Mitgliederversammlung am 13. Juni

Schalke 04 wählt neuen Wahlausschuss: Bekannte Gesichter unter den Kandidaten

Der FC Schalke 04 hält am Sonntag (13. Juni) seine Mitgliederversammlung ab. Vier Positionen werden dann im Wahlausschuss neu besetzt. RUHR24 stellt alle Kandidaten vor.

Gelsenkirchen – Für den FC Schalke 04 wird es die Woche der Wahrheit. Am Sonntag (13. Juni) steht ab 9.04 Uhr die S04-Mitgliederversammlung mit XXL-Sprengstoff-Gefahr an. Die Vorkommnisse in den vergangenen Monaten trugen dazu bei, dass unter den Mitgliedern viel Redebedarf herrschen wird. Aber es stehen auch entscheidende Wahlen an.

VereinFC Schalke 04
AufsichtsratsvorsitzenderJens Buchta
StadionVeltins-Arena
OrtGelsenkirchen

FC Schalke 04 wählt neuen Wahlausschuss: Auch die Wahlen des Aufsichtsrats und Ehrenrats stehen an

So stehen die Wahlen von gleich drei Gremien auf der Tagesordnung für die Mitgliederversammlung, die erstmals ausschließlich digital stattfinden wird. Statt in der Veltins-Arena im Innenraum und auf der Gegengerade sitzen die Fans dieses Mal allesamt vor den Bildschirmen.

Auf den Punkten sieben, acht und neuen stehen die Wahlen auf der Tagesordnung. Die Mitglieder wählen in Teilen oder gänzlich den Aufsichtsrat, Wahlausschuss und Ehrenrat neu.

FC Schalke 04: Vier Positionen im Wahlausschuss werden am 13. Juni neu gewählt

Der Wahlausschuss besteht aus acht Mitgliedern. Davon werden vier Positionen bei der Mitgliederversammlung am 13. Juni neu gewählt. Der bisherige Vorsitzende des Gremiums, Stefan Schorlemmer (bis 2022), sowie Thorsten Altfeld (bis 2023), Mathias Schipper (bis 2023) und Dennis Steckel (bis 2022) bleiben dem Ausschuss erhalten.

Bei der Wahl am 13. Juni gibt es ein klares Prozedere: Die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen werden für jeweils vier Jahre gewählt, die Kandidaten mit den dritt- und viertmeisten Stimmen für drei Jahre.

Normalerweise hält der FC Schalke 04 seine Mitgliederversammlung in der Veltins-Arena ab. Aufgrund der Corona-Pandemie ist das im Jahr 2021 aber nicht möglich.

FC Schalke 04: Zwölf Kandidaten stehen für den Wahlausschuss parat

Aufgabe des Wahlausschusses des FC Schalke 04 ist es, über die Zulassung der Kandidaten zur Aufsichtsratswahl zuzulassen, wie im Mai für die Mitgliederversammlung am 13. Juni geschehen. Zudem entscheidet das Gremium über die Bestellung zusätzlicher Mitglieder des Aufsichtsrats.

Für die vier Wahlausschuss-Posten, die jetzt frei werden, stehen den Mitgliedern insgesamt zwölf Kandidaten zur Wahl. Dr. Stephan Kleier, Maik Deinert, Anja Wortmann und Michael Zylka, die bislang bereits Teil des Gremiums waren und jetzt ausscheiden, treten erneut an. RUHR24 gibt einen Überblick über alle Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge.

FC Schalke 04: Tobias Buchebner möchte mit „gewissenhaftem Einsatz“ im Wahlausschuss agieren

Tobias Buchebner: Der 44-jährige Betriebswirt bei einer Autovermietung ist seit 2003 Mitglied des FC Schalke 04. Er bezeichnet sich in einem Steckbrief, den der S04 als Übersicht für seine Mitglieder veröffentlicht hat und der RUHR24 vorliegt, als „Kind der Region“ mit „35 Jahren Schalke-Blut“ in seinen Adern. Tobias Buchebner wolle sich mit „gewissenhaftem Einsatz“ in den Punkten persönlicher Verantwortung, professionelle Strukturen und nachhaltiger Entwicklung einbringen.

Tobias Buchebner wirkte am Buch „90 Minuten Schalke“ mit einem Beitrag mit und ist zudem Teil der Zukunftself beim FC Schalke 04, wo er im Bereich „Kommunikation“ als Moderator mitwirkt. Mit Blick auf die mögliche künftige Auswahl von geeigneter Kandidaten für den Aufsichtsrat sagt er, dass die „Zusammenstellung eines kompetenten Teams mit starken Charakteren und vielfältigen Fertigkeiten“ entscheidend sei.

