Möglicher Vergleich mit Ex-BVB-Coach

Schalke 04: Büskens ein Schattenmann wie Terzic? Trainer droht S04 mit Abschied

Könnte Mike Büskens als Aufstiegstrainer und künftiger Co-Trainer unter einem neuen Coach bei Schalke 04 für Probleme sorgen? Er antwortet ganz emotional.

Gelsenkirchen – Am 7. März verkündete der FC Schalke 04 den Nachfolger des entlassenen Trainers Dimitrios Grammozis. Der bisherige Co-Trainer Mike Büskens übernahm interimsweise den Job. Leicht hatte er sich diese Entscheidung nicht gemacht. Der 54-Jährige betonte in den vergangenen Wochen stets, dass er sich diese Aufgabe nicht gewünscht habe.

NameMichael „Mike“ Büskens
Geboren19. März 1968 (Alter 54 Jahre), Düsseldorf
Aktueller VereinFC Schalke 04

Schalke 04: Mike Büskens ein Schattenmann wie Terzic? Trainer droht mit Abschied

Ursprünglich stammt Mike Büskens aus Düsseldorf, spielte bis zum Alter von 24 Jahren ausschließlich in seiner Heimatstadt, unter anderem für die Fortuna. Zum 1. Juli 1992 wechselte er als Spieler zum FC Schalke 04 – und hat seitdem nicht nur den Klub, sondern auch die Stadt Gelsenkirchen in sein Herz geschlossen. Der 54-Jährige engagiert sich sozial („Mike macht Meter“) und ist gegenüber den Fans präsent, etwa auch in Fankneipen – wie im Januar 2017 bis in die tiefen Abendstunden kurz vor der Schließung des ehemaligen Anno 1904 auf der Schalker Meile.

Aus Liebe zum Verein, wie es auch Sportdirektor Rouven Schröder am Freitag (13. Mai) bei der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel in Nürnberg erklärte, nahm Mike Büskens die Aufgabe als Chef-Trainer interimsweise an. Doch liebt er den Verein sogar zu sehr, sodass er als Aufstiegs- und möglicher Meistertrainer künftig als eine Art „Schattenmann“ wie Edin Terzic beim BVB zu einem Problem werden könnte? Die Vermutung könnte aufkommen, aber für Mike Büskens wäre die Sache glasklar.

Schalke 04: Mike Büskens würde bei Problemen mit neuem Trainer „nach Hause“ gehen

„Wenn das ein Problem ist, dann gehe ich nach Hause. Dann gehe ich mit dem Hund spazieren und dann ist vorbei“, sagte ein erzürnter Mike Büskens am Freitag und knüpfte später noch einmal an: „Wenn das so ist, dann gehe ich Montag nach der Aufstiegsfeier nach Hause.“ Ein Mann, ein Wort – dem 54-Jährigen wäre diese Entscheidung zuzutrauen.

In den kommenden Wochen wird der S04 einen neuen Trainer präsentieren, zwei Kandidaten sind heiß, wie wa.de berichtet. Mike Büskens kehrt dann als Aufstiegs- oder sogar Meistertrainer in die Rolle des Co-Trainers zurück. Sollte es beim FC Schalke 04 eine Krise geben, dürfte sein Name wohl als Erster fallen, wenn eine erneute Trainerdiskussion entsteht.

Könnte Mike Büskens auf Schalke als eine Art „Schattenmann“ im Trainer-Team für Probleme sorgen?

Schalke 04: Rolle von Mike Büskens mit Edin Terzic beim BVB verglichen

Hintergrund der Problematik ist ein möglicher Vergleich: Mit Borussia Dortmund gewann Edin Terzic im Mai 2021 als Interimstrainer den DFB-Pokal und führte den BVB auf den zweiten Platz. Marco Rose folgte als Trainer. Lief es beim S04-Rivalen in den vergangenen Monaten nicht rund, wurde fortan direkt Edin Terzic wieder als Chef-Coach gefordert. Das handelte ihm die Bezeichnung „Schattenmann“ ein. Der 39-Jährige ist mittlerweile als Technischer Direktor bei den Schwarz-Gelben aktiv.

