Kommentar

Schalke 04 erhält Millionen: Sponsoren-Deal ist ein Schlag ins Gesicht für Clemens Tönnies

Der FC Schalke 04 erhält viel Geld von zwei Sponsoren. Ein zuvor abgegebenes Angebot von Clemens Tönnies kam nicht zustande – und das ist auch gut so. Ein Kommentar.

Gelsenkirchen – Die zwei Sponsoren Böklunder und Stölting pumpen mehrere Millionen Euro in den S04. Es geht um viel Geld für den FC Schalke 04. So könnten die Königsblauen noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden, um den drohenden Bundesliga-Abstieg doch noch zu vermeiden. Doch der Deal zeigt noch mehr: Denn er ist vor allem eine schallende Ohrfeige für Clemens Tönnies (64), kommentiert RUHR24-Redakteur Marcel Witte.

NameClemens Tönnies
Geboren27. Mai 1956 (Alter 64 Jahre), Rheda, Rheda-Wiedenbrück
EhepartnerinMargit Tönnies
KinderMaximilian Tönnies, Julia Tönnies

FC Schalke 04: Der S04 erhält insgesamt 6 Millionen Euro durch zwei Sponsoren

Jetzt ist es enthüllt, wie viele Millionen der FC Schalke 04 durch den Sponsoren-Deal bekommt. Sowohl Böklunder als auch Stölting überweisen dem S04 jeweils 3 Millionen Euro.

Der Vertrag mit Böklunder wäre zum Ende der Saison 2020/21 ausgelaufen und wurde nun um drei Jahre verlängert. Ein normales Vorgehen, wäre da nicht die Posse um den ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden des S04. Der versprach den Königsblauen finanzielle Hilfe in Höhe von wohl etwa 10 Millionen Euro. Doch dann zog Clemens Tönnies sein Angebot an den FC Schalke 04 wieder zurück.

FC Schalke 04: Keine Einstimmigkeit im Aufsichtsrat – Clemens Tönnies zog Angebot zurück

Wie der Aufsichtsratsvorsitzende Jens Buchta (57) bestätigte, forderte der ehemalige S04-Boss eine Einstimmigkeit im Gremium. Zwei der elf Mitglieder stimmten aber gegen das Angebot. Auch bereits damals handelte es sich um eine Verlängerung des Sponsorenvertrags mit Böklunder, ob es weitere Voraussetzungen gab, gab der Klub nicht bekannt. Doch der Aufsichtsrat des FC Schalke 04 bewies Rückgrat gegen Clemens Tönnies.

Das Unternehmen gehört der Tönnies-Gruppe an, weshalb die Verbindung zum früheren Schalke-Boss automatisch hergestellt wäre. Seit 2001 unterstützt Böklunder den S04 – genau in diesem Jahr wurde Clemens Tönnies auch zum Aufsichtsratsvorsitzenden des FC Schalke 04 ernannt.

Der FC Schalke 04 erhält Millionen aus einem Sponsoren-Deal. Clemens Tönnies machte dem S04 zuletzt auch ein Angebot.

Jetzt soll es sich um ein „reines Sponsoring-Geschäft“ handeln, wie es S04-Marketingchef Alexander Jobst (47) auf der Vereinshomepage beschrieb. „Der Vertrag wurde ganz normal verlängert, ohne anderweitige Forderungen oder Ansprüche“, konnte sich der 47-Jährige einen Seitenhieb gegen Clemens Tönnies nicht verkneifen.

FC Schalke 04: Clemens Tönnies stellte eine Forderung, die zum Scheitern verurteilt war

Und das völlig zurecht: Das Zehn-Millionen-Angebot des 64-Jährigen in allen Ehren, aber dem Fleisch-Fabrikanten dürfte im Vorfeld schon bewusst gewesen sein, dass er im Aufsichtsrat keine Einstimmigkeit erzielen kann. Zu groß waren bereits im Juni 2020 die Widerstände gegen Clemens Tönnies, der am 30. Juni auf Schalke zurücktrat.

Auch wenn es um viel Geld sowie die Zukunft des FC Schalke 04 in der Bundesliga ging: Dass es letztlich nicht zu einer Übereinkunft mit Clemens Tönnies kam, war richtig. Wenn dem 64-Jährigen der S04 wirklich am Herzen liegen würde, hätte er seine Investitionen nicht an solch eine Voraussetzung geknüpft. 9:2-Stimmen sprechen schließlich auch eine deutliche Sprache. Aber das reichte dem ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden nicht.

FC Schalke 04: S04 erhält Sponsorengelder, Zeit von Clemens Tönnies ist vorbei

Zwar hat der S04 nun letztlich einige Tage auf dem Transfermarkt verloren, dennoch geht Schalke 04 als Gewinner aus der Sache. Die 6 Millionen Euro sind wichtig, um möglicherweise noch weitere Weichen für den Bundesliga-Klassenverbleib stellen zu können.

Für Clemens Tönnies ist es wiederum eine Ohrfeige. Der FC Schalke 04 zeigt zwar, dass der Klub auf die Sonderzahlungen angewiesen ist, doch nimmt der S04 diese nicht um jeden Preis an. Die Zeiten des ehemaligen Aufsichtsvorsitzenden in Gelsenkirchen sind vorbei.

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors und muss nicht nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

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