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Schalke 04: Ex-Trainer packt jetzt über Morddrohungen von S04-Fans aus

Ex-Marketing-Chef Alexander Jobst und Ex-Aufsichtsratsboss Jens Buchta packten bereits aus. Jetzt verriet auch ein Ex-Trainer des FC Schalke 04, dass er Morddrohungen erhielt.

Gelsenkirchen – Die Jahre 2020 und 2021 dürften eines der unrühmlichsten Kapitel in der Vereinsgeschichte des FC Schalke 04 gewesen sein. Nicht nur sportlich schrieb der Klub aufgrund des Bundesliga-Abstiegs Negativ-Schlagzeilen. So packte Ex-Marketingchef Alexander Jobst etwa über Horror-Drohungen von S04-Fans sogar gegen seine Kinder aus.

NamePeter Neururer
Geboren26. April 1955 (Alter 66 Jahre)
Größe1,88 Meter

Schalke 04: Ex-Trainer erhielt Morddrohungen von S04-Fans

Gegenüber der Bild verriet er im April 2021, er habe Aufforderungen bekommen wie „mich mit Benzin zu übergießen und zu verbrennen“ oder Drohungen wie „Wir wissen, wo deine Kinder zur Schule gehen. Bist du sicher, dass sie jeden Tag nach Hause kommen?“ Auch der damalige S04-Boss Jens Buchta und dessen Familie wurde heftig bedroht.

Nur wenige Tage später kam es zu den schlimmen Jagd-Szenen, als Fans die Profis des FC Schalke 04 angriffen. Jetzt gesteht ein Ex-Trainer der „Knappen“, dass er im Sommer 2021 Morddrohungen erhalten habe.

Schalke 04: Ex-Trainer Peter Neururer glaubte zu Saisonbeginn nicht an den Wiederaufstieg

Gerade im Internet ist der Ton spürbar rauer geworden. Grenzen scheint es für einige Menschen offenbar keine zu geben. Schalke 04 und Rivale Borussia Dortmund wehrten sich im Februar 2021 gegen Hass auf Instagram. Kommentare wie „Ich hoffe, du stirbst“ sollen keine Seltenheit sein.

Ähnliche Nachrichten soll auch Ex-S04-Trainer Peter Neururer erhalten haben. Der 66-Jährige sagte im Juli 2021 gegenüber der Sport Bild mit Blick auf die Chancen der Königsblauen auf den sofortigen Wiederaufstieg: „Dass Schalke sofort wieder aufsteigt – im Leben nicht.“ So führte er weiter aus: „Bei der Truppe, die da bisher zusammengestellt wurde, habe ich nicht allzu viel Optimismus, dass sie dazu imstande ist.“

Schalke-Fans sollen Peter Neururer (l.), hier mit S04-Trainer Dimitrios Grammozis, Morddrohungen geschickt haben.

Schalke 04: Morddrohungen gegen Ex-Trainer Peter Neururer nach Aufstiegs-Aussage

Die Aussagen kamen offenbar bei einigen Fans überhaupt nicht gut an. Das Fass schwappte über. „Jeder weiß, dass Schalke ein Klub ist, der mir wegen meiner Zeit als Trainer dort, nicht gleichgültig ist. Zu Beginn der Saison erhielt ich dennoch Morddrohungen – weil ich gesagt hatte, dass ich zwar hoffe, dass der sofortige Wiederaufstieg gelingt, aber nicht daran glaube. Da kochte die Fan-Seele von einigen Königsblauen über“, verriet Peter Neururer jetzt der Bild.

Nach 18 Spieltagen „überwinterte“ der FC Schalke 04 auf Tabellenplatz vier der 2. Bundesliga, fünf Punkte hinter einem direkten Aufstiegsrang – und Peter Neururer revidiert nun seine Aussage: „Wenn es gelingt, Konstanz ins Spiel der Mannschaft zu bekommen, ist der Aufstieg tatsächlich drin. Und das trotz sechs Pleiten, die man schon bis jetzt kassiert hat. Das darf sich im neuen Jahr natürlich nicht wiederholen.“

Schalke 04: Peter Neururer möchte Relegationsspiel zwischen S04 und VfL Bochum umgehen

Ohne eine neuerliche Kritik an seinem „Herzensverein“ wollte Peter Neururer aber auch nicht. Dimitrios Grammozis halte er zwar für einen Trainer, der alles mitbringe, „um mit den ‚Knappen‘ wieder ins Fußball-Oberhaus zurückzukehren“. Doch der Rucksack der vielen Niederlagen in der Abstiegssaison wiege immer noch schwer. Neururer sagt: „Es wäre für alle Beteiligten leichter gewesen, er hätte ohne diesen Makel an die Aufgabe Wiederaufstieg ran gehen können.“

Er selbst wünsche sich aber den direkten Wiederaufstieg des FC Schalke 04. Nur eine Konstellation würde ihm nicht behagen. „Nicht auszudenken, sie würden Dritter – und der Bundesliga-Gegner hieße VfL Bochum. Für mich ein Fiasko, wo ich beiden Klubs tief verbunden bin.“ Beim S04 saß Peter Neururer für rund anderthalb Jahre auf der Trainerbank, beim Revier-Nachbarn insgesamt knapp fünf Jahre.

Rubriklistenbild: © Tim Rehbein/RHR-FOTO

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