Interview nach dem S04-Abstieg

Live im TV und unter Tränen: Gerald Asamoah rechnet mit Schalke-Profis ab

Gerald Asamoah gilt beim FC Schalke 04 als „Gute-Laune-Bär“, doch in Bielefeld liefen ihm die Tränen durchs Gesicht. Nach dem Bundesliga-Abstieg droht er den S04-Profis mit Konsequenzen.

Gelsenkirchen – Der Bundesliga-Abstieg des FC Schalke 04 steht fest. Die 0:1-Niederlage bei Arminia Bielefeld versetzte S04 den K.o.-Schlag am 30. Spieltag. Einen nahm das besonders mit: Gerald Asamoah (42). Der Teammanager der Königsblauen konnte seine Tränen nach dem Spiel nicht zurückhalten.

NameGerald Asamoah
Geboren3. Oktober 1978 (Alter 42 Jahre), Mampong, Ghana
EhepartnerinLinda Asamoah (verh. 2001)
KinderJaden Asamoah, Jerilynn Asamoah, Jada Asamoah
Position beim FC Schalke 04Koordinator der Lizenzspielerabteilung

FC Schalke 04: Gerald Asamoah rechnet nach Abstieg in Bielefeld gnadenlos mit den S04-Profis ab

Es waren ungewohnte Bilder des früheren deutschen Nationalspielers, den man im Grunde nur lächelnd kennt. Die Lippe bebte, Tränen flossen – Gerald Asamoah nahm der feststehende Bundesliga-Abstieg am Dienstagabend (20. April) in Bielefeld sehr mit.

„Man hat so viel erlebt und so viel gesehen, wir wussten, was auf uns zukommt. Aber das ist schon brutal. Ich bin über 20 Jahre im Verein und hätte nie gedacht, dass es so kommt“, sagte Gerald Asamoah nach dem Spiel im Sky-Interview.

FC Schalke 04: Gerald Asamoah kam im Jahr 1999 zum S04 – Abstieg nach über 20 Jahren

Im Jahr 1999 wechselte er von Hannover 96 zum FC Schalke 04. Wenngleich Gerald Asamoah von 2010 bis 2013 die Trikots von St. Pauli und Greuther Fürth trug, hatte er den S04 immer im Herzen. „Blau und Weiß ein Leben lang“, das Motto passt zu „Blondie“, wie er von Fans und Mitspielern genannt wird.

Seit Ende Februar hat er einen neuen Job auf Schalke: Vom U23-Teammanager stieg er zu den Profis auf, offiziell nennt sich die Stellenbezeichnung „Koordinator der Lizenzspielerabteilung“. Zu seinem Start als Team-Koordinator führte Gerald Asamoah beim S04 zwei Pflichten ein. Dabei ging es um gemeinsame Frühstücke vor dem Training sowie ein verpflichtender Deutsch-Unterricht.

Gerald Asamoah ist traurig, der FC Schalke 04 steigt aus der Bundesliga ab. Jetzt rechnet er mit den S04-Profis ab.

FC Schalke 04: Die Abrechnung des Gerald Asamoah nach dem Bundesliga-Abstieg

Einen Abstieg hat Gerald Asamoah als Spieler zwar mit Greuther Fürth mitgemacht, doch mit dem FC Schalke 04 ist die Beziehung noch inniger. Der eigentliche „Gute-Laune-Bär“ vergoss bittere Tränen und holte dann im Sky-Interview zu einer Abrechnung aus, nach der sich so mancher S04-Spieler vor ihm fürchten sollte.

„Wenn du Tabellenletzter bist und 13 Punkte hast, und dann einer sagt, er hat alles gegeben, dann weiß ich nicht, was ich mit der Person machen würde“, so Gerald Asamoah am Mittwochabend. Nach der 0:4-Niederlage des S04 in Freiburg habe er eine Reaktion erwartet. Doch die blieb aus. 5:15-Torschüsse in Bielefeld sprechen eine deutliche Sprache gegen einen Abstiegskonkurrenten.

Gerald Asamoah (FC Schalke 04) nach Abstieg in Bielefeld: „Spieler sollen sich hinterfragen“

Vom unbedingten Willen, den Gerald Asamoah stets auch in aussichtslosen Situationen auf dem Platz verkörperte, war nur bei den wenigsten Schalke-Spielern etwas zu sehen. Bezeichnend: Nach dem Spiel saß Timo Becker (24) alleine auf der Ersatzbank und verdrückte viele Tränen. Seine Teamkollegen waren da schon im Kabinentrakt verschwunden.

Timo Becker wird Gerald Asamoah mit seiner Aussage wohl nicht explizit gemeint haben, als er nach der Partie sagte: „Die Farben von Schalke zu tragen, bedeutet sehr viel. Jeder sollte sich hinterfragen, ob er alles getan hat, um den Verein am Leben zu halten.“ In die gleiche Kerbe schlug Sky-Experte Lothar Matthäus (60): „Die haben da viel Geld verdient und spielen ein bisschen Fußball. Aber Schalke ist mehr!“

FC Schalke 04: Gerald Asamoah verbreitet Optimismus trotz Bundesliga-Abstieg

Doch Gerald Asamoah wäre nicht Gerald Asamoah, wenn er nicht zum Zeitpunkt der größten Trauer positiv denken würde: „Ich weiß, was wir im Hintergrund machen. Ich bin optimistisch, dass wir da rauskommen.“ Sportvorstand Peter Knäbel (54) versprach den trauernden S04-Fans ebenfalls eine baldige Rückkehr in die Bundesliga: „Wir werden alles tun, um den Verein dahin zu bringen, wo er hingehört.“

Ob dafür auch bereits in den kommenden Tagen personelle Veränderungen im Kader folgen müssten, wie sie Gerald Asamoah zwischen den Zeilen ankündigte, ließen die S04-Verantwortlichen offen. Trainer Dimitrios Grammozis (42) sagte auf der Pressekonferenz nach dem Bielefeld-Spiel: „Wir wollen eine Mannschaft auf die Beine stellen, auf die die Fans wieder stolz sein können. Eine Truppe auf den Platz schicken, die dieses Wappen wieder würdig vertritt.“

Rubriklistenbild: © Tim Rehbein/RHR-FOTO via Kirchner-Media

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