Sammer rechnet mit Schalke Profis ab - "An Scheinheiligkeit nicht zu überbieten"

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Eurosport-Experte Matthias Sammer verstand nicht, warum die Schalker Spieler trotz Pfiffen zu den Fans gingen. Das sei "scheinheilig gewesen".

Trotz Pfeifkonzert und harschen Fangesängen stellten sich die Schalker Spieler nach dem 1:1 gegen Nürnberg den Fans. Von Eurosport-Experte Matthias Sammer gab es dafür Kritik.

„Wenn ich mir als Spieler so etwas aus der Kurve hätte anhören müssen, hätte ich gedacht: 'Die können mich mal!'“, bewertete Sammer die Aktion der Schalker Mannschaft.

Einmal in Mecker-Laune, redete der ehemalige Profi sich richtig in Rage. Er selbst, sagte Sammer, hätte sich dieses Verhalten der Fans nicht gefallen lassen.

Die Zeiten hätten sich aber geändert und inzwischen dürften die Spieler gar nichts mehr sagen, kritisierte Sammer. "Das ist an Scheinheiligkeit nicht mehr zu überbieten."

Trotz Sammer-Kritik: Schalke-Spieler und Trainer verstehen Fans

Trainer und Spieler zeigten hingegen Verständnis für die Reaktion der Fans. "Das heute war ein richtig schlechtes Spiel", sagt zum Beispiel Trainer Huub Stevens.

Und auch Guido Burgstaller und Daniel Caligiuri verstanden den Unmut der mitgereisten Anhänger. "Die Fans wollten hier in Nürnberg gewinnen und wir wollten das auch. Man kann verstehen, dass sie drei Punkte mitnehmen wollten“, sagte Caligiuri nach dem Spiel.

Dazu reichte es aber erneut nicht. Grund sei das schlechte Schalke Spiel, befand Eurosport-Experte Matthias Sammer. Man erkenne kein Aufbauspiel, kaum Positionsspiel. "Das ist ja wie Kinderfußball!"

Trotzdem liege die verkorkste Saison nicht unbedingt an der fehlenden Einstellung der Königsblauen. Nach den vielen Rückschlägen sei es einfach eine sehr schwierige Saison für die Knappen, so Sammer bei Eurosport.

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Für die ausstehenden Spieler gibt er Schalke sogar einen Rat: "Schalke muss nur zusehen, dass sie einigermaßen durchkommen. Dann musst du danach neu aufbauen."

Außerdem dürfe man jetzt nicht anfangen, sich selbst zu "zerfleischen". Sammer analysiert die Situation auf Schalke weiter: "Im Moment geht es einfach nicht besser, so wie ich das einschätze."