S04 steht weiter am Pranger

Schalke 04: Schwere Vorwürfe nach Rassismus-Skandal von Tönnies - Insider packt aus

Eine Insiderin hat "erschreckende Details" zum Rassismus-Skandal um Clemens Tönnies auf Schalke offen gelegt. Sie erhebt schwere Vorwürfe. 

  • Ein ehemaliges Mitglied des Ehrenrats vom FC Schalke 04 hat über die Verhandlungen mit Clemens Tönnies im Zuge des Rassismus-Skandals ausgepackt.
  • Kornelia Toporzysek beschuldigt einen Richter-Kollegen den Aufsichtsratsvorsitzenden verteidigt und sie selbst attackiert zu haben.
  • Das Ausmaß der Strafe fände sie in Ordnung, mittlerweile würde sie aber anders urteilen und findet Clemens Tönnies in seiner Position nicht mehr tragbar.

Update, Dienstag (30. Juni), 18.45 Uhr: Gelsenkirchen – Clemens Tönnies schmeißt auf Schalke hin. Der 64-Jährige ist von allen seinen Ämtern beim S04 zurückgetreten. Sein Nachfolger steht schon fest. 

Erstmeldung, Sonntag (28. Juni): Der FC Schalke 04 kommt einfach nicht zur Ruhe. Dabei scheint mittlerweile die sportliche Misere des Fußballclubs noch das kleinste Problem zu sein (alle S04-Artikel auf RUHR24.de).

Name

Clemens Tönnies

Geboren

27. Mai 1956 (Alter 64 Jahre), Rheda, Rheda-Wiedenbrück

Vermögen

2,3 Milliarden USD (2000)

Ehefrau

Margit Tönnies

Kinder

Maximilian Tönnies, Julia Tönnies

Geschwister

Bernd Tönnies, Annette Hermann, Andrea Tönnies

FC Schalke 04: Fans kritisieren S04-Vorstand und Clemens Tönnies immer stärker

Die Fans der Königsblauen protestieren immer heftiger gegen die Klub-Führung. Am Samstag (26. Juni) findet während des Spiels des FC Schalke 04 beim SC Freiburg (zum Live-Ticker) eine Demonstration auf dem Vereinsgelände in Gelsenkirchen statt.

Auf jenem hängen noch dazu jeden Tag neue Banner der Ultras Gelsenkirchen, die die Verantwortlichen des S04 scharf kritisieren. Dabei stehen vor allem der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies (64) sowie der Vorstand im Fokus.

FC Schalke 04: Ehemaliges Ehrenrat-Mitglied packt über Anhörungen zu Clemens Tönnies aus

Clemens Tönnies ist für immer mehr Fans des FC Schalke 04 als Aufsichtsratsvorsitzender nicht mehr tragbar. Spätestens jetzt, nach dem heftigen Corona-Ausbruch im Tönnies-Unternehmen in Rheda-Wiedenbrück.

Dass der Milliardär (mal wieder) kritischer gesehen wird, hat er sich selbst zuzuschreiben. Seine rassistischen Aussagen auf dem Tag des Handwerks 2019 in Paderborn fallen ihm immer wieder auf die Füße. So wie jetzt. Denn nun kommen neue Details rund um seine Anhörung durch den Schalker Ehrenrat ans Licht.

Clemens Tönnies steht als Aufsichtsratsvorsitzender des FC Schalke 04 stark in der Kritik.

FC Schalke 04: Kornelia Toporzysek beschuldigt Ehrenrat wegen Clemens Tönnies

Kornelia Toporzysek berichtet in einem Fußball-Talk (siehe Video oben ab Minute 16) als ehemaliges Mitglied des Ehrenrats erstmals öffentlich von den Verhandlungen und warum sie zurückgetreten sei. Die Richterin am Oberlandesgericht Düsseldorf lässt dabei kein gutes Haar an Teilen des Gremiums.

