S04 ist Tabellenletzter

Schalke-Insider packt aus: „Die Spieler sind mit den Nerven am Ende“

Mark Uth Schalke 04 Werder Bremen
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Ratlosigkeit auch bei Mark Uth (vorne): Laut Berater Volker Struth sind die Spieler des FC Schalke 04 mit den Nerven am Ende.

Beim FC Schalke 04 liegen die Nerven blank. Das sagte Volker Struth, Berater der S04-Spieler Suat Serdar, Mark Uth und Bastian Oczipka, im Doppelpass.

Gelsenkirchen - Gegen Werder Bremen verpasste Schalke 04 einen Big Point im Abstiegskampf. Für einen zunehmend ängstlichen S04 reichte es trotz zwischenzeitlicher Führung nur zu einem 1:1. Am Ende musste man sogar froh sein, nicht verloren zu haben.

VereinFC Schalke 04
OrtGelsenkirchen
TrainerChristian Gross
SportvorstandJochen Schneider

Schalke 04 verspielt Sieg gegen Werder Bremen – Jochen Schneider: „Angst hat die Freude genommen“

Das Spiel an der Weser machte einmal mehr deutlich: Die Krise auf Schalke hat in den Köpfen der Spieler Spuren hinterlassen. Trotz der Führung durch Omar Mascarell (39. Minute) kam die Mannschaft von Trainer Christian Gross (66) ängstlich aus der Kabine.

Schalke-Sportvorstand Jochen Schneider (50) äußerte sich dazu im Doppelpass am Sonntag (31. Januar). Auf die Frage, warum die Spieler des S04 in der zweiten Halbzeit gegen Werder Bremen derart gehemmt unterwegs gewesen seien, folgte die alarmierende Antwort: „Weil die Angst ihnen die Freude am Spielen genommen hat“.

Schalke 04: Berater von Serdar, Uth und Oczipka packt aus – „Spieler sind mit den Nerven am Ende“

Selbst, wenn die Mannschaft eine Führung im Rücken hat, ist die Furcht vor der nächsten Pleite also ein ständiger Begleiter. Dass man mit acht Punkten aus 19 Spielen dem Abstieg geradewegs ins Auge blickt, lähmt Kopf und Beine. Den Anfang nahm die Abwärtsspirale auf Schalke schon am ersten Spieltag. „Das 8:0 in München hat alles zusammenfallen lassen wie ein Kartenhaus“, so Jochen Schneider.

Wie schlimm es um die Spieler des S04 steht, machte jetzt ein Außenstehender deutlich. Volker Struth formulierte deren mentale Verfassung im Doppelpass wie folgt: „Wir vertreten ein paar Spieler auf Schalke. Die sind natürlich alle mit den Nerven am Ende“, so der Berater von Suat Serdar (23), Mark Uth (29) und Bastian Oczipka (32).

Die Schalke-Spieler Suat Serdar (l.) und Mark Uth (r.) sind laut Berater Volker Struth mit den Nerven am Ende.

Schalke 04: Serdar, Uth und Oczipka wissen laut Berater Volker Struth auch nicht mehr weiter

Mehr noch: „Die wissen auch nicht mehr weiter. Das ist eine Situation, die auch den Spielern sehr nahe geht.“ Es sind Worte, die dramatisch klingen. Und sogar ein wenig nach Verzweiflung. Seine Schützlinge konnten dem FC Schalke 04 in diesem Spiel aus verschiedensten Gründen nicht helfen.

Bastian Oczipka stand im Kader, wurde aber während der 90 Minuten nicht berücksichtigt. Suat Serdar fehlte wegen einer Erkältung. Und Mark Uth spielte zwar, bekam in der S04-Einzelkritik für das Spiel gegen Werder Bremen aber nur die Note 5.

Schalke 04: Amine Harit nach Auswechselung gegen Bremen bedient, Christian Gross reagiert

Dass die Nerven in Gelsenkirchen blank liegen, zeigte auch die Reaktion des anfangs stark aufspielenden Amine Harit (23), als er nach 70 Minuten aus taktischen Gründen ausgewechselt wurde. Dieser Umstand missfiel dem temperamentvollen Offensivspieler derart, dass er seinem Trainer erbost die Handschuhe vor die Füße warf.

Schalke-Trainer Christian Gross kündigte anschließend an, mit Amine Harit über den Vorfall sprechen zu wollen. Nicht nur die Aussagen von Berater Volker Struth im Doppelpass zeigen: Es werden noch viele Gespräche nötig sein, um die Spieler des S04 mental wieder in die Spur zu bekommen.

Schalke-Sportvorstand Jochen Schneider: „Wir können uns ja nicht aufgeben“

„Es hängt natürlich drin, dass du Angst hast, was verlieren zu können“, führte auch Jochen Schneider im Doppelpass weiter aus. „Aber davon müssen wir uns frei machen. Wir müssen noch enger zusammen kommen.“

Ob dann auch bei Suat Serdar, Mark Uth und Bastian Oczipka das Selbstvertrauen zurückkehrt? Auf Schalke regiert jetzt das Prinzip Hoffnung. „Wir können uns ja nicht aufgeben und wir geben uns nicht auf“, so der Sportvorstand weiter. Trainer Christian Gross sei „schon in der Lage, den Jungs den Druck zu nehmen. Aber der Rucksack ist natürlich enorm schwer.“