Ein Offensivspieler versagt aber

Schalke-Einzelkritik gegen Frankfurt: Youngster erhält Note 1,5 für tolle Partie

Personell läuft der FC Schalke 04 auf dem Zahnfleisch, doch gegen Champions-League-Anwärter Eintracht Frankfurt überragten mehrere S04-Spieler in der Einzelkritik.

Gelsenkirchen – Der FC Schalke 04 hat trotz feststehendem Bundesliga-Abstieg mal wieder gewonnen. Beim 4:3-Sieg des S04 über Eintracht Frankfurt überzeugten vor allem zwei eigentliche U23-Spieler. Die Einzelkritik mit Noten.

FC Schalke 04: Einzelkritik gegen Eintracht Frankfurt – Note 4 für Ralf Fährmann

Ralf Fährmann: Schalkes Keeper hatte zwei starke Paraden in der Anfangszeit gegen Timothy Chandler (6.) und seinen eigenen Teamkollegen Salif Sané (9.) bei einem verunglückten Klärungsversuch. Doch was machte er dann vor dem 1:1-Gegentreffer? Ralf Fährmann eilte heraus und machte damit André Silva unnötigerweise das Tor komplett frei. Zwar rutschte er zuvor etwas aus, doch an die Flanke konnte er so nicht herankommen. Wenige Minuten später hielt der Torwart aber wieder stark gegen Evan Ndicka (35.). Vor dem 3:4 bekam er den Schuss von Luka Jovic unglücklich durch die Beine, was aber seine Einzelkritik nicht schmälern soll. Denn der Torhüter parierte viele gute Chancen und war somit einer der Garanten für den S04-Sieg, trotz des einen Fehlers. Note: 4

Shkodran Mustafi: Der frühere Nationalspieler fiel wiederholt mehr durch Meckern als durch gutes Stellungsspiel auf. Er stand beim 1:1 zu weit weg von seinem Gegenspieler André Silva, der unbedrängt einköpfen konnte. Zuvor hatte Shkodran Mustafi in der 6. Minute bereits Glück, dass sein zu kurzer Befreiungsschlag nicht zu einem Gegentor führte, als Ralf Fährmann gegen Timothy Chandler parierte. Der Innenverteidiger, der nach der Auswechslung von Klaas-Jan Huntelaar die Kapitänsbinde übernahm, versuchte das 3:4 noch zu verhindern und rettete zuerst auf der Linie, der Nachschuss war aber drin. In der 78. Minute hatte er Glück, als sich Silva gegen ihn durchsetzte, aber den Kopfball genau auf Ralf Fährmann setzte. In der Schlussphase warf er sich in jeden Ball, das hätte es zuvor schon gebraucht, um die Einzelkritik zu verbessern. Note: 4,5

FC Schalke 04: Einzelkritik gegen Eintracht Frankfurt – Note 4 für Salif Sané

Salif Sané: Der Innenverteidiger braucht noch, um wieder in Top-Form zu kommen, leistete sich im Gegensatz zu seinem Kollegen Shkodran Mustafi aber keinen wirklichen Schnitzer. Zweimal fing er Flankenbälle der Frankfurter ab, stand aber ein ums andere Mal gegen die Offensive der Eintracht nicht ganz richtig. Er hatte Glück bei einem Dribbling-Ansatz in der 5. Minute, als der Senegalese noch rechtzeitig auf Ralf Fährmann zurückspielte, bevor er den Ball kurz vor dem eigenen Strafraum verloren hätte. Zudem fälschte Salif Sané den Kopfball von Evan Ndicka beim 1:2 noch leicht ab, der Fehler lag zuvor aber bei Matthew Hoppe, der seinen Gegenspieler einköpfen ließ. Note: 4

Timo Becker: Der Blondschopf lief gegen Frankfurt als Innenverteidiger und hatte zunächst seine Mühe gegen Stürmer André Silva und Linksaußen Filip Kostic. So verlor er in der Anfangsphase auch einmal unglücklich den Ball, was zum Gegenstoß führte, aber unbestraft blieb (11.). Im Laufe der ersten Halbzeit fing sich Timo Becker, doch mit Beginn des zweiten Durchgangs kehrten wieder die alten Probleme auf. Der Verteidiger ließ viele Flanken auf seiner rechten Seite durch. Aber er hatte auch zwei gute Offensivaktionen. Zunächst der lange und kluge Ball auf Klaas-Jan Huntelaar vor dem Elfmeter in der 13. Minute, dann sein eigener Sololauf in der 88. Minute, als er selbst hätte abschließen müssen. Stattdessen wollte Timo Becker Matthew Hoppe bedienen, was jedoch scheiterte. Note: 3,5

Florian Flick machte im S04-Mittelfeld gegen Eintracht Frankfurt eine gute Figur und belohnte sich mit einem Tor. Dafür gibt es eine gute Einzelkritik und Note.