Das ehemalige Ehrenrat-Mitglied berichtet von "erschreckenden Details" aus Verhandlungen bei der Anhörung von Clemens Tönnies. Demnach habe "ein Kollege, der für seine Nähe zu Herrn Tönnies bekannt ist, den Konflikt mit mir gesucht" und wirkte eher wie ein Verteidiger des Aufsichtsratsvorsitzenden statt wie ein Richter.

Video: Proteste auf Schalke werden lauter: "Clemens Tönnies raus!"

Den Namen erwähnt Kornelia Toporzysek zwar nicht. Doch es ist offensichtlich, dass sie Prof. Dr. Klaus Bernsmann meint, einen ehemaligen Anwalt von Clemens Tönnies, und einer von nun mehr vier übrig gebliebenen Mitgliedern in dem Gremium des FC Schalke 04:

  • Hans-Joachim Dohm (Vorsitzender)
  • Prof. Dr. Klaus Bernsmann (Stellvertretender Vorsitzender)
  • Götz Bock (Protokollführer)
  • Bernhard Terhorst

FC Schalke 04: Reaktion von Klaus Bernsmann laut Kornelia Toporzysek eine reine Inszenierung

Es sei schon ungewöhnlich gewesen, dass Clemens Tönnies keinen Anwalt dabei gehabt hätte. Doch die Reaktion von Klaus Bernsmann sei "total überzogen und bizarr" gewesen, so Kornelia Toporzysek.

"Das war eine reine Inszenierung und hat alle meine Vorstellungen gesprengt. Das hat alles konterkariert, wofür ich stehe. Deswegen war ich so empört und fassungslos."

FC Schalke 04: Dreimonatige Suspendierung für Clemens Tönnies vertretbar

In dem Zuge betont Kornelia Toporzysek, dass drei Monate Suspendierung "am untersten Rand vertretbar" sei und sie mit dem "Ergebnis leben könne". Denn für einen kompletten Ausschluss müsse es bei einer Beurteilung noch Luft nach oben geben. "Ja, es waren rassistische Äußerungen, aber es geht wesentlich schlimmer."

Dennoch könne das ehemalige Mitglied des S04-Ehrenrats "mit der Entstehung des Urteils nicht leben". Bizarr sei es für sie ebenso gewesen, dass der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende des FC Schalke 04 "mir ins Gesicht gesagt hat, dass der Verein doch gar keinen Schaden genommen hat". Der Stellvertreter von Clemens Tönnies ist Dr. Jens Buchta (57).

FC Schalke 04: Umgang mit Rassismus-Vorfall hat S04 noch mehr geschadet 

Für Kornelia Toporzysek habe der Umgang mit dem Rassismus-Vorfall dem FC Schalke 04, dem beim TV-Geld ein deutliches Minus bevorsteht, noch "viel mehr geschadet als die Äußerung an sich". Ihrer Meinung nach sollte die "Loyalität dem Verein und nicht Einzelpersonen gehören".

Dass sie sich nun so offen geäußert habe, hat laut der Richterin am Oberlandesgericht Düsseldorf zwei Gründe. Zum einen wäre die Mitgliederversammlung wegen des Coronavirus verschoben worden und zum anderen sei Clemens Tönnies als Aufsichtsratsvorsitzender nun nicht länger tragbar.

FC Schalke 04: Clemens Tönnies für Kornelia Toporzysek beim S04 nicht mehr tragbar

"Clemens Tönnies war mir gegenüber anständig und in meiner Gegenwart immer normal. Aber wir richten nicht über Menschen, sondern über Taten. Jetzt ist er eine große Belastung und das Image des Vereins kann kaum noch tiefer sinken. Jetzt würde ich anders urteilen als damals."

Ob und falls ja wie der Ehrenrat des FC Schalke 04 auf die Beschuldigungen reagiert, wird auf der nächsten turnusmäßigen Sitzung geklärt, hieß es auf Nachfrage von RUHR24. Kritik gab es nun auch von Seiten einer Vereinslegende. Marcelo Bordon kritisierte die Mentalität der Schalke-Spieler heftig.

Zudem veröffentlichten die Ultras Gelsenkirchen eine Stellungnahme voller Kritik am Schalke-Vorstand. Ein Dialog scheint nicht mehr möglich.

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