S04 braucht Verstärkungen

Bitterer Rückschlag für Schalke bei Rechtsverteidiger-Suche: Top-Favorit fällt wochenlang aus

Der FC Schalke 04 bastelt an seinem Kader, um den Bundesliga-Abstieg noch vermeiden zu können. Ein Rechtsverteidiger soll kommen, doch der Top-Favorit hat sich jetzt verletzt.

Update, Mittwoch (6. Januar), 15.22 Uhr: Gelsenkirchen/Leverkusen – Mitchell Weiser (26) galt als Top-Favorit auf einen Wechsel zum FC Schalke 04. Doch der 26-Jährige wird vermutlich nicht der gewünschte neue Rechtsverteidiger der Königsblauen. Denn wie Bayer Leverkusen soeben mitteilt, hat sich der Außenbahnspieler eine Muskelverletzung im linken Oberschenkel zugezogen und fällt mehrere Wochen aus.

Dass der FC Schalke 04 in der aktuellen Situation einen Spieler verpflichtet, der womöglich erst im Februar wieder eingreifen könnte, erscheint sehr unwahrscheinlich. Somit verbleiben aktuell Julian Korb (28) und Yan Valery (21) als Kandidaten für den S04 (siehe Erstmeldung).

Erstmeldung, Mittwoch (6. Januar), 14.20 Uhr: Das Transferfenster ist geöffnet und der FC Schalke 04 hat bereits zugeschlagen. Sead Kolasinac (27) schickte bei seiner S04-Vorstellung sogar gleich eine Ansage an seine Mitspieler. Doch der Linksverteidiger soll nicht der einzige neue Spieler für die Königsblauen sein. So suchen die „Knappen“ auch noch einen Rechtsverteidiger, drei Profis sind im Gespräch.

NameMitchell Weiser
Geboren21. April 1994 (Alter 26 Jahre), Troisdorf
Größe1,77 Meter
Beitrittsdaten2005 (1. FC Köln), 2012 (FC Bayern München), 2013 (1. FC Kaiserslautern/Leihe), 2015 (Hertha BSC), 2018 (Bayer Leverkusen)

FC Schalke 04: Der S04 sucht nach zwei Abgängen im Sommer 2020 die richtige Lösung

Als Jonjoe Kenny (23) und Daniel Caligiuri (32) den FC Schalke 04 im Sommer 2020 verließen, herrschte eine große Lücke auf der Rechtsverteidiger-Position im Kader des S04. Sebastian Rudy (30) sollte diese füllen, doch der gelernte Mittelfeldspieler verließ die Königsblauen am letzten Tag der Sommer-Transferperiode am 5. Oktober.

Kilian Ludewig (20), an dessen Transfer der FC Schalke 04 angeblich schon lange interessiert war, kam stattdessen. Ex-Trainer Manuel Baum (41) kannte ihn von der U21-Nationalmannschaft und schwärmte in höchsten Tönen vom Rechtsverteidiger: „Kilian ist jemand, der 90 Minuten lang rauf und runter geht.“

FC Schalke 04: Kilian Ludewig verlor seinen Stammplatz und fällt jetzt verletzt aus

Zunächst schien der Plan mit Kilian Ludewig auch aufzugehen, der Rechtsverteidiger stand in seinen ersten sieben Spielen für die Königsblauen stets in der Startelf. Doch seit dem 6. Dezember nahm der 20-Jährige nur noch auf der Bank Platz und sah in vier Partien nur zu. Nach dem 3:1-Erfolg des S04 im DFB-Pokal gegen den SSV Ulm folgte die Hiobsbotschaft: Der Rechtsverteidiger fällt mit einem Mittelfußbruch für viele Wochen aus.

In den Spielen zuvor wurde Kilian Ludewig bereits durch Malick Thiaw (19) als Rechtsverteidiger ersetzt – überzeugen konnte der Youngster jedoch auch nicht. Bei der 0:3-Niederlage des S04 gegen Hertha BSC nahm Benjamin Stambouli (30) die Rolle ein. Auch der Franzose hatte Probleme auf dieser Position.

Mitchell Weiser (l.), hier gegen den Ex-Schalker Philipp Max im Zweikampf, bekommt bei Bayer Leverkusen aktuell nicht viel Spielpraxis.

Angesichts des drohenden Abstiegs ist der FC Schalke 04 in der Winter-Transferperiode zum Handeln gezwungen und sieht vor allem die Positionen der Außenverteidiger als großes Manko an. Sead Kolasinac, der auch weiter vorne spielen könnte, kam bereits für die linke Seite. Für die rechte Außenbahn kommt laut übereinstimmenden Medienberichten ein Trio in Frage.

FC Schalke 04: Der S04 sucht einen Rechtsverteidiger, Trio ist Favorit auf Transfer

Mitchell Weiser (26) vom Bundesliga-Konkurrenten Bayer Leverkusen, Yan Valery (21) vom FC Southampton und der vertragslose Julian Korb (28) sollen im Fokus des S04 sein.

