Chaos beim S04 hält an

Schockierende Gründe: Alexander Jobst hat seinen Rücktritt auf Schalke eingereicht

Der FC Schalke 04 kommt einfach nicht zur Ruhe. Vorstandsmitglied Alexander Jobst hat seinen Rücktritt eingereicht.

Gelsenkirchen - Das ist ein echter Hammer: Alexander Jobst tritt zum 30. Juni beim FC Schalke 04 zurück. Der Aufsichtsrat kam der Bitte des Vorstands für Marketing, Vertrieb und Organisation mit Bedauern, aber auch Verständnis nach.

FC Schalke 04: Alexander Jobst tritt zurück - Bedrohungen gegen seine Familie und sich als Gründe

In der offiziellen Mitteilung des FC Schalke 04 heißt es, dass Alexander Jobst als Grund für seinen eingereichten Rücktritt „die anonymen Anfeindungen bis hin zu Bedrohungen, denen er und auch seine Familie seit einiger Zeit ausgesetzt sind“, angab. Damit sei „bei allem Verständnis für Ärger, Frust und dabei auch emotional heftige Äußerungen eine rote Linie überschritten worden“.

Anfang Februar hatte Alexander Jobst öffentlich von Bedrohungen gegen sich und seine Familie berichtet und schockierende Details erwähnt. „Ich habe SMS und E-Mails erhalten, in denen mir geschrieben wurde, dass man wisse, zu welcher Schule meiner Kinder gehen und ob ich mir sicher bin, dass sie nach Hause kommen!? Oder, dass die nächste Mitgliederversammlung kommt und ich deswegen schon einmal anfangen sollte, zu laufen.“

FC Schalke 04: Aufsichtsrat vom S04 bedauert Rücktritt von Alexander Jobst

Der Aufsichtsrat des FC Schalke 04 bedauert den Rücktritt. „Wir verlieren Alexander Jobst nur sehr ungern. Die Zusammenarbeit zwischen dem Aufsichtsrat und ihm war immer sehr vertrauensvoll und professionell. Der FC Schalke 04 verliert einen überall anerkannten Fachmann, dessen Erfolge für sich sprechen. Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet und wünschen ihm alles Gute für seine Zukunft“, lässt sich der Vorsitzende Dr. Jens Buchta zitieren.

Wer den Posten im Vorstand des S04 nun übernehmen wird, ist noch unklar. Ein Rücktritt des 47-Jährigen hatte sich bis zuletzt nicht angedeutet.

Alexander Jobst wechselte 2011 zum FC Schalke 04. Zehn Jahre später tritt er zurück.

FC Schalke 04: Alexander Jobst sprach im Februar davon den S04 wieder erfolgreicher machen zu wollen

Noch Mitte Februar hatte Alexander Jobst bei dem digitalen Mitglieder-Format „mitGEredet“ gesagt, dass er sich „als einer derjenigen sieht, die vorangehen. Ich möchte etwas verändern, entwickeln und im Dienst von Schalke einen Beitrag leisten, dass wir wieder erfolgreicher werden.“ Darüber hinaus betonte er, dass „Stabilität ganz wichtig“ sei und das „auch die Partner erwarten. Ich will den Karren aus dem Dreck ziehen. Den Weg frei zu machen, ist mir zu kurz gedacht.“

Das Vorstandsmitglied hatte in den vergangenen Monaten entscheidend daran mitgearbeitet, dass die größten Sponsoren bei den „Knappen“ trotz des bevorstehenden Abstiegs in die 2. Liga verlängern. So beispielsweise verlängerte Hauptsponsor Gazprom auf Schalke mit einer Rekord-Summe für die 2. Liga, die ihresgleichen sucht.

FC Schalke 04: Alexander Jobst in der Kritik für Pläne einer Ausgliederung

Darüber hinaus verlängerten unter anderem ebenso Veltins als Namensgeber der Arena, Ärmelsponsor Harfid oder die Premium-Sponsoren Stölting und Böklunder. Umbro und der FC Schalke 04 trennen sich im Sommer 2022 aber beispielsweise.

Nun trennen sich die Wege des 47-Jährigen und der Königsblauen, bei denen er seit 2011 angestellt war. Zuletzt verschob Alexander Jobst zwar die Schalke-Pläne für eine Ausgliederung. Dennoch stand er für einige Fans wie kein Zweiter für die Unruhe rund um den Klub, die durch die Diskussionen um die Rechtsform ausgelöst wurden.

FC Schalke 04: Alexander Jobst sorgte für Rekord-Einnahmen - Kritik an der Organisation beim S04

In seiner Amtszeit auf Schalke sorgte Alexander Jobst vor seinem Rücktritt, über den auch WA.de berichtet, für Rekord-Einnahmen. Der Umsatz stieg zwischenzeitlich auf 350 Millionen Euro an.

Kritiker halten ihm aber vor, in der Organisationsstruktur wiederholt Fehler in den vergangenen Jahren gemacht zu haben. Auffällig dabei ist, dass diese nun nach zwei Jahren erneut umgebaut wurde.

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner/dpa

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