Finanzvorständin gewährt Einblicke

Finanz-Probleme noch größer: FC Schalke 04 zeichnet düsteres Bild für die Zukunft

Der FC Schalke 04 kämpft aktuell mit massiven finanziellen Problemen. Einige Details belasten den S04 noch mehr als zunächst angenommen.

Gelsenkirchen – Die Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 musste nach rund sechs Stunden abgebrochen werden. Dennoch konnte die Veranstaltung für einige neue Erkenntnisse sorgen.

Verein FC Schalke 04
Trainer Dimitrios Grammozis
Arena Veltins-Arena
Kapazität62.271
Gründung4. Mai 1904

FC Schalke 04: Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers gewährt düstere Einblicke in S04-Finanzen

Für diese sorgte vor allem Christina Rühl-Hamers, die Finanzvorständin des FC Schalke 04. Die Rede der 44-Jährigen auf der Mitgliederversammlung der „Knappen“ wurde mit Spannung erwartet, war sie doch ihre Premier als Verantwortliche.

Die gravierenden finanziellen Probleme des S04 waren bereits vor der Versammlung hinlänglich bekannt. 217 Millionen Euro Verbindlichkeiten plagen den Bundesliga-Absteiger aktuell. Das ging bereits aus dem jüngsten Geschäftsbericht hervor.

FC Schalke 04: Christina Rühl-Hamers spricht unverblümt über Finanz-Probleme des S04

Dass Christina Rühl-Hamers sich daher der Metaphorik eines „vollgepackten Rucksacks“ bediente, um auf die wirtschaftliche Schieflage des FC Schalke 04 hinzuweisen, ist wenig verwunderlich. Man werde nicht in die Knie gehen, aber es sei schwer, überhaupt vom Fleck zu kommen, ergänzte die 44-Jährige zu den „königsblauen“ Finanz-Problemen.

Dennoch sorgte die Finanzvorständin zumindest für etwas Erleichterung bei den zugeschalteten Mitgliedern: „Wir haben die Lage im Griff, gut ist sie aber nicht. Die Zahlen sind bekannt und die kann man nicht schön reden.“

Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers spricht Klartext über die finanzielle Lage des FC Schalke 04.

FC Schalke 04: Christina Rühl-Hamers offenbart Finanz-Dilemma des S04 rigoros

Bei genauerem Hinsehen respektive Zuhören wurde das ganze Ausmaß des S04-Dilemmas allerdings rigoros offenbart: „Wir müssen in den kommenden Jahren 12,5 Millionen Euro für Spieler zahlen, die letzte Saison gar nicht für uns gespielt haben“, so Christina Rühl-Hamers.

Namen verriet die Finanzvorständin der „Knappen“ nicht, aber es ist auch so klar, dass es sich bei besagten Spielern unter anderem um Sebastian Rudy handelte, der im Sommer 2018 für 16 Millionen Euro vom FC Bayern München zum S04 gewechselt war.

FC Schalke 04: Ablösen belasten S04 – Christina Rühl-Hamers verrät bei der Mitgliederversammlung Details

Unüblich sind vereinbarte Ratenzahlungen bei Transfers nicht, dennoch schmerzen Ausgaben jener Art aus Sicht des FC Schalke 04 natürlich doppelt. Schließlich sind sie bei weitem nicht die einzige Last, die den prallgefüllten Rucksack des S04 aktuell füllen.

Denn Christina Rühl-Hamers musste den Mitgliedern noch eine weitere Hiobsbotschaft offenbaren: „Nach dem Abstieg sinken unsere Einnahmen durch Medienerlöse und Sponsoring um 80 Millionen Euro“, so die 44-Jährige. Zudem belasten den S04 in den kommenden Jahren Rückzahlungen in Höhe von 35 Millionen Euro für ein Corona-Darlehen.