FC Schalke 04: Einzelkritik gegen Eintracht Frankfurt – Note 3 für Mehmet Can Aydin

Mehmet Can Aydin: Der junge rechte Außenverteidiger hatte eine sehr schwere Aufgabe gegen Filip Kostic, hielt aber in vielen Situationen gut dagegen. Er hatte die meisten Ballkontakte in der ersten Halbzeit (41), diente immer wieder als Anspielstation auf der Außenbahn. Zu Beginn der zweiten Halbzeit offenbarte der 19-Jährige aber Probleme gegen Kostic, der zweimal durchkam und flanken durfte. Nach 66 Minuten war für Mehmet Can Aydin Schluss, er verletzte sich am hinteren Oberschenkel. Dennoch eine ordentliche Einzelkritik. Note: 3

Florian Flick: Drittes Bundesliga-Spiel, erstes Tor! Florian Flick behielt in vielen Situationen gut die Übersicht, obwohl er nur 33 Ballkontakte hatte. Dafür war seine Passquote herausragend: 94 Prozent. Satte achtmal eroberte der Sechser den Ball von den Frankfurtern zurück, hatte aber etwas Glück, dass ein Ballverlust vor der Halbzeitpause keine Konsequenzen hatte. Bei seinem Tor zeigte Florian Flick sein ganzes Spielverständnis: Er leitete den Treffer mit einer Balleroberung selbst ein, schlich nach dem Abspiel dann den Verteidigern davon und traf souverän ins lange Eck. Wenn da nicht mal einer an einer Bewerbung für einen Platz im Zweitliga-Kader bastelt. Note: 1,5

FC Schalke 04: Einzelkritik gegen Eintracht Frankfurt – Note 4 für Bastian Oczipka

Bastian Oczipka: Der linke Außenverteidiger hatte durchaus seine Probleme, vor allem, wenn Filip Kostic auf seine Seite wechselte. Nur einer von insgesamt sieben Zweikämpfen ging an Bastian Oczipka. Er leitete zwar das 4:2 durch Matthew Hoppe stark ein, als er sich gegen zwei Gegenspieler durchsetzte. Doch vor dem 3:4 verlor der 32-Jährige seinen Gegenspieler Luka Jovic aus den Augen. Zudem hatte er Glück, als bereits zu Beginn der zweiten Hälfte Timothy Chandler das Kopfballduell gegen ihn gewann, aber am Tor vorbei köpfte. In der 81. Minute hätte er sein letztes Schalke-Tor schießen können, verzog aber deutlich. Noch ein Spiel, dann ist das Kapitel FC Schalke 04 für ihn beendet. Note: 4

Blendi Idrizi: Bereits in der 24. Minute bekam der U23-Mittelfeldspieler Sonderapplaus nach einem Tackling, als er einen Konter verhinderte. Er arbeitete als Offensivspieler immer wieder mit nach hinten. Der ganz große Jubel war ihm dann in der 53. Minute vergönnt. Blendi Idrizi lief nach einem Doppelpass mit Klaas-Jan Huntelaar alleine auf Kevin Trapp zu, blieb eiskalt und traf zum 2:2. Sein erstes Bundesliga-Tor im zweiten Spiel. Zudem zeigte der frühere U21-Nationalspieler des Kosovo immer wieder mal seine fußballerische Klasse, wie in der 26. Minute, als er den Ball clever über die Abwehr auf Mehmet Can Aydin lupfte. Note: 2

FC Schalke 04: Einzelkritik gegen Eintracht Frankfurt – Note 3 für Amine Harit

Amine Harit: Der Marokkaner schien sich die Ratschläge, die ihm Dimitrios Grammozis nach dem Hertha-Spiel gab, zu Herzen genommen haben. Er agierte umsichtiger und trennte sich früher vom Ball. Ein Torschuss kam zwar nicht bei seinen Aktionen heraus, dafür aber mehrere gute Pässe, wie in der 25. Minute, als er Klaas-Jan Huntelaar bediente, der aus kurzer Distanz vergab. Ebenso schickte er Timo Becker kurz vor dem Spielende auf die Reise. Am 1:0 war der Offensivspieler nicht ganz unbeteiligt, wurde er doch vor dem Elfmeter im Strafraum gefoult. Note: 3