Die gleiche Entwicklung droht dem FC Schalke 04 ebenfalls. Doch Mike Büskens lässt gar keine Spekulationen über etwaige drohende Probleme aufkommen: „Mir ist es egal, wie ein Trainer spielen lässt. Wenn der Trainer mich fragt, dann antworte ich ehrlich.“ Ansonsten seien die Aufgaben aber klar verteilt. Der Chef-Trainer entscheide über die Aufstellung und das System, vorrangig mit seinem ersten Co-Trainer. Büskens wiederum hätte andere Aufgaben.

Schalke 04: Mike Büskens bezeichnet Unstimmigkeiten mit Dimitrios Grammozis als „hanebüchen“

Denn der 54-Jährige arbeitete vor seinem Aufstieg zum Interimstrainer bereits als enger Vertrauter für die jungen Spieler im S04-Kader. „Ich möchte die Jungs auf die nächsten Schritte vorbereiten, sodass sie auf dem Rasen performen können“, so Mike Büskens. Dass es Unstimmigkeiten, etwa mit Dimitrios Grammozis, gegeben hätte, bezeichnete der frühere Schalker Eurofighter als „hanebüchen“.

Mike Büskens (l.) arbeitete beim FC Schalke 04 unter Dimitrios Grammozis (r.) als Co-Trainer.

So habe es Mike Büskens laut eigener Aussage sogar abgelehnt, Dimitrios Grammozis als leitender Trainer auf dem Trainingsplatz zu ersetzen, als dieser mit einer Corona-Erkrankung ausfiel. Sven Piepenbrock, „der Ansprechpartner von Dimi“, wie es Büskens ausdrückte, übernahm die Aufgabe.

Schalke 04: Neuer Trainer muss mit seinen Vorstellungen zum S04 passen

Stunk sei auf Schalke zwischen Mike Büskens und einem neuen Trainer demnach nicht zu befürchten. Sowieso sollen die Aufgaben und Interessen aber bereits im Vorfeld klar abgesteckt seien, wie Rouven Schröder erklärte: „Derjenige muss zu Schalke 04 passen, auch mit seinen Vorstellungen. ‚Buyo‘ wird ein Teil von Schalke 04 bleiben.“

Es bleibt abzuwarten, ob das Thema „Schattenmann“ in den kommenden Monaten nicht doch wieder in der Öffentlichkeit hochkocht. Spätestens dann, wenn der neue Trainer seine erste Krise bewältigen muss. Und während Mike Büskens am Freitag noch einmal betonte, dass er bei Problemen direkt „nach Hause gehen“ würde, schloss Rouven Schröder die Thematik und sagte klipp und klar: „Er wird weiterhin einen Top-Job abliefern. Alles ist gesagt.“

Kurz-Kommentar von RUHR24-Redakteur Marcel Witte

Mike Büskens als Problemmacher bei Schalke 04? Natürlich würde sein Name immer wieder fallen, wenn der neue S04-Trainer eine erste Krise bewältigen muss. Das liegt in der Natur der Sache. Doch der 54-Jährige strebt keinen Chef-Trainer-Posten mehr an, die Diskussion wäre hinfällig. Wie er selbst sagte: „Auch wenn ich diese Erfahrung in der Position nie mehr machen wollten und mich einige fast dort ‚hinprügeln‘ mussten.“

Intern dürfte es vonseiten Mike Büskens keine Probleme geben. Dafür lebt und liebt „Buyo“ den Verein zu sehr, die Aufgabenverteilung mit Blick auf einen neuen Trainer ist klar abgesteckt. Womöglich würde er auch in Zukunft erneut einspringen, wenn Not am Mann ist. Interimsweise für wenige Wochen, aber nicht als Dauerlösung – aus Liebe zum Verein. Mike Büskens lag stets das Wohl des Klubs am Herzen und das wird auch so bleiben.

Rubriklistenbild: © Tim Rehbein/RHR-FOTO

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