FC Schalke 04: Meik Deinert gehört seit 2014 dem Wahlausschuss an

Maik Deinert: Der 43-jährige gebürtige Gelsenkirchener gehört bereits seit 2014 dem Wahlausschuss an und ist seit 2004 S04-Mitglied. Der Geschäftsführer eines Unternehmens für Immobilienfinanzierung in Koblenz agierte in den vergangenen zwei Jahren als stellvertretender Vorsitzender des Gremiums. Er bezeichnet das Hauptanliegen seiner Kandidatur darin, dass „der Verein sich im Aufsichtsrat breiter aufstellt und viele gleichberechtigte Schultern die Verantwortung tragen und den Verein gestalten“.

So sei es mit Blick auf die Kandidaten für den Aufsichtsrat wichtig, dass diese Fähigkeiten wie „die Beurteilung komplexer wirtschaftlicher Sachverhalte ebenso wie strategisches Denken, vorausschauendes Handeln und der Umgang und das Führen von Menschen“ mitbringen würden. Ebenso sei ihm der Teamgedanke sehr wichtig.

FC Schalke 04: Max Hermandung sieht eine gute Menschenkenntnis als Voraussetzung für den Wahlausschuss

Max Hermandung: Im Jahr 1997 trat der selbstständige Rechtsanwalt dem FC Schalke 04 bei. Der 36-Jährige besitzt eine eigene Kanzlei in Gelsenkirchen und sagt: „Hilfreich für ein Amt im Wahlausschuss ist es, dass mein Beruf es mit sich bringt, dass man über eine gute Menschenkenntnis verfügt und dazu in der Lage ist, in einer Gruppe Argumente auszutauschen und Kompromisse zu erzielen.“

Die Kandidaten für den Wahlausschuss des FC Schalke 04 bei der Mitgliederversammlung am 13. Juni: auch Maik Deinert (oben, l.), Tobias Buchebner (oben, r.) und Max Hermandung stellen sich zur Wahl.

Um einen idealen Kandidaten für den S04-Aufsichtsrat zu finden, sei es laut Max Hermandung von großer Bedeutung, „dass der Kandidat vom Verein und seinen Führungspersonen unabhängig ist“ und „seine eigenen Interessen zu jeder Zeit denen des Vereins unterordnen“ könne. Zudem sei er der Auffassung, „dass der Aufsichtsrat im Jahr 2021 insgesamt auch diverserer sein sollte“.

FC Schalke 04: Dr. Stephan Kleier gehört dem Wahlausschuss bereits seit zehn Jahren an

Dr. Stephan Kleier: Bereits seit zehn Jahren ist der 46-Jährige Mitglied des Wahlausschusses, davon drei Jahre als Vorsitzender. Er ist seit 2002 Mitglied des FC Schalke 04, sowie seit 2006 der Ultras Gelsenkirchen und seit 2010 der Schalker Fan-Initiative. Der Elektroinstallateur aus Gelsenkirchen sehe in der direkten Wahl des Ausschusses „den demokratischsten Vorgang in unserer Satzung“ und spreche sich gegen Veränderungen bei der Wahl und Zuständigkeit des Gremiums aus.

Mit Blick auf den Aufsichtsrat sagt er: „Besonders für Aufsichtsräte eines großen Vereins sind der Respekt vor den Mitgliedern und deren demokratischen Entscheidungen eine Grundvoraussetzung.“ Ebenso betont er, dass die Arbeit des Gremiums „eine Teamleistung“ sei.

FC Schalke 04: Dominik Nalewaja will „neue Blickwinkel“ in den Wahlausschuss einbringen

Dominik Nalewaja: Der 24-jährige duale Student der Wirtschaftsinformatik ist seit 2012 Mitglied des FC Schalke 04 und möchte „neue Blickwinkel“ in den Wahlausschuss einbringen. Laut eigenen Angaben engagiere er sich seit fast acht Jahren in der Kommunalpolitik und ist stellvertretender Kreisvorsitzender für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der „jungen liberale“ im Rhein-Kreis Neuss.

Auch Dominik Nalewaja gehört der Zukunftself an, im Bereich „Mitglieder und Fans“. Einen idealen Kandidaten für den Aufsichtsrat könne es aus seiner Sicht nicht geben, da die Arbeit zu vielfältig sei und „sehr viele unterschiedliche Kompetenzen“ verlange. Das Attribut der Teamfähigkeit sei aber bei allen Kandidaten erforderlich.

