S04 spielt nur Remis

Trotz spätem Ausgleich von Aue: Schalke 04 freut sich über ein „geglücktes Experiment“

Nach 55 guten Minuten schenkte der FC Schalke 04 das Spiel gegen Erzgebirge Aue her. Trotzdem freute sich der S04 anschließend über spezielle Fortschritte.

Gelsenkirchen - Der bis dato letzte Heimsieg des FC Schalke 04 ist mittlerweile über sieben Monate her. Selbst in der zweiten Liga hat der Bundesliga-Absteiger es nach zwei Versuchen noch nicht geschafft, einen Dreier im eigenen Stadion einzufahren.

NameDimitrios Grammozis
Geboren8. Juli 1978 (Alter 43 Jahre), Wuppertal
Aktuelles TeamFC Schalke 04

FC Schalke 04: Ein Punkt aus zwei Heimspielen - Dimitrios Grammozis unzufrieden

Gegen den HSV setzte es am ersten Spieltag trotz einer 1:0-Führung eine 1:3-Niederlage. Gegen Erzgebirge Aue spielte der FC Schalke 04 nur 1:1 – trotz einer erneuten 1:0-Führung. „Ein Punkt aus zwei Heimspielen ist für unsere Ansprüche zu wenig“, unterstrich selbst Trainer Dimitrios Grammozis nach dem enttäuschenden Remis gegen die „Veilchen“.

Dabei hatte der 43-Jährige vor dem S04-Heimspiel am dritten Spieltag mit einer echten Überraschung aufgewartet, mit der der Gegner lange Zeit seine liebe Mühe und Not hatte. Erstmals seit seinem Amtsantritt ließ Dimitrios Grammozis eine Vierer-Abwehrkette auflaufen.

FC Schalke 04: Dimitrios Grammozis spielt mit dem S04 erstmals mit einer Vierer-Abwehrkette

In den 13 Spielen zuvor hatte der ehemalige Bundesliga-Profi mit dem FC Schalke 04 immer mit einer Dreier-, respektive Fünfer-Abwehrkette spielen lassen. Nicht aber gegen den FC Erzgebirge Aue, obwohl das Personal dafür zur Verfügung gestanden hätte.

Dimitrios Grammozis hatte sich bewusst dazu entschieden. Ein „Experiment“, wie er nach dem 1:1 selbst zu Protokoll gab. „Ich bin sehr glücklich, dass es geglückt ist“, resümierte der 43-Jährige.

Trainer Dimitrios Grammozis freut sich trotz eines Remis‘ gegen Erzgebirge Aue über ein geglücktes Experiment.

FC Schalke 04: Dimitrios Grammozis wollte gegen Erzgebirge Aue offensiver spielen

„Wir brauchen zu Hause einfach einen Extra-Spieler, um in der Offensive mehr Chancen zu kreieren und mit Yaro (Yaroslav Mikhailov, Anm. d. Red.) hatten wir einen Spieler mehr, der vorne Akzente setzen konnte“, erklärte Dimitrios Grammozis die offensivere Herangehensweise. Der Trainer des FC Schalke 04 verriet, dass das Trainer-Team den drei offensiven Spielern um Yaroslav Mikhailov, Rodrigo Zalazar und Dominick Drexler bewusste „keine Vorgaben“ mitgegeben habe, wie genau sie sich zu bewegen haben. „Das haben die Jungs gut gemacht. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir den Gegner 60 Minuten lang beherrscht haben.“

„Wir haben ihnen Räume gezeigt, die wir bespielen wollten. Die Spieler selbst sollten mit dem Ball am Fuß dann die Räume aus ihrer Position heraus und per Kommunikation finden, wodurch sehr gute Kontra-Läufe entstanden sind. Der Gegner wusste oft nicht, zu welchem Gegenspieler er nun laufen sollte, dafür reicht schon ein kleiner Moment. Das werden wir weiter forcieren, denn wir hatten trotzdem aus unserer Positionierung einen guten Zugriff auf den Gegner und damit ein gutes Gegenpressing“, zeigte sich der S04-Trainer zufrieden.

