusehen. Der S04 wird (sehr wahrscheinlich) zum dritten Mal in vier Jahren den Europapokal verpassen und hat gar kein Geld, um die nur noch mittelmäßige Mannschaft zu verstärken.

Schalke versinkt im Chaos - "Tun alles, um unser Image mit Füßen zu treten"

Deswegen arbeitet der FC Schalke 04 nun verstärkter daran, den über 150.000 Mitgliedern eine Ausgliederung der Fußball-Abteilung schmackhaft zu machen. Nicht nur in diesem Zusammenhang soll das Verhältnis zwischen Peter Peters, für den als Nachfolger angeblich schon Alexander Wehrle vom 1. FC Köln im Gespräch ist, und Alexander Jobst gelitten haben.

Die Unruhe in Gelsenkirchen hält damit an. Nach dem Aus von Peter Peters hat der FC Schalke 04 einen neuen Plan für den Vorstand

Aber: Die Mannschaft hat seit elf Spielen nicht mehr gewonnen, Thomas Spiegel ist nach über zehn Jahren kein Mediendirektor mehr. Katrin Herbststreit aus der Medienabteilung wurde unter der Woche Aufgaben entzogen und Vereinsikonen sowie Mitarbeiter machen sich große Sorgen um den Klub. "Wir tun derzeit alles, um unser Image mit Füßen zu treten", heißt es gegenüber RUHR24.