FC Schalke 04: Christina Rühl-Hamers spricht über Auswirkungen der Corona-Pandemie auf S04

Der FC Schalke 04 wurde neben den wirtschaftlichen Folgen des Bundesliga-Abstiegs auch in voller Härte von der Corona-Pandemie getroffen. Mit jedem Heimspiel ohne Zuschauer gingen dem Klub beispielsweise rund 2 Millionen Euro durch die Lappen. Insgesamt seien wegen Corona alleine im letzten Geschäftsjahr 70 Millionen Euro Einnahmen weggebrochen. Finanzielle Reserven oder gar externes Kapital konnten die „Knappen“ dem nicht entgegenstellen.

Man dürfe sich daher nicht mehr treiben lassen. „Sportliche Vernunft ist gefragt. Mit mir gibt es keine Wetten auf die Zukunft. Wir geben nur das aus, was wir haben und nicht, was wir glauben oder hoffen in Zukunft zu haben. Wir haben über Jahre kurzfristige sportliche Erfolge über Nachhaltigkeit gestellt. Das war mit einem hohen Risiko verbunden“, führt die Finanzvorständin fort.

FC Schalke 04: Knappenschmiede soll laut Christina Rühl-Hamers Fundament des S04 bilden

„Für Peter Knäbel und mich ist nicht nur der kurzfristige sportliche Erfolg wichtig, sondern eine Wertsteigerung der Spieler. Daher wird der Etat der Knappenschmiede weiterhin unser Fundament bleiben“, versichert Christina Rühl-Hamers. Auch bei Neuzugängen ist ein Paradigmenwechsel unausweichlich, wie die neue Transfer-Strategie des FC Schalke 04 untermauert. Denn eine Wertsteigerung konnten zuletzt lediglich die allerwenigsten Einkäufe der „Knappen“ erzielen.

Für Christina Rühl-Hamers bildet die Knappenschmiede das Fundament des FC Schalke 04.

Trotz aller Selbstkritik gewährte Christina Rühl-Hamers auch einen Blick in die sportliche Zukunft des S04: „Wir haben einen Zweitliga-Etat aufgestellt, der es uns ermöglicht, unsere Ambitionen zu erreichen. Sogar ein weiteres Jahr in der 2. Liga ist berücksichtigt“, so die 44-Jährige.

FC Schalke 04: Christian Rühl-Hamers sieht S04 vor einer „richtig guten Zukunft“

„Wir stehen trotz allem vor einer guten, vor einer richtig guten Zukunft. Wir müssen die Brocken aus dem Rucksack loswerden und haben dann mehr Bewegungsfreiheit. Die Qualität an Entscheidungen muss besser werden. Das greift nicht direkt, aber es wird dauern und dafür werden viele Anstrengungen nötig sein“, zeigt sich Christina Rühl-Hamers auf der Mitgliederversammlung des S04 kämpferisch.

Einen ersten Grundstein, um den Finanz-Problemen entgegenzuwirken, legten die „Knappen“ in persona von Alexander Jobst gleich selbst. Und zwar winkt dem FC Schalke 04 durch den Verkauf einer E-Sport-Lizenz ein Mega-Betrag.

FC Schalke 04: Diese Maßnahmen ergreift der S04 gegen die akuten Finanz-Probleme

Genauer gesagt wird sich der S04 sehr wahrscheinlich vom Computerspiel „League of Legends“ trennen. Nach RUHR24-Informationen winken dem FC Schalke 04 für den Verkauf des Startplatzes in der „League of Legends European Championship“ (LEC) etwa 30 Millionen Euro.

Mit dem Verkauf von Suat Serdar zu Hertha BSC konnte der FC Schalke 04 zusätzliche Einnahmen generieren. Laut Medienberichten ließ sich die Hertha den Transfer des 24-Jährigen rund acht Millionen Euro kosten. Um weitere Kosten zu reduzieren, hat der Verein zudem das Projekt „Berger Feld“ erst einmal gestoppt.

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