S04-Schiff wankt gewaltig

FC Schalke 04 stark gefährdet – Studie stellte königsblaue Existenz infrage

Laut einer Studie ist die Existenz vom FC Schalke 04 stark gefährdet. Demnach ist die Zukunft des S04 alles andere als gesichert.

  • Eine Studie der Handelshochschule Leipzig sieht die Zukunft von drei Bundesliga-Klubs durch die Coronavirus-Krise als stark gefährdet an.
  • Einer dieser drei Klubs ist der FC Schalke 04, was trotz der Untersuchungen Professor Dr. Henning Zülch etwas irritiert.
  • Dass der S04 trotz seiner "Knappenschmiede" nur wenig Transfer-Erlöse erzielt, ist demnach eines von mehreren Problemen.

Gelsenkirchen - Erst vor wenigen Tagen unterstrich Alexander Jobst (46) noch, dass die Lage beim FC Schalke 04 trotz der Bundesliga-Fortsetzung ernst sei. Wie ernst, wollte der Vorstand des S04 für Marketing und Kommunikation aber nicht sagen.

FC Schalke 04 laut Studie besonders gefährdet – Lage bei S04 bedrohlich

Geht es nach einer Studie der Handelshochschule Leipzig um den Wirtschaftswissenschaftler Professor Dr. Henning Zülch (46), ist der FC Schalke 04 besonders gefährdet. Sportschau.de hat am Tag der Veröffentlichung der wissenschaftlichen Arbeit "Die Bundesliga – und ihre Zukunft" mit dem 46-Jährigen gesprochen.

"Ein 'Weiter so' kann es nicht mehr geben", sagt Henning Zülch. Demnach sei die Situation sogar bei vielen Klubs bedrohlich, da zu wenig Wert auf eine langfristige Strategie gelegt werde."

FC Schalke 04: Existenz vom S04 wie von Union Berlin und SC Paderborn laut Studie gefährdet

Ganz konkret benennt die Studie neben dem FC Schalke 04 (alle Artikel unter RUHR24.de) noch die Bundesliga-Klubs Union Berlin und SC Paderborn, deren Existenz stark gefährdet sei. Aus der 2. Bundesliga kommen der 1. FC Nürnberg, VfL Osnabrück und der Karlsruher SC hinzu.

Das zähle für sieben weitere Klubs aus der 2. Liga mit "auf Kante genähten Etats" ebenso. "Vielfach wird sehr viel Risiko gegangen, was sich natürlich dann auch in der finanziellen Situation, erhöhten Verbindlichkeiten und einem negativen Eigenkapital dann abbildet."

Professor Dr. Henning Zülch hat mit der Handelshochschule Leipzig die Zukunft der Bundesliga untersucht.

FC Schalke 04: Millionen-Verluste in 2019 und S04 rechnet mit weiteren Millionen-Verlusten in 2020

Zuletzt hatte Peter Peters (57), Finanzvorstand beim FC Schalke 04, einen Millionen-Verlust über 27 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2019 vorgestellt. Darüber hinaus rechnete der S04 zu Beginn des Jahres damit, im Geschäftsjahr 2020 einen Verlust zwischen 10 und 25 Millionen Euro einzufahren – da war die Coronavirus-Krise aber noch gar nicht mit einberechnet.

Peter Peters betonte bei dem Geschäftsbericht, dass die Verbindlichkeiten über knapp 200 Millionen Euro im Gegensatz zu den 250 Millionen Euro Umsatz nicht die wichtigste Kennzahl sei. Das Eigenkapital in Gelsenkirchen rund um die 2019 abbezahlte Veltins-Arena sei darüber hinaus enorm.

FC Schalke 04: Henning Zülch über Existenz-Probleme beim S04 etwas überrascht

Auf Grundlage dieser öffentlich bekannten Zahlen entstand auch die Studie der Handelshochschule Leipzig. Vielerorts habe "ein hohes Maß an Intransparenz" geherrscht, wie Henning Zülch betonte. Nur acht Teams kamen der Bitte nach weiterem Zahlenmaterial nach.

Der Wirtschaftswissenschaftler wundert sich insbesondere beim FC Schalke 04 über die existenziellen Probleme. Der S04 sei in bestimmten Bereichen "gar nicht so schlecht aufgestellt, aber er bringt die PS nicht auf die Straße."

FC Schalke 04: "Knappenschmiede" müsste S04 mehr Erlöse durch Transfers bringen 

Was Henning Zülch damit meint: Vor allem durch die Arbeit der weltberühmten "Knappenschmiede" müsse der FC Schalke 04 eigentlich mehr Geld durch Transfers erzielen. Ausgerechnet das Beispiel des Konkurrenten BVB (das Derby gegen den S04 im Live-Ticker) würde zeigen, das der Klub regelmäßig 30 bis 40 Prozent der Erlöse aus Transfers von Spielern aus der eigenen Jugend ziehe.

Die Arbeit im Nachwuchs war elementarer Bestandteil der Studie. Hinzu kamen wie oben erwähnt die Basis der Finanzen sowie die Management-Qualität und der sportliche Erfolg.

Jochen Schneider, Sportvorstand beim FC Schalke 04, darf im Prinzip kein Geld für Neuzugänge ausgeben, soll aber Geld durch Verkäufe einnehmen.

FC Schalke 04: Existenz vom S04 wegen schlechter Transfers und ausbleibendem Erfolg gefährdet

Letzteres blieb zuletzt beim FC Schalke 04 häufiger aus als noch zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts. Noch dazu wurden im Management teure Transfer-Fehler gemacht.

Sei es bei Transfers von Neuzugängen oder den (teils unfreiwilligen) ablösefreien Abgaben wertvoller Spieler. Sportvorstand Jochen Schneider (49), erst seit einem Jahr beim S04, will das ändern und sieht in Sachen Ausgliederung zwei Betrachtungsweisen. Die Frage ist offenbar aber, wie viel Zeit der Klub dafür noch hat.

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