Kommentar

Chaos-Club vor dem Neustart: Schalke muss sich jetzt schon für den Aufstieg aufstellen

Auf Schalke herrscht Chaos pur. Die Kollektiv-Freistellung der Führungsebene birgt aber auch eine große Chance für den S04. Ein Kommentar.

Gelsenkirchen – Seit Wochen erleidet der FC Schalke 04 immer wieder Erschütterungen in Form von Verletzten, Unstimmigkeiten und Rückschlägen. Am Sonntag arteten die Unruhen zu einem Erdbeben der Stärke 9 aus – fünf Mitglieder der Führungsebene wurden entlassen. Aber wenn der S04 jetzt schon Klarschiff macht, dann bitte richtig, findet RUHR24-Redakteurin Katharina Küpper.

VereinFC Schalke 04
OrtGelsenkirchen
Gründung1904
StadionVeltins-Arena

Schalke 04: Trennung von Christian Gross, Jochen Schneider und Co. als S04-Neuanfang

Es war zwar absehbar, aber eine leise Hoffnung schlummerte noch in einigen Schalke-Fans. Doch nach der 1:5-Klatsche des S04 gegen Aufsteiger VfB Stuttgart ist klar: Das Thema Klassenerhalt hat sich erledigt. Rechnerei hin oder her.

Ab jetzt zählt nur noch die Zukunft. Und die Mission, Schalke so schnell wie möglich zurück in die Bundesliga zu bekommen. Dafür muss der S04 aufräumen und hat mit den Freistellungen von Christian Gross (66), Jochen Schneider (50), Rainer Widmayer (53), Werner Leuthard (59) und Sascha Riether (37) begonnen.

FC Schalke 04 hat lange gewartet: S04 schob mit halbherzigen Entscheidungen die Katastrophe auf

Zu lange wurde mit halbgaren Ansätzen versucht, auf der Schussfahrt zu wenden. Das Ergebnis: Schalke hat in 39 Spielen saisonübergreifend nur eines gewonnen (4:0 gegen Hoffenheim im Januar), befindet sich mit neun Punkten auf dem letzten Tabellenplatz und hat vier Trainer in einer Spielzeit – aktuell ist Schalke auf der Suche nach einem fünften – verprasst. Inzwischen sind die Königsblauen seit 22 Bundesliga-Auswärtsspielen sieglos. Schalke schreibt eine Horror-Statistik nach der nächsten.

Darüber hinaus sorgten die ständigen Wechsel und Gerüchte zu Unruhen. Unter anderem bei den Sponsoren: Von Umbro trennte sich der S04 frühzeitig. Was dem Verein bleibt, sind unzufriedene Fans und ein ratloser Aufsichtsrat.

Bastian Ozcipka erlebte schon den Anfang des Schalke-Untergangs mit.

S04: Der FC Schalke 04 räumt kräftig auf – jetzt muss eine sportliche Leitung mit Plan her

Jetzt brauchen die Blau-Weißen ohne jeden Zweifel endlich sportliche Kompetenz, die klarsichtig die Zeichen der Zeit erkennt. Und die weiß, dass eine zweite Liga ganz andere Herausforderungen an die Zusammenstellung einer Mannschaft stellt, als die Bundesliga.

Peter Knäbel (54) übernimmt „sportliche Gesamtverantwortung“. Unterstützt in der Planung für die neue Saison wird er von U19-Chef-Trainer Norbert Elgert (64) und Mike Büskens (52). Das „Trio mit Schalke-DNA“ wie Aufsichtsrat Jens Buchta (57) es nannte, kann der richtige Weg sein. Der Weg zurück zur Basis.

Schalke 04: S04 mit neuem Gerüst kann jetzt den Neustart wagen

Das Gerüst muss stehen. Die neuen Verantwortlichen kennen die Region und den Verein. Ergänzt werden muss es durch junge und heiße Spieler. Auch die Verpflichtung von S04-Legende Gerald Asamoah (42) als Koordinator der Lizenzspielerabteilung setzt ein Zeichen, in welche Richtung es gehen soll.

Denn eines von überragender Bedeutung für Schalke: Es ist endlich wieder die Chance, in schwierigen Zeiten den Schulterschluss zur Basis herzustellen. Die breite Fan-Gemeinde mit unglaublicher Emotionalität ist nun einmal das, was Schalke größer macht als andere Vereine. Das Vertrauen hat der Verein in letzter Zeit verspielt, die neue Initiative „Zukunftself“ schießt heftig gegen den S04.

Jetzt kann es sich der Verein zurückverdienen. Mit den Anhängern muss künftig wieder gearbeitet werden. Die blau-weiße Zukunft begann am Sonntag (28. Februar). Das Motto der Knappen muss jetzt sein „Mund abwischen. Weitermachen.“ – ganz in Malocher-Manier.

Dieser Kommentar entspricht der Meinung der Autorin und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

Rubriklistenbild: © Tim Rehbein/RHR-FOTO via Kirchner-Media

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