S04 kein eingetragener Verein mehr?

Schalke-Vorstand Alexander Jobst befürwortet Ausgliederung: e.V. sei eine "chronische Vorerkrankung"

S04-Marketingvorstand Alexander Jobst geht mit der Rechtsform des eingetragenen Vereins (e.V.) hart ins Gericht.
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S04-Marketingvorstand Alexander Jobst geht mit der Rechtsform des eingetragenen Vereins (e.V.) hart ins Gericht.

Der S04 ist noch als eingetragener Verein (e.V.) organisiert. Schalke-Marketingvorstand Alexander Jobst plädiert aber für eine neue Rechtsform.

  • Die Rufe nach einer Ausgliederung beim FC Schalke 04 werden lauter.
  • Marketingvorstand Alexander Jobst sieht im Ende des eingetragenen Vereins (e.V.) einen unausweichlichen Schritt.
  • Der S04 müsse mit seinen Mitgliedern intensiv eine neue Rechtsform diskutieren.

Gelsenkirchen – Geht es nach Alexander Jobst (46), sollte sich der FC Schalke 04 lieber heute als morgen von der Rechtsform des eingetragenen Vereins (e.V.) trennen. Dafür müssten sich auf der nächsten Mitgliederversammlung mindestens 75 Prozent der stimmberechtigten Mitglieder aussprechen. Der Marketingvorstand rührt bereits fleißig die Werbetrommel.

Fußballfunktionär

Alexander Jobst

Geboren

24. September 1973 (Alter 46 Jahre), Fulda

Verein

FC Schalke 04

Vorstand für

Marketing, Vertrieb und Organisation

FC Schalke 04: Alexander Jobst stellt dem e.V. ein vernichtendes Urteil aus

In einem Gastbeitrag für das Handelsblatt schreibt Alexander Jobst über die Folgen der Coronakrise für den Fußball. Dass es den S04 so hart erwischt hat, begründet er mit etlichen Vorerkrankungen, die der Verein mit in diese existenzbedrohende Krise geschleppt habe. Eine chronische sei die Vereinsstruktur – also der e.V.

"Der Verlust im Geschäftsjahr 2019, der geringe sportliche Erfolg der letzten Jahre, die Restriktionen der Vereinsstruktur und damit verbunden vergleichsweise beschränkte Finanzierungsmöglichkeiten." All das habe dazu geführt, dass Schalke (das Testspiel gegen Verl im Live-Ticker) schneller in die bedrohliche Schieflage geraten sei als andere Klubs.

Alexander Jobst schlägt Alarm: Schalke 04 als e.V. nicht mehr im besten Drittel der Bundesliga

Halte man in Gelsenkirchen an den traditionellen Vereinsstrukturen fest, könne man nicht mehr "realistisch den Anspruch vertreten, weiterhin wirtschaftlich und sportlich zu den Top15-Klubs in Europa oder dem besten Drittel der Bundesliga zu gehören". Angesichts dieses Umstandes sieht Alexander Jobst für Schalke 04 eine klare Aufgabe.

Eine zukunftsfähige Struktur muss her, die "perfekt zu Schalke passt und alle Mitglieder überzeugt". Innerhalb der Vereinsführung bevorzugt man beim S04 offenbar die Rechtsform der Genossenschaft – also eine Mischform aus Aktiengesellschaft und Verein.

Alexander Jobst sieht für Schalke 04 als e.V. in der Zukunft keine internationale Perspektive.

In der Theorie scheint die Genossenschaft tatsächlich gut zum Klub zu passen. Das Mitspracherecht innerhalb einer Genossenschaft ist unabhängig von der Höhe der Kapitalbeteiligung, für strukturelle Veränderungen braucht es eine Dreiviertel-Mehrheit. Noch dazu gilt die Genossenschaft aufgrund regelmäßiger, verpflichtender Überprüfung als besonders Insolvenz-sicher.

Alexander Jobst: "S04 hat als e.V. keine erfolgreiche sportliche Zukunft mit internationaler Perspektive"

Ob der FC Schalke 04, dessen Testspiel gegen Verl kostenlos live im TV und Stream zu sehen ist, nach einer sich anbahnenden Ausgliederung nun in Zukunft als Genossenschaft oder in einer anderen Rechtsform operiert, es müsse laut Alexander Jobst eine "intensive Diskussion" mit den Mitgliedern geführt werden. Es sei immerhin auch in ihrem Interesse und dem der zahlreichen übrigen Schalke-Fans.

Video: CHECK24 Doppelpass: Schalke-Boss Jochen Schneider über die Ausgliederung bei S04

"Unsere Fans wollen Schalke 04 in einer erfolgreichen sportlichen Zukunft mit internationaler Perspektive sehen. In der aktuellen Struktur wird das wirtschaftlich aber kaum mehr möglich sein."