FC Schalke 04: Vierer-Abwehrkette wurde im Training zwei Tage lange einstudiert

„Zwei Tage lang“ habe man mit der Vierer-Abwehrkette „intensiv gearbeitet“, entgegnete Dimitrios Grammozis der Nachfrage, ob die Formation ausreichend trainiert worden sei. Zudem habe man „viel mit Video gearbeitet und mit den Mannschaftsteilen gesprochen“. Schließlich seien die Prinzipien die gleichen, so der 43-Jährige, mit Verweis auf das Bilden von Abwehr-Dreiecken und das Herausstechen aus eben jenen.

Dimitrios Grammozis ließ in seinem 14. Spiel für den FC Schalke 04 erstmals eine Vierer-Abwehrkette auflaufen.

Als das Spiel nach knapp einer Stunde merklich kippte, wollte er trotzdem nicht auf die altbekannte Fünfer-Abwehrkette umbauen. „Dann hätten wir vorne keinen Zugriff mehr gehabt und der Gegner hätte im Dreier-Aufbau ins Mittelfeld gedribbelt. Die langen Bälle wären dann direkt in unserem Sechszehn-Meter-Raum gelandet, statt in dem Bereich davor, in dem wir es gut verteidigt haben.“

FC Schalke 04: Respekt vor Babacar Gueye von Erzgebirge Aue

Insbesondere vor dem physisch starken Babacar Gueye hatte der FC Schalke 04 Respekt. Der 26-Jährige hielt lange Bälle gut fest oder verlängerte sie für seine Mitspieler.

Damit das nicht zu nah vor dem eigenen Tor geschieht, wollte der S04 unbedingt mit vielen offensiven Spielern anlaufen. „Erzgebirge Aue baut mit einer Dreier-Kette auf, die sehr breit steht“, erklärte Dimitrios Grammozis. Ohne ausreichend Unterstützung dahinter, hätte das viel Laufarbeit für die Stürmer bedeutet. So aber habe man bewusst früh die langen Bälle des Gegners provoziert.

Vor Babacar Gueye von Erzgebirge Aue hatte der FC Schalke 04 großen Respekt.

FC Schalke 04: Marius Bülter, Dominick Drexler und Rodrigro Zalazar nach 60 Minuten müde

Der Plan ging 55 Minuten auf. Danach verließen dem einen oder anderen Spieler die Kräfte. Insbesondere bei den Neuzugängen um Marius Bülter, Dominick Drexler oder Rodrigo Zalazar, die nicht in den Genuss gekommen waren, die sehr harte Vorbereitung des FC Schalke 04 komplett mitzumachen.

„Im Spiel nach vorne haben wir es gut gemacht – aber nur 65 Minuten. Danach wurden manche müde, wodurch wir nicht mehr die Kontrolle hatten. Dann wird es schwierig“, erklärte Dimitrios Grammozis.

FC Schakle 04: Dimitrios Grammozis freut sich über geglücktes S04-Experiment

Der Trainer der Königsblauen versuchte mit Wechsel neue Energie dem Team einzuhauchen. Erzgebirge Aue roch aber „von Minute zu Minute mehr Lunte. Außerdem hatten wir nicht mehr den Mut, der uns in der ersten Halbzeit ausgezeichnet hatte. Da haben wir die Tiefe gesucht, sind nachgegangen und das offensive Passspiel war gut“, so Dimitrios Grammozis.

In der zweiten Halbzeit hingegen hätten die Spieler den Ball zu lange am Fuß gehalten. „Die Jungs hatten eher Angst, etwas zu verlieren, statt auf das zweite Tor zu gehen.“

Für Dimitrios Grammozis war es trotzdem ein geglücktes Experiment. „Wir haben wieder einen Schritt nach vorne gemacht, was den Ballbesitz und die Defensive angeht. Wir müssen aber konsequenter sein. Wenn wir so gut sind und den Gegner so beherrschen, dann muss das zweite Tor kommen.“

Rubriklistenbild: © Tim Rehbein/RHR-FOTO

Mehr zum Thema