Kommentar

Platz sechs, na und? Warum die Endzeitstimmung beim FC Schalke 04 übertrieben ist

Matija Nastasic (l.) und Benito Raman stecken mit dem FC Schalke 04 in der ersten Krise der laufenden Saison.
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Matija Nastasic (l.) und Benito Raman stecken mit dem FC Schalke 04 in der ersten Krise der laufenden Saison.

Nach drei Unentschieden und zwei deutlichen Klatschen steckt der FC Schalke 04 in der Krise. Aber es besteht beim S04 kein Grund zur Panik. Ein Kommentar.

  • Der FC Schalke 04 muss die erste Krise der laufenden Saison meistern.
  • In den sozialen Netzwerken wird S04-Coach David Wagner von einigen bereits angezählt.
  • Die Hysterie findet RUHR24-Redakteur Christian Keiter albern und fehl am Platz.

Gelsenkirchen - 0:5, 0:0, 1:1, 0:0, 0:5 - die jüngsten fünf Ergebnisse in der Bundesliga sind für den FC Schalke 04 definitiv mehr als nur eine "Leistungsdelle", wie sie Jochen Schneider (49) nach dem Heim-Debakel gegen RB Leipzig beschrieb. Ein Grund zur Panik sind sie indes nicht.

FC Schalke 04 steckt in der Krise und ist doch gut platziert

Zu glauben, dass eine Mannschaft mit der Personaldecke wie der S04 über den kompletten Zeitraum einer Saison konstant guten und erfolgreichen Fußball spielt, ist schlicht fern der Realität der Bundesliga. Und doch hinterfragen erste Fans in den sozialen Netzwerken (zu den Netzreaktionen nach dem Schalke-Debakel gegen Leipzig) bereits Trainer David Wagner (48).

Dabei ist es genau dieser blinde Aktionismus, der dafür sorgt, dass sich Schalke 04 seit Jahren im Kreis dreht. Es ist deshalb mehr als verständlich, dass weder David Wagner noch Jochen Schneider das Wort "Krise" überhaupt in den Mund nehmen und etwaige Diskussionen gar nicht erst aufkeimen lassen wollen.

S04: Art und Weise der Niederlagen gegen Bayern und Leipzig indiskutabel

Natürlich sind zwei derartige Klatschen wie gegen Bayern München und RB Leipzig, insbesondere in der Art und Weise ihres Zustandekommens, indiskutabel. Genauso, wie deshalb die ganze Saison für vergeudet zu erklären.

Zu Recht verweisen die Schalke-Verantwortlichen darauf, dass man mit Platz sechs nach 23 Spieltagen noch immer mehr als gut bedient ist. So abgedroschen das klingen mag: Angesichts der unterirdischen Vorsaison war damit tatsächlich nicht zu rechnen.

Schalke ist tabellarisch der Kaderqualität entsprechend platziert

Am präzisesten ordnete es Lizenzspieler-Koordinator Sascha Riehter (36) in den Katakomben nach der Heimniederlage gegen RB Leipzig ein. "Man hat gesehen, dass die Leipziger das im Moment besser können als wir und deshalb stehen die da oben und wir nicht."

Der FC Schalke 04 steht nach 23 Spieltagen ziemlich genau da, wo er angesichts der Qualität und der Breite des Kaders stehen müsste. Bayern München, RB Leipzig, Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen verfügen schlicht über die besseren Spieler.

FC Schalke 04: Die Hysterie ist fehl am Platz

Beim Auswärtsspiel gegen den formstarken 1. FC Köln (29. Februar, 18.30 Uhr) sind Trainer und Mannschaft nun gefordert. Mit einem Favoritensieg kann der Platz auf den internationalen Rängen verteidigt und das königsblaue Schiff schnell in ruhigere Fahrwässer manövriert werden.

Im Pokal gegen die Bayern kann sich der S04 angesichts der jüngsten 0:5-Klatsche in der Liga ohnehin nur verbessern. Vielleicht sollte sich der königsblaue Anhang ein Beispiel am harten Kern der Fans in der Nordkurve nehmen und die Mannschaft in dieser richtungsweisenden Phase der Saison unterstützen. Etwas mehr Demut ist wesentlich angebrachter, als die aktuell vollkommen überflüssige und übertriebene Hysterie.

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.