FC Schalke 04: Markus Peick möchte im Wahlausschuss „unbequeme Fragen stellen und Antworten einfordern“

Markus Peick: Der 49-Jährige ist seit 1996 Mitglied des FC Schalke 04 und beschreibt sich selbst als Allesfahrer der „Knappen“ mit bereits mehreren „34er-Saisons“ – also alle Spiele des S04 in einer Bundesliga-Saison zu sehen. Der Autor des Buches „Blutige Karten: Ein Fußballkrimi aus Gelsenkirchen“ arbeitet als Wissenschaftsjournalist und Personalrat, daher sei er es gewohnt, „unbequeme Fragen zu stellen und Antworten einzufordern“.

Die Kandidaten für den Wahlausschuss des FC Schalke 04 bei der Mitgliederversammlung am 13. Juni: auch Dominik Nalewaja (oben, l.), Markus Peick (oben, r.) und Dr. Stephan Kleier stellen sich zur Wahl.

Der gebürtige Castrop-Rauxeler engagiert sich in der Redaktion des Fan-Magazins „Schalke Unser“ und ist zudem dem Supporters Club verbunden. Über einen möglichen Aufsichtsratskandidaten sagt er: „Während er Millionenausgaben bewilligt, darf er nicht vergessen, dass die meisten Fans nicht so viel auf der Tasche haben.“ Zudem würde er es gerne sehen, wenn ein Aufsichtsrat „auch mal für einen zwanglosen Plausch vor oder nach dem Spiel zu haben“ sei.

FC Schalke 04: Markus Pottbäcker möchte im Wahlausschuss einem „sehr krisengeschüttelten Verein“ helfen

Markus Pottbäcker: Seit 2015 ist der katholische Pfarrer in den Gemeinden St. Urbanus in Gelsenkirchen-Buer und St. Augustinus in der Gelsenkirchener Altstadt Mitglied des FC Schalke 04. Der 54-jährige gebürtige Duisburger ist „als katholischer Priester die Mitgliedschaft und Umstrukturierung eines sehr krisengeschüttelten ‚Vereins‘, nämlich der Kirche, gewohnt“.

Für den S04-Aufsichtsrat wünscht er sich „menschliche, wirtschaftliche und strategische Kompetenzen“ und, dass Kandidaten zugleich wissen, „was dieser Verein bedeutet“. So sei der Klub „für die Menschen unserer Stadt ein Teil von Herz und Seele“.

FC Schalke 04: Karl-Werner Schulte will sich im Wahlausschuss mit „relevanten Fachkenntnissen“ einbringen

Karl-Werner Schulte: Der Professor für Immobilienwirtschaft und Unternehmer ist seit mehr als zwei Jahrzehnten Dauerkarteninhaber beim FC Schalke 04 und bereits seit 1965 Mitglied des Vereins. Der 75-Jährige sehe sich aus drei Gründen als geeigneter Kandidat: „Leidenschaft und Engagement für den Verein“, „Erfahrungen in der Unternehmensführung“ sowie „relevante Fachkenntnisse“.

Karl-Werner Schulte ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der IREBS Immobilienakademie. Von einem Kandidaten für den Aufsichtsrat erhoffe er sich mehrere Kompetenzen: „langjährige Verbundenheit zum Verein“, „Kenntnis der Besonderheiten des Vereins und seiner Strukturen“, „Kommunikations- und Konfliktlösungsfähigkeit sowie Gremienerfahrung“, „unabhängiges zielgerichtetes Denken“, „Orientierung am Leitbild des Vereins“ und „möglichst auch Fachkenntnisse auf wirtschaftlichem oder sportlichem Gebiet“.

FC Schalke 04: Torsten Wieland möchte im Wahlausschuss „Verständnis für die Vielfältigkeit des Vereins“ einbringen

Torsten Wieland: Vielen Fans ist der 49-Jährige vor allem als Blogger über den FC Schalke 04 bekannt. Sein eigener Blog wurde als „königsblog“ bekannt. Der gebürtige Duisburger, der heute in Gelsenkirchen-Resse lebt, war nie Mitglied einer großen Fanorganisation, ist aber seit 2007 Mitglied des S04. Durch den Blog „entstand viel Kommunikation und damit auch mein Verständnis für die Vielfältigkeit dieses Vereins, für die Wünsche seiner Mitglieder und Fans“.

Die Kandidaten für den Wahlausschuss des FC Schalke 04 bei der Mitgliederversammlung am 13. Juni: auch Karl-Werner Schulte (oben, l.), Torsten Wieland (oben, r.) und Markus Pottbäcker stellen sich zur Wahl.

