„Fans“ störten Spielvorbereitung

Schalke 04: Chaoten stürmen Team-Hotel und treffen nicht nur auf Jochen Schneider

Der FC Schalke 04 hat das Derby gegen den BVB klar verloren. Vor dem Spiel war es Fans des S04 offenbar sogar gelungen, Jochen Schneider im Mannschaftshotel zu stellen.

Gelsenkirchen – Immer weitere Details kommen rund um die Proteste der Ultras des FC Schalke 04 ans Licht. Vor der 0:4-Niederlage des S04 im Derby gegen den BVB sollen es einige Hardcore-Fans sogar in das Teamhotel geschafft haben.

NameJochen Schneider
VereinFC Schalke 04
FunktionSportvorstand
Geboren13. September 1970 (Alter 50 Jahre), Mutlangen

Schalke-Ultras drangen wohl ins Teamhotel vor – dort trafen sie auf Jochen Schneider

Eine ruhige Spielvorbereitung sieht anders aus. Nach Informationen der Bild-Zeitung ist es 20 bis 25 Ultras vor dem Derby gelungen, in das Teamhotel des FC Schalke 04 einzudringen. Selbst der Sicherheitsdienst konnte die Personen demnach nicht aufhalten.

Die Gruppe königsblauer Hardcore-Fans schaffte es gegen 15 Uhr angeblich sogar bis in einen Besprechungsraum, fand dort aber statt der Mannschaft „nur“ S04-Sportvorstand Jochen Schneider (50) und Teammanager Sascha Riether (37) vor. Die Spieler hielten sich zu diesem Zeitpunkt auf den Zimmern auf.

Schalke-Ultras treffen vor dem Derby auf Jochen Schneider: Aufeinandertreffen mit Zündstoff

Mit lautstarkem Protest gegen Jochen Schneider hatten Schalke-Ultras erst kürzlich vor der Geschäftsstelle des S04 für Aufsehen gesorgt. Wenig später hatte der Verein bekannt gegeben, dass man sich im Sommer einvernehmlich vom Sportvorstand trennen werde.

Inzwischen hat Schalke offenbar einen Nachfolger für Jochen Schneider gefunden. Jedenfalls: Das Aufeinandertreffen im Teamhotel bot einiges an Zündstoff.

Jochen Schneider wird den S04 verlassen. Schalke trennt sich vom Sportvorstand im Sommer 2021.

Schalke 04: Jochen Schneider, Sascha Riether und zwei Spieler beruhigen die Lage

Die Bild berichtet weiter, dass es zu einem Gespräch zwischen den mobil machenden S04-Anhängern und dem Sportchef gekommen sei. Im Rahmen dieser Unterhaltung sei es Jochen Schneider und Sascha Riether gelungen, die Situation zu deeskalieren.

Die Fans hätten schließlich das Schalke-Hotel verlassen. Später hätten sich auch noch Torwart Ralf Fährmann (32) und Kapitän Sead Kolasinac (27) zum Gespräch gestellt. Man habe davon abgesehen, die Polizei zu rufen, um das Risiko einer Eskalation zu verringern.

Schalke 04 vor dem Derby: Jochen Schneider äußert sich zu Vorfall mit Fans im Hotel

„Natürlich ist so ein Vorfall in der Spielvorbereitung nicht förderlich“, sagte Jochen Schneider später zu Bild. „Wir haben die Situation aber schnell deeskaliert und in Gesprächen gelöst.“

Dass der FC Schalke 04 gegen den BVB anschließend deutlich mit 0:4 verlor, konnte die Gemüter logischerweise nicht beruhigen. Etwa 200 Schalke-Fans brachte die Derby-Pleite sogar wieder auf die Barrikaden.

Schalke-Fans: Polizei zieht nach dem Derby Bilanz

Sie versammelten sich vor der Veltins-Arena, nach RUHR24-Informationen waren unter ihnen auch Teile der organisierten Szene von Schalke-Fans. Inzwischen hat die Polizei Bilanz zu dem abendlichen Einsatz in Gelsenkirchen gezogen.

Eine größere Personengruppe habe versucht, über einen Zaun zu klettern und so in die Arena zu gelangen. „Mittels einfacher Gewalt“ habe die Polizei das unterbunden und einmal Pfefferspray eingesetzt.

Unmittelbar vor der Veltins-Arena haben sich direkt nach dem Derby einige Schalke-Fans versammelt. Der S04 verlor mit 0:4 gegen den BVB.

Schalke-Fans nach dem Derby: Keine Verletzten und keine Verhaftungen laut Polizei

Einmal habe man auch vom Schlagstock-Einsatz gebraucht gemacht. Verletzt worden sei niemand. Für die aufgebrachten Schalke-Fans hat die Aktion keine größeren Konsequenzen.

Es laufen laut Polizei ein Strafverfahren wegen Widerstandes und 20 Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Verstoßes gegen die Corona-Schutzverordnung. 25 Platzverweise seien erteilt worden, verhaftet wurde niemand.

Schalke-Ultras marschieren zur Veltins-Arena: Watzke und Rauball mussten bei Derby fliehen

Wie die Bild außerdem berichtet, mussten die BVB-Bosse Hans-Joachim Watzke (61) und Reinhard Rauball (71) aus der Veltins-Arena flüchten. Die Polizei habe sie fünf Minuten vor Abpfiff im Derby informiert, dass sich vermummte Ultras des FC Schalke 04 auf den Weg zum Stadion gemacht hätten.

Und, dass eine möglicherweise bedrohliche Situation bestünde. Mit ihren Privatautos haben die BVB-Bosse sich dann wieder auf den Weg nach Dortmund gemacht.

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