Finanziell angeschlagener S04

Zocker-Lizenz jetzt offiziell verkauft: FC Schalke 04 nennt öffentlich die Mega-Summe

Der FC Schalke 04 erhält einen Millionen-Segen für den Verkauf einer E-Sport-Lizenz. Die Summe ist jetzt bekannt, wie der S04 sie einsetzen will auch.

Gelsenkirchen – Die finanzielle Situation des FC Schalke 04 ist bedrohlich. Die Entscheidung des S04, die E-Sport-Lizenz für die League of Legends European Championship zu verkaufen, bestätigte der scheidende Marketingvorstand Alexander Jobst bereits bei der abgebrochenen Mitgliederversammlung am 13. Juni. Jetzt ist auch die Summe klar, die die „Knappen“ für den Verkauf erhalten.

VereinFC Schalke 04
Gründung4. Mai 1904
StadionVeltins-Arena
Kapazität62.271 Zuschauer
OrtGelsenkirchen

FC Schalke 04 verkauft E-Sport-Lizenz: Millionen-Betrag für den S04

„Wir haben uns die Entscheidung schwer gemacht, dass wir uns von diesem Geschäftsbereich sehr wahrscheinlich trennen müssen“, sagte Alexander Jobst. Am Dienstagnachmittag (29. Juni) bestätigte der FC Schalke 04 den Verkauf der Lizenz, die die „Knappen“ im Jahr 2018 für rund 8 Millionen Euro erworben hatten.

Zunächst war beim Verkauf die Rede von 30 Millionen Euro auf einen Schlag für Schalke 04, ganz so hoch fällt die Summe nicht aus. Der S04 erhält 26,5 Millionen Euro von der Schweizer E-Sport-Organisation Team BDS für die Teilnahmeberechtigung am europäischen League-of-Legends-Spitzenwettbewerb. Da die Saison 2021 bereits läuft, tritt der Übergang der Lizenzrechte erst im Frühjahr 2022 in Kraft.

FC Schalke 04: Verkauf der E-Sport-Lizenz „notwendig“ für den S04

„Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie und das Nichterreichen der sportlichen Ziele im Kerngeschäft in der Saison 2020/21 haben die Entscheidung notwendig gemacht“, erklärt Dr. Claudio Kasper, Geschäftsführer der FC Schalke 04 E-Sports GmbH in einer Vereinsmitteilung. So sei der Bundesliga-Abstieg ein Grund für den Verkauf der Lizenz.

Bei der abgebrochenen Mitgliederversammlung am 13. Juni zeichnete der FC Schalke 04 ein düsteres Finanz-Bild für die Zukunft. 217 Millionen Euro Verbindlichkeiten plagen den S04, wie der jüngste Geschäftsbericht aufzeigt. Durch den Abstieg sinken die Einnahmen der Medienerlöse und des Sponsorings um 80 Millionen Euro. Dazu gingen dem Klub für jedes Heimspiel ohne Fans rund 2 Millionen Euro durch die Lappen.

Marketingvorstand Alexander Jobst kündigte den Verkauf der E-Sport-Lizenz des FC Schalke 04 bereits an, jetzt ist auch die Summe klar.

FC Schalke 04: Verkauf der E-Sport-Lizenz dient der „Stabilisierung des Kerngeschäfts“

Der Mega-Schuldenberg zwang den FC Schalke 04 bereits im April zu einem drastischen Schritt: Das Bauprojekt „Berger Feld“ wurde sofort gestoppt. So wurden unter anderem der Bau eines Fan- und Besuchergebäudes und einer neuen Geschäftsstelle auf Eis gelegt.

Jetzt folgt der nächste Schritt: Mit dem Verkauf der E-Sport-Lizenz wolle der S04 „den vorhandenen Vermögenswert, den der E-Sport unweigerlich bietet, veräußern, um so dringend benötigte Mittel für die Stabilisierung des Kerngeschäfts zu erlösen“, wie Dr. Claudio Kasper in der Vereinsmitteilung zitiert wird. Das Kerngeschäft ist klar: der Profifußball.

FC Schalke 04: 26,5 Millionen für E-Sport-Lizenz – weitere Einnahmen können folgen

So muss der FC Schalke 04 auch Lizenz-Auflagen erfüllen, um einem möglichen Abzug von sechs Punkten in der zweiten Liga zu entgehen. Dass dieser Fall tatsächlich eintritt, ist laut Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers aber sehr unwahrscheinlich: „Sogar ein weiteres Jahr in der zweiten Liga haben wir aus finanzieller Sicht konkret in unseren Planungen als ein Szenario berücksichtigt.“

Tim Schwartmann alias Tim Latka gehört der E-Sport-Abteilung des FC Schalke 04 an und spielt vor allem die Fußballsimulation „FIFA“.

Dennoch sollen die 26,5 Millionen Euro helfen, den S04 weiter stabilisieren zu können. Weitere Einnahmen könnten in den kommenden Tagen und Wochen noch dazu kommen. Am Dienstag (29. Juni) ist der FC Schalke 04 zwar mit 27 Spielern im Trainingslager angekommen, doch Spieler wie Matija Nastasic, Hamza Mendyl, Omar Mascarell, Amine Harit und der nicht mitgereiste Ozan Kabak könnten den Klub noch verlassen.

FC Schalke 04 nach Verkauf der E-Sport-Lizenz: FIFA und PES beim S04 auf dem Prüfstand

Der Verkauf der Lizenz soll allerdings nicht gleichbedeutend mit einem kompletten Ende der E-Sport-Abteilung beim S04 sein. „Nach einem intensiven Verkaufsprozess können sich die Verantwortlichen nun mit der Frage beschäftigen, wie es mit den Fußballsimulationen und der League-of-Legends-Prime-League auf Schalke weitergehen wird“, so E-Sport-Geschäftsführer Tim Reichert.

Nach Informationen dieser Redaktion sei zwar nur der League-of-Legends-Bereich aus wirtschaftlicher Sicht überhaupt interessant. Doch die Fußballsimulationen PES und FIFA, bei denen der FC Schalke 04 mit seinem Profi-Team spielbar ist, gehen zumindest in die Richtung der Kernkompetenz des Klubs. So wie es Alexander Jobst bei der abgebrochenen Mitgliederversammlung ausdrückte: „Wir wissen bei Schalke: Wir sind am Ende ein Fußballklub.“

Rubriklistenbild: © FC Schalke 04

Mehr zum Thema