Ukraine-Krieg als Auslöser

Schalke 04: Tönnies bietet Millionen – aber neuer S04-Sponsor ist in Sicht

Clemens Tönnies will Schalke 04 nach dem Gazprom-Aus helfen. Ein neuer Sponsor ist im Gespräch.

Update, Montag (28. Februar), 18.15 Uhr: Inzwischen hat sich Schalke 04 von Hauptsponsor Gazprom getrennt. Und Clemens Tönnies bleibt dabei, dem S04 finanziell unter die Arme greifen zu wollen.

Schalke 04: Tönnies bietet Millionen-Hilfe – neuer Sponsor an der Angel

Laut Bild-Informationen will der einstige Aufsichtsratsvorsitzende für eine Saison als Geldgeber einspringen – angeblich ohne Gegenleistung. Einen Posten im Verein verlange Clemens Tönnies nicht. Der FC Schalke 04 hat dem Bericht zufolge noch nicht über das Angebot entschieden.

Zuvor hatte Sky aber berichtet, dass der FC Schalke 04 möglichst zeitnah einen neuen Hauptsponsor präsentieren will. Der potenzielle Nachfolger von Gazprom soll schon gefunden sein: Es handele sich um ein großes Unternehmen aus dem Ruhrgebiet. Dementsprechend könnte das Tönnies-Angebot ohnehin zu spät kommen. Laut Kicker eine heiße Schalke-Spur zum Wohnungsanbieter Vivawest führen.

NameClemens Tönnies
Geboren27. Mai 1956 (Alter 65 Jahre), Rheda-Wiedenbrück
BerufMiteigentümer und Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Tönnies Holding
Position beim FC Schalke 04Mitglied des Aufsichtsrats (1994 bis 2020, seit 2001 als Vorsitzender)

Schalke 04: Bei Gazprom-Aus – Clemens Tönnies bietet S04 jetzt Hilfe an

Erstmeldung, Samstag (26. Februar), 12.34 Uhr: Es war eine Inszenierung: Clemens Tönnies traf im Oktober 2006 den russischen Staatschef Wladimir Putin in Dresden und besiegelte den Gazprom-Deal des FC Schalke 04. Seit dem 1. Januar 2007 läuft der S04 mit dem Erdgasunternehmen auf der Trikotbrust auf – bis vor wenigen Tagen. Jetzt droht der endgültige Bruch mit dem Hauptsponsor.

In Absprache mit dem Sponsor entfernte FC Schalke 04 Gazprom vom Trikot, auf den Jerseys steht fortan lediglich „Schalke 04“. Eine Folge des Ukraine-Kriegs (zum Live-Ticker von RUHR24).

Allerdings steckt der S04 auch in einem Gazprom-Dilemma: Eine sofortige Auflösung des Vertrags kann sich der Klub angesichts von Zahlungen von 10 Millionen Euro jährlich in der zweiten Liga vonseiten des Sponsors kaum leisten. Zu Bundesliga-Zeiten waren es sogar 20 Millionen Euro. Daher bietet jetzt der ehemalige Aufsichtsratschef Clemens Tönnies seine Hilfe an.

Schalke 04: Clemens Tönnies würde S04 bei Gazprom-Aus „wahrscheinlich“ unterstützen

Der 65-Jährige war bis zum 30. Juni 2020 Vorsitzender des S04-Aufsichtsrats, ehe Clemens Tönnies zurücktrat. Zuvor gab es bereits heftige Proteste der Schalke-Fans gegen den milliardenschweren Fleisch-Mogul.

Immer wieder wurde Clemens Tönnies gefragt, ob er sich eine Rückkehr zum FC Schalke 04 vorstellen könne. Im Oktober 2020 lautete seine Antwort gegenüber der Welt: „Eine Funktion im Verein strebe ich nie mehr an“. Doch angesprochen auf ein finanzielles Engagement im Falle des Gazprom-Aus antwortete er jetzt der Bild: „Schalke bleibt für mich eine Herzensangelegenheit. Wenn ich irgendwo unterstützen könnte, würde ich es wahrscheinlich tun!“

Clemens Tönnies würde Schalke 04 unterstützen. Einst fädelte er den Gazprom-Deal ein und posierte mit Wlamidir Putin für ein Foto.

Schalke 04: Aufsichtsrat stimmte im Januar 2021 gegen Investment von Clemens Tönnies und Böklunder

Erst im Januar 2021 stimmte der S04-Aufsichtsrat gegen ein Investment von Clemens Tönnies. Dabei ging es laut dem damaligen Vorsitzenden des Gremiums, Jens Buchta, um eine vorzeitige Verlängerung des Sponsorenvertrags mit Böklunder, einem Unternehmen im Besitz von Tönnies.

Das Problem: Der 65-Jährige forderte eine Einstimmigkeit im Aufsichtsrat. „Diese Einstimmigkeit war für ihn Voraussetzung für seine Unterstützung“, so Jens Buchta.

Schalke 04: Aufsichtsrat Axel Hefer mit deutlicher Spitze gegen Clemens Tönnies

Dass der FC Schalke 04 jetzt unter neuer Führung im Falle einer Trennung von Gazprom auf Clemens Tönnies zukommen werde, scheint ausgeschlossen. Der aktuelle Aufsichtsratsvorsitzende Axel Hefer sagte im September 2021 gegenüber dem Vereinsmagazin Schalker Kreisel: „Der Verein soll nicht mehr von Einzelpersonen getrieben oder gar abhängig sein.“ Eine deutliche Spitze gegen den Fleisch-Mogul und ein Zeichen für die zukünftige Ausrichtung.

Rubriklistenbild: © Dmitry Astakhov/DPA, Tim Rehbein/RHR-Foto - Montage: RUHR24

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