Rücktritt nach zehn Jahren S04

Deutlicher Appell zum Abschied: Alexander Jobst gibt Schalke 04 zwei Ratschläge

Innerhalb eines Jahres hat der FC Schalke 04 seinen dreiköpfigen Vorstand ausgetauscht. Mit Alexander Jobst hat nun der letzte aus der „alten“ Ägide seinen Dienst quittiert.

Gelsenkirchen – Am Mittwoch (30. Juni) war es so weit: Alexander Jobst tritt beim FC Schalke 04 zurück. Nach zehn Jahren als Vorstandsmitglied hört der 47-Jährige bei den Königsblauen auf.

NameAlexander Jobst
Geboren24. September 1973 (Alter 47 Jahre), Fulda
Letzter VereinFC Schalke 04

Alexander Jobst (FC Schalke 04): Rücktritt nach anonymen Anfeindungen und Bedrohungen

Am 8. April hatte der FC Schalke 04 offiziell mitgeteilt, dass Alexander Jobst zum 30. Juni den Klub verlassen werde. Zuletzt war der gebürtige Hesse nicht nur für das Marketing, sondern ebenso für den Vertrieb und die Organisation der „Knappen“ verantwortlich.

Als Gründe für seinen Rückzug gab der 47-Jährige die „anonymen Anfeindungen bis hin zu Bedrohungen, denen er und auch seine Familie seit einiger Zeit ausgesetzt sind“, an. Für ihn sei damit, „bei allem Verständnis für Ärger und Frust eine rote Linie überschritten worden“.

Alexander Jobst (FC Schalke 04): Neuer Premium-Sponsor und E-Sport-Deal für S04 zum Schluss

Trotz seines über zwei Monate zuvor angekündigten Rücktritts arbeitete das Vorstandsmitglied aber tatsächlich bis zum allerletzten Tag noch weiter. So zum Beispiel konnte der FC Schalke 04 für den Verlust eines Premium-Sponsors nach zehn Jahren Zusammenarbeit noch Ende Juni in „Betway“ einen Nachfolger finden.

Darüber hinaus wurde der S04-Verkauf der E-Sport-Lizenz für 26,5 Millionen Euro unter Dach und Fach gebracht. Mit dem Bekenntnis zum E-Sport im Mai 2016 waren die Königsblauen als einer der ersten Fußballvereine weltweit ein Vorreiter - noch dazu hilft es jetzt entscheidend dabei, den finanziellen Kollaps zu vermeiden.

Alexander Jobst hat nach zehn Jahren als Marketing-Vorstand beim FC Schalke 04 seinen Rücktritt eingereicht.

Alexander Jobst (FC Schalke 04): Nachfolger soll zu einem S04-Gesicht werden

Laut dem scheidenden Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Jens Buchta, plant der FC Schalke 04 einen spektakulären Nachfolger für Alexander Jobst. Demnach solle der Marketing-Vorstand „nicht eins zu eins“ ersetzt, „sondern in seinem Nachfolger ein Gesicht für Schalke“ gefunden werden.

Nach RUHR24-Informationen gibt es bislang eine Liste mit mehreren Kandidaten. Eine Entscheidung könnte aber noch dauern. Womöglich bis nach dem 17. Juli, wenn die abgebrochene Mitgliederversammlung des S04 nachgeholt wird.

Alexander Jobst (FC Schalke 04) will eine Pause einlegen und eine S04-Dauerkarte holen

Alexander Jobst selbst ist „einfach platt. Ich brauche jetzt mal eine längere Pause, ich verbringe Zeit mit der Familie und tanke Kraft und dann schaue ich, wie es weitergeht.“ Eine Dauerkarte zum FC Schalke 04 für die neue Saison „hole ich mir auf jeden Fall“, kündigte das langjährige Vorstandsmitglied an.

Alexander Jobst will zunächst eine Pause einlegen, sich aber auch eine Dauerkarte vom FC Schalke 04 holen.

Ob der 47-Jährige dann auch miterleben kann, wie dem S04 der direkte Wiederaufstieg gelingt? So oder so hatte der Ex-Marketing-Boss bei der abgebrochenen Mitgliederversammlung zwei Ratschläge für seinen Ex-Klub.

Alexander Jobst (FC Schalke 04) hat zum Abschied zwei Ratschläge an den S04

Dabei treibt Alexander Jobst vor allem eines an: „Wir brauchen eine klare Zielsetzung, eine Strategie und einen Weg, für den Schalke in Zukunft stehen soll.“ In dem Zusammenhang appellierte der 47-Jährige an die Königsblauen, dass „sich alle Schalker zwei Dinge auf die Fahne schreiben müssen“.

Zum einen müssten „Fehler aus der Vergangenheit abgearbeitet“ werden und man müsse den „Rucksack von Verbindlichkeiten loswerden“. Zum anderen bat er, mit den Streitigkeiten aufzuhören, „wer und was Schalker ist. Wir haben in den letzten Monaten viel zu viel gestritten.“

Alexander Jobst (FC Schalke 04) fordert Ende von zu viel Streit in der S04-Familie

Alexander Jobst selbst war seit dem Sommer 2020 immer häufiger zur Zielscheibe dieser Diskussion geworden, nachdem er wiederholt eine mögliche Ausgliederung angesprochen hatte. „Für den einen ist Schalke das Leben, seine Religion, für den anderen eine nette Nebenbeschäftigung. Für andere ist es die Familie.“

Der Ex-Marketing-Vorstand führte seine Aufzählung weiter fort. „Für manche ist Schalke Champions League und Reise durch Europa, für den Traditionalisten ist Schalke Zeche und Maloche. Es gibt nicht EIN Schalke, es gibt viele Schalke. Und vielleicht ist gerade das DAS Schalke.“

Alexander Jobst (FC Schalke 04): Über Real Madrid und FIFA 2011 zum S04

Bei seiner Rede waren Alexander Jobst die Emotionen deutlich anzumerken. Er war 2006 der erste Ausländer im Management von Real Madrid, ehe er über die FIFA 2011 beim S04 landete.

Bei den Königsblauen wurde er über die Jahre zu einer Reizfigur. Nun räumt mit ihm der letzte aus dem „alten“ Vorstand den Posten. Auf Schalke beginnt eine neue Ära.

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner/dpa

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