Schalke 04 tief in der Krise

Klare Forderung von den S04-Ultras: Heftige Reaktion nach Brief des Schalke-Vorstands

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Die Ultras Gelsenkirchen antworten mit einer krassen Forderung auf einen Brief des Vorstands vom FC Schalke 04. Der S04 steckt tief in der Krise.

Der Vorstand des FC Schalke 04 hat die Ultras Gelsenkirchen scharf kritisiert. Die Reaktion hat nicht lange auf sich warten lassen. Die Antwort an den S04 fällt scharf aus.

Gelsenkirchen – Beim FC Schalke 04 kehrt keine Ruhe ein. Der Vorstand des S04 schießt in einem emotionalen Brief gegen die Ultras. Hintergrund waren viele Banner auf dem Vereinsgelände rund um die Veltins-Arena, auf denen vor allem die Entlassung von Marketingchef Alexander Jobst (47) gefordert wurde. Nun reagiert die Fangruppe auf das Statement des Klubs.

VereinFC Schalke 04
TrainerManuel Baum
StadionVeltins-Arena
Kapazität62.271 Zuschauer
OrtGelsenkirchen

FC Schalke 04: Vorstand kritisiert die Ultras und sieht „eine Grenze überschritten“

Der Vorstand des FC Schalke 04 ging anschließend mit den Ultras hart ins Gericht. „Eines aber können wir nicht akzeptieren: Keine Einzelperson und keine Gruppierung stehen über dem Wohl des Vereins. Es ist eine Grenze überschritten, wenn Einzelne namentlich zum Buhmann ausgerufen oder zum Alleinschuldigen erklärt werden sollen.“

Diese Vorwürfe wollen sich die Ultras Gelsenkirchen, die bereits Anfang Dezember eine krasse Botschaft an Vorstand und Mannschaft hatte, nicht gefallen lassen. Damals hieß es: „Beschämende Außendarstellung, planloser Vorstand und charakterlose Mannschaft – das Ergebnis eurer jahrelangen Misswirtschaft“ auf einem Banner.

FC Schalke 04: Zuschauerverbot in der Bundesliga – Ultras äußern sich mit Bannern auf dem Vereinsgelände

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie und dem Zuschauerverbot in den deutschen Stadien, machen die Ultras vermehrt auf dem Vereinsgelände ihre Sicht auf die Situation des FC Schalke 04 deutlich. Ansonsten hätten die Banner wohl vor allem bei Heimspielen in der Veltins-Arena gezeigt.

Jetzt reagierten die Ultras Gelsenkirchen mit einer Mitteilung „An den Vorstand des FC Schalke 04“, wie es auf ihrer Homepage heißt. „Unser Verein steckt derzeit in einer Situation, die so noch keiner von uns erlebt hat. Für diese Krise seid ihr zu großen Teilen mitverantwortlich“, beginnt die Fangruppe ihr Statement.

So werfen die Ultras dem Vorstand des S04 vor, „in einer Blase zu leben, die nichts mehr mit der Wahrnehmung vieler Fans und Mitglieder gemein hat“. Bereits in der Vergangenheit wurde bei Problemen mit den Verantwortlichen und Spielern besonders ein Satz unter den Fans der Königsblauen geprägt: „Wer Schalke nicht liebt, muss Schalke verlassen.“

FC Schalke 04: Ultras werfen dem S04-Vorstand eine fehlende Unterstützung junger Spieler vor

Daran knüpfen nun auch die Ultras Gelsenkirchen an: „Ihr habt Schalke schlicht und ergreifend nicht verstanden“, lautet ihr Vorwurf, der sich wohl auch an Sportvorstand Jochen Schneider (50) richtet, der beim S04 um einen Job bangen muss.

Zudem nimmt sich die Fangruppierung einige Aussagen des S04-Vorstandes aus dem Brief besonders an. „Absolute Priorität hat das Auftreten unserer Lizenzspielermannschaft in der Bundesliga“, schrieben die Verantwortlichen der Blau-Weißen. Die Ultras kritisieren jedoch, warum sich beim FC Schalke 04 niemand „öffentlich vor die zu großen Teilen sehr jungen Spieler“ stellt, um sie zu schützen.

Jochen Schneider (l.) und Marketingchef Alexander Jobst gehören zum Vorstand des FC Schalke 04 und stehen im Zentrum der Kritik der Ultras Gelsenkirchen.

Als Beispiel führen sie Malick Thiaw (19) an, der nach seinem Eigentor gegen Bayer Leverkusen mit seiner Reaktion überraschte. Dass die Fangruppe mit ihren vielen Bannern eine Grenze überschritten habe, sehen die Ultras ganz anders: „Die öffentliche Kritik an Entscheidungen oder das Anprangern von anhaltenden Fehlentwicklungen sowie Missmanagement gehören untrennbar zu einer lebendigen Vereinskultur dazu.“

FC Schalke 04: Ultras Gelsenkirchen fordern den Neuanfang beim S04

Die Ankündigung des Schalke-Vorstands, dass auf der nächsten Mitgliederversammlung „alles schonungslos auf den Tisch gebracht“ werde, wollen die Ultras Gelsenkirchen jedoch nicht glauben. „Die Vergangenheit hat immer deutlicher gezeigt, dass die Berichte, vor allem aus den Bereichen Marketing und Finanzen, eher zur Selbstinszenierung, statt wirklicher Berichterstattung genutzt werden“, so die Fangruppe.

Daher fordern die Ultras „den angekündigten Neuanfang mit unbelasteten Personen endlich anzugehen“. Der Bereich Marketing untersteht Alexander Jobst, den Posten des Finanzvorstandes hatte bis zum 30. Juni 2020 Peter Peters (58) inne, der jedoch zurücktrat. Jetzt leitet Christina Rühl-Hamers (44), die eine überraschende Aussage zur Ausgliederung des FC Schalke 04 traf, die finanziellen Belange des Klubs.

Zunächst möchte der S04 aber seinen Blick voll auf ein einziges Ziel wenden: den Klassenerhalt in der Bundesliga. Dieser Zielsetzung stimmen die Ultras Gelsenkirchen letztlich auch zu. Die Mannschaft lassen sie in ihrer Kritik sogar aus, „solange sich nicht aufgegeben wird und weiterhin Wille und Kampfgeist zu erkennen ist“.

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