Nachfolger von Sascha Riether

Schalke 04: Asamoah führt zwei Pflichten ein - neuer Team-Koordinator macht jetzt Ernst

Einer verliert das Lächeln auf Schalke trotz der katastrophalen Situation nicht. Gerald Asamoah bringt Licht in die königsgraue Tristesse – setzt sich aber ebenso für Pflichten ein.

Gelsenkirchen - Obwohl der FC Schalke 04 in seiner langen Bundesliga-Historie so schlecht dasteht, wie noch nie, verliert einer sein Lächeln nicht: Gerald Asamoah (42). Der 42-Jährige wies nun aber darauf hin, dass er nicht nur einfach der „Gute-Laune-Bär“ ist.

NameGerald Asamoah
Geboren3. Oktober 1978 (Alter 42 Jahre), Mampong, Ghana
EhepartnerinLinda Asamoah (verh. 2001)
KinderJerilynn Asamoah, Jaden Asamoah, Jada Asamoah
VaterWilliam Asamoah

FC Schalke 04: Gerald Asamoah ist als Team-Koordinator beim S04 derzeit mitgenommen

„Mir geht es gesundheitlich sehr, sehr gut“, grinste Gerald Asamoah am Dienstag (16. März) in einer digitalen Medienrunde in die Kamera auf die Frage nach seinem derzeitigen Gemütszustand. Angesichts der Corona-Pandemie ein durchaus berechtigter und nicht selbstverständlicher Hinweis. Der neue „Koordinator der Lizenzspielerabteilung vom FC Schalke 04“, wie die sperrige Bezeichnung der Position offiziell lautet, ist sich natürlich der schwierigen Lage bei den Königsblauen bewusst.

„Die Situation nimmt mich natürlich mit. Klar kann ich das nicht ausblenden. Etwas Vergleichbares habe ich noch nicht erlebt. Ebenso wenig, dass wir 0:5 gegen den VfL Wolfsburg verlieren“, sagt der 42-Jährige auf Nachfrage von RUHR24.

FC Schalke 04: Gerald Asamoah über den Einbruch nach einem S04-Gegentor erschrocken

Dass die Mannschaft zuletzt nach dem ersten Gegentor „zusammenbricht, beschäftigt mich. Das nimmt mich als Schalker mit. 30 Minuten lang war das Team gut, aber dann haben wir zu viele Geschenke gemacht.“

Im Zusammenhang mit der heftigen 0:5-Pleite des FC Schalke 04 in Wolfsburg wies Gerald Asamoah aber ebenso darauf hin, dass „die Mannschaft in den vergangenen Monaten viel auf den Deckel bekommen hat. Das ist nicht einfach. Sie sind natürlich selbst schuld, weil sie auf dem Platz stehen. Aber sie sind Menschen.“

U23-Manager Gerald Asamoah (r.) zählt wieder beim FC Schalke 04 zum Kreis der Profis.

FC Schalke 04: Gerald Asamoah beim S04 ein Bindeglied zwischen Peter Knäbel, Trainer und Mannschaft

Er sei daher jetzt als „Bindeglied zwischen Peter Knäbel, Trainer und Mannschaft dafür da, Lockerheit und Struktur hereinzubringen. Ich bin morgens der Erste und abends der Letzte. Ich bin sehr motiviert und will mitanpacken.“

Allerdings gelte das beim FC Schalke 04 nicht nur für Gerald Asamoah selbst, sondern für das gesamte Team. Er wolle über seinen Vorgänger nicht schlecht reden, unterstreicht der langjährige Publikumsliebling des S04. Dennoch hat er schon die eine oder andere Änderung vorangetrieben.

FC Schalke 04: Gerald Asamoah führt beim S04 Pflichten ein, wie er es von Huub Stevens kennt

„Vorher durfte jeder beim Frühstück kommen und gehen, wie er wollte. Ich kenne es noch von Huub Stevens, dass das aber gemeinsam gemacht wird. Zudem bieten wir nicht nur Deutsch-Unterricht an, sondern ich verlange, dass das angenommen wird.“

Gerald Asamoah wisse natürlich selbst, „dass das nicht der Grund ist, warum wir verlieren. Aber es sind kleine Baustellen“, wie der Team-Koordinator des FC Schalke 04 betont.

FC Schalke 04: Gerald Asamoah freut sich über die Rückkehrer Klaas-Jan Huntelaar und Goncalo Paciencia

Etwas Hoffnung mache ihm die bevorstehende Rückkehr von den Stürmern Goncalo Paciencia (26) und Klaas-Jan Huntelaar (37). Beide Stürmer absolvierten am Dienstag Teile des Mannschaftstrainings.

Gerald Asamoah könnte sich gut vorstellen, dass sie nach den anstehenden Länderspielen dem FC Schalke 04 wieder voll zur Verfügung stehen. „Sie sind motiviert, freuen sich wieder am Ball zu sein, sind erfahren und bringen Energie mit. Wir müssen aber natürlich aufpassen, sie nicht zu schnell wieder kaputtzumachen.“

Gerald Asamoah (2.v.l.) muss beim FC Schalke 04 derzeit alle Spieler aufbauen.

FC Schalke 04: Gerald Asamoah will den Abstieg vom S04 noch nicht endgültig hinnehmen

Die Hoffnung auf den Klassenerhalt hat Gerald Asamoah aber noch nicht ganz aufgegeben. „Ich will uns noch nicht ganz abschreiben und wir sollten die Saison nicht einfach jetzt herschenken. Aber natürlich planen wir schon die 2. Liga“, so der 42-Jährige.

Wie es dann mittelfristig beim FC Schalke 04 weitergeht, wisse er auch nicht. Ob er tatsächlich über den Sommer hinaus Koordinator bei den Profis bleibt oder doch zurück auf seine Manager-Position in der U23 geht, ist ebenso unklar, wie die Besetzung des Sportvorstandes.

FC Schalke 04: Gerald Asamoah erinnert sich an Spieler-Zeit unter Ralf Rangnick gerne zurück

Derzeit dreht sich alles um Ralf Rangnick (62). „Was in der Zukunft passiert, kann ich nicht beeinflussen. Ich konzentriere mich auf das Hier und Jetzt. Ich kenne Ralf noch als mein Trainer. Das war eine erfolgreiche Zeit, in der wir erst im DFB-Pokal-Finale gegen den FC Bayern verloren und in der Liga Zweiter wurden.“

Kontakt in den vergangenen Jahren hatte Gerald Asamoah zum 62-Jährigen nicht, wie er auf Nachfrage von RUHR24 zugibt. Auch nicht, um möglichen Input für seinen Manager-Posten einzuholen.

„Peter Knäbel hat mich sehr gut unterstützt und Christian Heidel hat mir die Chance überhaupt erst gegeben. Ansonsten habe ich versucht, die Art von Gerald Asamoah mit einzubringen“, gibt der 42-Jährige zu Protokoll. Natürlich lächelnd.

Rubriklistenbild: © Jürgen Fromme/Kirchner-Media

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