Der Sachbearbeiter für Zeitwirtschaft und Betriebsplanung bei der Deutschen Post erwarte nicht von einem Aufsichtsratskandidaten, dass dieser „in Schalke-Bettwäsche geschlafen haben“ müsse. Dafür solle dem Kandidaten aber bewusst sein, „dass Schalke 04 keinen Fußball für Kunden produziert, sondern dass die große Kraft dieses Vereins aus der Masse an Menschen kommt, die Teil des Ganzen sind und sich mit dem Bild des Vereins identifizeren können möchten“.

FC Schalke 04: Anja Wortmann setzt im Wahlausschuss auf einen „respektvollen Dialog und Umgang miteinander“

Anja Wortmann: Die einzige weibliche Kandidatin ist seit 2007 Mitglied des FC Schalke 04 und wirkt zudem aktiv im Supporters Club mit. Die 46-jährige Diplom-Finanzwirtin gehört dem Wahlausschuss bereits an und sieht sich in der Lage, „wichtige Entscheidungen unter sachlichen Gesichtspunkten zu treffen“. Dazu setze sie auf einen „respektvollem Dialog und Umgang miteinander“.

Anja Wortmann ist seit 2007 Mitglied des FC Schalke 04 und erwartet mit Blick auf einen idealen Aufsichtsratskandidaten, „der übrigens nicht zwingend männlich sein muss“, „fundierte Erfahrung auf seinem Fachgebiet“. Dieses Gebiet könne im sportlichen, wirtschaftlichen oder rechtlichen Bereich liegen. Aktuell sei es für den Aufsichtsrat wichtig, „ein langfristiges und nachhaltiges Konzept zu entwickeln, um wieder dauerhaft sportlich erfolgreich zu sein“.

FC Schalke 04: Prof. Dr. Till Zech möchte im Wahlausschuss seine Erfahrungen aus dem Aufsichtsrat einbringen

Prof. Dr. Till Zech: Der Professor für Steuerrecht und Steuerberater war von 2008 bis 2011 Mitglied des Aufsichtsrats und „weiß daher, wie die Arbeit im Aufsichtsrat funktioniert und welche Anforderungen an die Mitglieder im Aufsichtsrat zu stellen sind“. Der 55-Jährige ist seit 1988 Mitglied des FC Schalke 04 und in diversen Vereinigungen tätig.

Für den Münsteraner müssen alle Aufsichtsräte „die Liebe zu unserem Verein und den Ehrgeiz mitbringen, den Wiederaufstieg kurzfristig zu schaffen und uns langfristig wieder in der Bundesliga-Spitze zu etablieren“. Zudem hat Till Zech einen genauen Plan für die Besetzung des Gremiums: „Es sollten jeweils zwei Aufsichtsräte aus den drei Bereichen Fußball, Finanzen und Marketing/Vertrieb kommen.“

FC Schalke 04: Michael Zylka sieht es für den Wahlausschuss von Vorteil, dass er den Verein „von der Fanszene bis zum Vorstand“ kenne

Michael Zylka: Der 60-Jährige ging im November 1988 als Drei-Tages-Präsident des FC Schalke 04 in die königsblaue Geschichte ein. Der Privatier machte seinen Betriebswirt mit Schwerpunkt im Personal- und Ausbildungswesen und ist seit 1973 S04-Mitglied. Er gehört dem Wahlausschuss bereits an und sieht es von Vorteil, „dass ich unseren Verein auf allen Ebenen, von der Fanszene über die Gremien bis zum Vorstand gut kenne“.

Die Kandidaten für den Wahlausschuss des FC Schalke 04 bei der Mitgliederversammlung am 13. Juni: auch Prof. Dr. Till Zech (oben, l.), Michael Zylka (oben, r.) und Anja Wortmann stellen sich zur Wahl.

Für Michael Zylka sei es bei der Auswahl eines geeigneten Aufsichtsratskandidaten wichtig, dass dieser neben sozialer Kompetenz „überdurchschnittliche Qualifikationen“ in seinem beruflichen Werdegang nachweisen könne – dazu sei ihm Erfahrung in Führungspositionen wichtig.

FC Schalke 04: Mitgliederversammlung mit Wahlen zum Wahlausschuss am 13. Juni – die Tagesordnung

  • 1. Eröffnung und Begrüßung
  • 2. Ehrungen und ggf. Wahlen ins Ehrenpräsidium
  • 3. Berichte der Gremien
  • 4. Aussprache über die Berichte
  • 5. Entlastungen
  • 6. Satzungsänderungsanträge
  • 7. Wahlen zum Aufsichtsrat
  • 8. Wahlen zum Wahlausschuss
  • 9. Wahlen zum Ehrenrat
  • 10. Verschiedenes
  • 11. Verabschiedung

Rubriklistenbild: © Kirchner-Media/FC Schalke 04, Montage: RUHR24

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