Die wohl besten Karten hat wohl der Erstgenannte. Mitchell Weiser kennt die Bundesliga und kann aktuell auch etwas Spielpraxis vorweisen. So lief er zuletzt am 2. Januar als Linksverteidiger für Bayer Leverkusen auf. Allerdings war das erst sein fünfter Einsatz in der Bundesliga-Saison 2020/21.

Nach einer guten ersten Spielzeit in den Jahren 2018/19 bei Bayer Leverkusen, wo Mitchell Weiser wettbewerbsübergreifend in 41 Spielen zumeist von Beginn an auflief, verlor der 26-Jährige nach und nach seine Stammposition und ist jetzt wohl am Tiefpunkt bei den Rheinländern angekommen. Für den ehemaligen deutschen U21-Nationalspieler könnte der S04 eine Art Sprungbrett werden.

FC Schalke 04: Mitchell Weiser muss bei Bayer Leverkusen aktuell als Ersatzmann einspringen

Die Eingewöhnung dürfte dem Rechtsverteidiger nicht allzu schwer fallen. Er ist fit, spricht deutsch und könnte dem S04 sofort helfen. Allerdings gibt es ein Problem: Bayer Leverkusen gehen aufgrund von Verletzungen aktuell die Außenverteidiger aus, sodass zuletzt Mitchell Weiser auf links und der Innenverteidiger Aleksandar Dragovic (29) auf rechts agieren mussten. Ob die Rheinländer daher jetzt den 26-Jährigen ziehen lassen, bleibt offen.

Yan Valery vom FC Southampton wurde laut Sky dem S04 sogar bereits angeboten. Der 21-Jährige ist in England aktuell nahezu komplett außen vor und kam unter Trainer Ralph Hasenhüttl (53) in dieser Saison nur einmal zum Einsatz. Beim 1:0-Erfolg der „Saints“ am 4. Januar gegen FC Liverpool wurde der Rechtsverteidiger für die letzten acht Minuten des Spiels eingewechselt.

Yan Valery (l.) vom FC Southampton soll dem S04 angeboten worden sein. Mit den „Saints“ spielte er unter anderem gegen den FC Liverpool.

Das Eigengewächs des FC Southampton spielte sich in der Saison 2018/19 bei den Profis in den Fokus. Unter Ralph Hasenhüttl, seit Dezember 2018 Trainer der „Saints“, bekam der Rechtsverteidiger ebenfalls einige Einsätze.

FC Schalke 04: Trainer Ralph Hasenhüttl schwärmt beim FC Southampton von Yan Valery

Der Trainer schwärmte sogar von Yan Valery im März 2019 im Zuge dessen Vertragsverlängerung bis 2023: „Er meiner Meinung nach ein Spieler, der die Philosophie von Southampton verkörpert. Wir haben ihm Vertrauen geschenkt und er hat uns genau das gegeben, was wir von ihm verlangt haben: Einen mutigen Spieler, der an sich glaubt und bereit ist, an seinen Schwächen zu arbeiten.“

Doch aktuell scheint der gebürtige Franzose beim FC Southampton kaum gebraucht zu werden. Beim S04 könnte er Spielpraxis sammeln, allerdings könnte ein 21-Jähriger, der nur englisch und französisch spricht, nicht unbedingt die direkte Verstärkung sein, die sich der FC Schalke 04 im Abstiegskampf erhofft.

Daher erscheint der Transfer des dritten Favoriten im Gegensatz dazu eher wahrscheinlich, auch mit Blick auf die Finanzlage des S04. Der vereinslose Julian Korb, der lange für Borussia Mönchengladbach sowie zuletzt für Hannover 96 spielte, könnte den FC Schalke 04 sofort verstärken. Der 28-Jährige hat 116 Bundesliga-Spielen vorzuweisen und kennt als gebürtiger Essener die Umgebung genau.

FC Schalke 04: Der vereinslose Julian Korb konnte bei Hannover 96 nicht komplett überzeugen

Doch auch bei Julian Korb gibt es Probleme: Sein Vertrag beim Zweitligisten Hannover 96 endete, obwohl der Rechtsverteidiger als Stammspieler galt. Das Problem waren allerdings seine Leistungen. Der 28-Jährige hinterließ nur wenig positive Eindrücke, machte viele leichte Fehler und verlor vor allem einige Kopfballduelle in der Defensive. Mit 1,77 Metern ist der Spieler nur zwei Zentimeter größer als Kilian Ludewig.

Bei Borussia Mönchengladbach schaffte Julian Korb zudem den Sprung zum Stammspieler nicht. Aufgrund seiner Situation als vereinsloser Spieler wäre er aber wohl die günstigste Option für den S04. Da der 28-Jährige allerdings im Juni 2020 sein letztes Pflichtspiel bestritt, wird auch der Rechtsverteidiger erst einmal brauchen, um die nötige Fitness für 90 Minuten aufzubauen.

So oder so ist der FC Schalke 04 zum Handeln gezwungen. Der S04 braucht dringend Geld, Clemens Tönnies (64) soll helfen. Mit weiteren Millionen auf dem Konto, wäre es für die Königsblauen einfacher, im aktuell geöffneten Transferfenster zu handeln.

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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