Kommentar

Üble Schalke-Blamage in Freiburg: Jetzt muss Grammozis einen krassen Schritt gehen

Dimitrios Grammozis und Gerald Asamoah frustriert.
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Ernüchterung bei Schalke-Trainer Dimitrios Grammozis. Jetzt muss er nach der Blamage in Freiburg hart durchgreifen.

Der FC Schalke 04 hat in Freiburg völlig versagt, allen voran die etablierten Spieler. Deshalb muss jetzt eine drastische Konsequenz folgen, kommentiert RUHR24-Redakteur Marcel Witte.

Freiburg/Gelsenkirchen – Der Bundesliga-Abstieg des FC Schalke 04 in die 2. Liga ist so gut wie besiegelt. Spätestens nach der 0:4-Blamage des S04 beim SC Freiburg dürften nur noch die kühnsten Optimisten an eine Rettung der Königsblauen glauben. Fünf Spiele müssen die „Knappen“ dennoch noch bestreiten.

VereinFC Schalke 04
AufsichtsratsvorsitzenderJens Buchta
TrainerDimitrios Grammozis
OrtGelsenkirchen

FC Schalke 04: Dimitrios Grammozis muss nach der Freiburg-Blamage jetzt durchgreifen

Bereits am Dienstag (20. April) könnte der Abstieg des FC Schalke 04 feststehen, sollten die Blau-Weißen in Bielefeld verlieren. Nach dem 1:0-Erfolg über den FC Augsburg keimte bei manchen Fans noch kurzzeitig die Hoffnung auf, dass der S04 in einem wahnsinnigen Saison-Endspurt das Wunder schafft. Ein Irrtum, wie das Spiel in Freiburg zeigte.

Von Minute eins an waren die „Knappen“ den Breisgauern unterlegen und hätten noch mit einem viel höheren Rückstand als lediglich 0:2 in die Pause gehen können. Die S04-Einzelkritik gegen Freiburg mit dreimal der Note 6 zeigte deutlich die schwache Leistung am 29. Bundesliga-Spieltag.

FC Schalke 04: Dimitrios Grammozis vermisste Leidenschaft und Zweikampfstärke

Doch nicht nur die gesamte Teamleistung war überraschend schlecht, vor allem die etablierten Profis ließen Trainer Dimitrios Grammozis (42) hängen. Von der Ankündigung von Klaas-Jan Huntelaar (37), auch in Freiburg gewinnen zu wollen, war nichts zu sehen.

„Die Dinge, die uns zuletzt sehr stark gemacht haben – Leidenschaft, Zweikampfstärke, Intensität, Kompaktheit – die haben heute gefehlt“, sagte der Coach nach dem Spiel. Tatsächlich sah das in der Vorwoche beim 1:0 über Augsburg anders aus, wenngleich man den Sieg spielerisch nicht überbewerten darf.

Trainer Dimitrios Grammozis (l.) spricht mit Mark Uth vor dessen Einwechslung. Der FC Schalke 04 verlor deutlich beim SC Freiburg.

FC Schalke 04: Etablierte S04-Spieler ließen Trainer Dimitrios Grammozis hängen

In Freiburg zeigte der S04 ein Gesicht, das die Fans von ihrem Klub fast während der gesamten Saison gewohnt waren. Lustlos, unkreativ und unbeholfen agierten die Königsblauen. In Zweikämpfe schmissen sie sich zwar in Teilen rein, traten aber vermehrt dabei mit Fouls über die Strenge.

Ankreiden müssen sich die Blamage beim SC Freiburg vor allem vier etablierte Spieler: Omar Mascarell (28), Benjamin Stambouli (30), Suat Serdar (23) und Klaas-Jan Huntelaar (37).

FC Schalke 04: Omar Mascarell und Benjamin Stambouli mit schlechten Leistungen in Freiburg

Der Spanier Omar Mascarell verriet bereits dem S04 seinen Transfer-Plan und sehnt sich anscheinend jetzt schon nach einer Rückkehr in die Heimat. Anders lässt sich seine Leistung mit vielen Fehlpässen in Freiburg nicht erklären. Zumal der 28-Jährige seit vielen Wochen nicht zu seiner alten Form findet.

Benjamin Stambouli, dessen Schalke-Vertrag beim Abstieg aufgelöst wird, rechtfertigte diesen Schritt, der im Sommer folgen wird. Gute Aktionen des Franzosen lassen sich in der Saison 2020/21 an einer Hand abzählen, von früherer Klasse ist nichts zu sehen. Im Sommer 2020 feierten viele Fans noch seine Verlängerung, jetzt gilt er als Unsicherheitsfaktor auf dem Platz.

FC Schalke 04: Der EM-Zug ist für Suat Serdar nach dem Freiburg-Spiel wohl abgefahren

Was Suat Serdar an diesem Samstag auf dem Platz gemacht hat, wird er Bundestrainer Joachim Löw (61), Tribünengast in Freiburg, wohl erst einmal erklären müssen. Dass der 23-Jährige überhaupt ein Kandidat für die EM im Sommer sein soll, überrascht angesichts seiner schwachen Saison sowieso. Spätestens mit diesem Spiel beim SCF dürfte der Europameisterschafts-Zug abgefahren sein. Auch seine S04-Zeit endet bald, er wird nicht in der 2. Liga spielen wollen.

Klaas-Jan Huntelaar agierte sehr unglücklich und verschuldete einen Elfmeter. Ihm könnte die Leistung von den Vieren wohl noch am ehesten verziehen werden. Schließlich hatte er in der 85. Minute immerhin ein Tor auf dem Fuß, scheiterte aber an Freiburg-Keeper Florian Müller (23). Der „Hunter“ bemühte sich bis zu seiner Auswechslung, die Blamage in Grenzen zu halten.

FC Schalke 04: Trainer Dimitrios Grammozis muss jetzt einen krassen Schritt gehen

Dennoch muss Schalke-Trainer Dimitrios Grammozis jetzt knallhart durchgreifen. Der Coach sagte nach dem Spiel in Freiburg: „In unserer Situation geht es aber nur mit 100 Prozent Vollgas. Ich hoffe, dass die Spieler das erkannt haben.“ Aus Sicht der Fans dürfte weniger als 100 Prozent sowieso nie eine Option sein.

Spieler wie Mehmet Can Aydin (19), Malick Thiaw (19), Can Bozdogan (20) oder Kerim Calhanoglu (18) scheinen die Zukunft des S04 zu sein. Aus der U19 drängen Spieler wie Vasilios Pavlidis (18), Mikail Maden (19), Brookylin Ezeh (19) oder Luca Campanile (18) nach. In der U23 tummeln sich Akteure wie Florian Flick (20), Leonardo Scienza (22) und Diamant Berisha (20).

FC Schalke 04: Spieler ohne Lust und ohne S04-Zukunft müssen auf die Tribüne

Profis, die den Weg in die 2. Liga nicht mitgehen wollen und jetzt schon keine Lust mehr auf Fußball haben, sollten nur noch auf der Tribüne Platz nehmen dürfen. Egal, um welchen Namen es sich handelt. Im Sommer müssen sich die Wege zwischen den Spielern und dem FC Schalke 04 trennen. Denn eines ist klar: mit solch einer Leistung wie in Freiburg gewinnt der S04 auch in der 2. Liga kein Spiel.

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

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