Mark Uth: Der Offensivspieler fiel in der ersten Halbzeit kaum auf und wurde nur durch sein Foul in der 19. Minute an Hasebe vor dem eigenen Strafraum auffällig. Seine einzig nennenswerte Offensivaktion: Ein Kopfball in der 44. Minute, der aber statt aufs Tor weit vorbeiging. Seine Nebenmänner waren im Angriff deutlich aktiver, während Mark Uth zweimal den Ball verlor und auch nur 18 Ballkontakte hatte. Eine schwache Einzelkritik, die Auswechslung war fast logisch, Trainer Dimitrios Grammozis begründete es nach dem Spiel als taktische Maßnahme. Note: 5

Klaas-Jan Huntelaar (m.) brachte den FC Schalke 04 gegen Eintracht Frankfurt mit 1:0 in Führung und bereitete das 2:2 per Hacke vor.

FC Schalke 04: Einzelkritik gegen Eintracht Frankfurt – Note 2 für Klaas-Jan Huntelaar

Klaas-Jan Huntelaar: Der Niederländer war direkt richtig drin in der Partie und sicherte sich eine gute Einzelkritik. Er setzte seinen ersten Abschluss in der 6. Minute noch ans Außennetz, traf dann aber in der 15. Minute zum 1:0 für den S04. Seinen schwach geschossenen Elfmeter hielt Kevin Trapp zunächst, doch den Nachschuss verwertete Klaas-Jan Huntelaar souverän. Fast hätte er das zweite Tor folgen lassen, aber er konnte den Frankfurter Keeper in der 25. Minute aus kurzer Distanz nicht überwinden. Seine Mitspieler suchten den Stürmer immer wieder, so auch vor dem 2:2, als er den Doppelpass mit Blendi Idrizi intelligent per Hacke vollendete. Direkt danach musste der 37-Jährige aber angeschlagen vom Platz. Note: 2

Matthew Hoppe: Der US-Amerikaner kam in der Halbzeitpause für Mark Uth. Er ließ Evan Ndicka beim 1:2 unbedrängt einköpfen, machte den Fehler aber mit mehreren starken Aktionen wieder wett. So eroberte er den Ball vor dem 2:2 stark an der Mittellinie, legte das Leder vor dem 3:2 gut durch die Schnittstelle der Abwehr auf Florian Flick auf und traf schließlich nach einem Sololauf von der Mittellinie über die linke Außenbahn selbst zum 4:2. Dimitrios Grammozis wollte mit seiner Einwechslung „Schnelligkeit reinkriegen, umschalten und mehr in die Tiefe kommen“, wie er nach dem Spiel verriet. Das hat geklappt. Note: 2

FC Schalke 04: Einzelkritik gegen Eintracht Frankfurt – Note 3 für Goncalo Paciencia

Goncalo Paciencia: Der Angreifer wurde nach 54 Minuten für den angeschlagenen Klaas-Jan Huntelaar eingewechselt. Er leitete den Ball gut und schnell an Matthew Hoppe vor dem 4:2. weiter. Selbst versuchte es die Leihgabe von Eintracht Frankfurt in der 71. Minute mit einem Schlenzer, der aber das Tor weit verfehlte. Goncalo Paciencia holte in der Schlussphase clever einen Freistoß bei einem eher aussichtslosen Konter heraus und versuchte den Ball an der gegnerischen Eckfahne länger zu halten, um den Sieg über die Bühne zu bringen. Note: 3

Henning Matriciani: Der U23-Mann kam in der 66. Minute für den angeschlagenen Mehmet Can Aydin als rechter Außenverteidiger. Fügte sich gut ein und bearbeitete Filip Kostic so heftig, dass dieser zwischenzeitlich sogar nur noch humpelte – allerdings ohne dabei Foul zu spielen. Deutete in der Nachspielzeit seinen Offensivdrang an, kam aber mit einem Pass in die Spitze nicht durch. Ohne Note

Steven Skrzybski: Bekam seinen zweiten Einsatz nach langer Verletzung, er wurde für Torschütze Blendi Idrizi nach 76 Minuten eingewechselt. Der Offensivspieler hatte nur einen Ballkontakt, sein Vertrag läuft Ende Juni aus. Ohne Note

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