S04 kommt nicht zur Ruhe

Nächster Schalke-Schock: Aufsichtsratsmitglieds tritt zurück – Nachfolger schon bekannt

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Der Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Dr. Jens Buchta (2.v.r.) ist um ein Mitglied ärmer. Uwe Kemmer hat auf Facebook seinen Rücktritt bekannt gegeben.

Auch der Aufsichtsrat des FC Schalke 04 kommt nicht zur Ruhe. Ein Mitglied zieht mit seinem Rücktritt Konsequenzen, der Nachfolger steht schon fest.

Update, Montag (13. Dezember), 18.13 Uhr: Inzwischen hat der FC Schalke 04 den Nachfolger von Uwe Kemmer im Aufsichtsrat bekanntgegeben. Ingolf Müller (58) wird den vakanten Posten übernehmen.

Er war bei der vorangegangen Wahl der stimmenhöchste Kandidat, der es nicht in den Aufsichtsrat schaffte, und rückt deshalb nun laut Vereinssatzung nach. Schon zwischen 2012 und 2015 hatte er in Amt im S04-Gremium inne und kehrt jetzt zurück.

Erstmeldung, Sonntag (13. Dezember), 20.28 Uhr: Beim FC Schalke 04 reißen die Negativ-Schlagzeilen nicht ab. Das dramatische 2:2 des S04 beim FC Augsburg bedeutete bereits das 27. Bundesliga-Spiel in Folge ohne Sieg. Doch damit nicht genug für den 13. Dezember und 11. Bundesliga-Spieltag.

NameUwe Kemmer
Geburtsdatum15. Juli 1964
GeburtsortBaumholder
Im Aufsichtsrat seit2017
Amtszeit bis2020

Schalke 04: Konsequenzen im Aufsichtsrat - S04 versinkt im Chaos

Bereits kurz vor Anpfiff hatte ein Mitglied des Aufsichtsrates für einen weiteren Paukenschlag in Gelsenkirchen gesorgt. Auf Facebook gab Uwe Kemmer (56) bekannt, dass er künftig nicht mehr für das Amt zur Verfügung stehe. In dem offenen Brief fand der 56-Jährige deutliche Worte.

„Liebe Schalker, ich habe am heutigen Tage gegenüber Jens Buchta, dem Vorsitzenden unseres Aufsichtsrates, meinen sofortigen Rücktritt aus dem Gremium erklärt“. Zwar sei die Geschlossenheit des Aufsichtsrates seit seinem Antritt im Jahr 2017 immer ein besonderes Anliegen gewesen.

Schalke 04: Uwe Kemmer erklärt seinen Rücktritt aus dem Aufsichtsrat

Und dazu gehöre auch, dass man Entscheidungen mittrage, die nicht zu 100 Prozent den eigenen Einstellungen entsprechen. Doch offenbar waren die internen Differenzen beim FC Schalke 04 zu groß geworden, um noch überbrückt werden zu können.

„Jetzt geht es um Grundsätzliches. Die Gespräche im Aufsichtsrat und die (Nicht-)Maßnahmen der letzten Monate haben mir schmerzlich vor Augen geführt, dass ich einige Dinge fundamental anders beurteile als viele meiner Kollegen“, schrieb Uwe Kemmer. Gleich mehrere Punkte führt das ehemalige Aufsichtsratsmitglied auf, die ihm zu dem drastischen Schritt bewogen:

  • Beispiellose sportliche Krise
  • Corona-Pandemie und wirtschaftliche Lage
  • Grundlegende Orientierung des Vereins
  • Daraus abzuleitende Personalfragen

Schalke 04: Tagung von Aufsichtsrat und Vorstand am vergangenen Donnerstag

Details über den Rücktritt ließ Uwe Kemmer offen. Der Aufsichtsrat des FC Schalke 04 hatte erst am Donnerstag (10. Dezember) getagt. Wie die WAZ berichtet, ging es bei dem Treffen in der Veltins Arena darum, gemeinsam mit dem Vorstand einen Plan zur Rettung des Vereins zu beraten.

Der auf Schalke in der Kritik stehende Sportvorstand Jochen Schneider (50) werde „ein Konzept präsentieren, wie wir uns für den weiteren Saisonverlauf aufstellen werden“, hatte Aufsichtsratsvoristzender Jens Buchta (57) demnach angekündigt. Dieses Konzept hat möglicherweise nicht bei allen Mitgliedern im Aufsichtsrat für Zustimmung gesorgt.

Schalke 04: Aufsichtsrat-Wahlen verschieben sich

Ohne Uwe Kemmer umfasst das wichtigste Kontrollorgan des FC Schalke 04 nunmehr zehn Personen, bis der Aufsichtsrat bei der kommenden Mitgliederversammlung neu gewählt werden kann. Kritiker bemängeln fehlenden Fußballsachverstand in dem Gremium, weshalb schon einst der Schalke-Jahrhundert-Trainer Huub Stevens (67) hinzugezogen wurde.

Schalke-Jahrhundert-Trainer Huub Stevens. Foto: Ina Fassbender/dpa

Kemmers Amtszeit hätte ohnehin 2020 geendet. Weil derzeit wegen der ausbleibenden Mitgliederversammlung aber keine Wahlen des Aufsichtsrats möglich sind, wäre er mindestens so lange im Amt geblieben, bis die Jahreshauptversammlung (JHV) hätte stattfinden können.

Schalke 04: Verein in der finanziellen und sportlichen Krise

Damit hält die Unruhe in Gelsenkirchen weiter an. Erst im Sommer war der Vertrag von Finanzvorstand Peter Peters (58) nach 27 Jahren beim S04 aufgelöst worden. Grund soll unter anderem die finanzielle Schieflage sein, in die der Verein nicht erst durch Corona geraten ist.

Um den Klub finanziell zu retten, ist mittlerweile nach Ansicht von S04-Marketingvorstand Alexander Jobst (47) eine Ausgliederung unausweichlich. Auch die neue Schalke-Vorständin Christina Rühl-Hamers (44) zeigt sich für neue Wege aus der Krise offen und bezog dazu erst kürzlich gegenüber dem Schalker Kreisel Stellung.

FC Schalke 04 im Zwiespalt: Ultras fordern Neuanfang mit unbelasteten Personen

„Als Vorstand müssen wir uns Gedanken machen, welche Optionen es gibt, wettbewerbsfähig zu bleiben. Eine Ausgliederung könnte so eine Lösung sein“. Die Ultras des FC Schalke 04 hingegen kritisieren den Vorstand heftig und fordern, einen „Neuanfang mit unbelasteten Personen endlich anzugehen“.

Zu allem Überfluss droht der Abgang von namhaften Spielern, so ist ein Transfer von S04-Talent Ozan Kabak (20) im Januar laut Jochen Schneider etwa nicht mehr ausgeschlossen. Und sportlich droht weiterhin der Abstieg in die 2. Liga, der für den S04 den finanziellen Ruin bedeuten könnte.