Schalke in der Champions League?

Eredivisie bricht Saison ab - so könnte Schalke von einem Bundesliga-Abbruch profitieren

Nach den jüngsten Ankündigungen des niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte steht die Eredivisie vor einem Saisonabbruch.
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Nach den jüngsten Ankündigungen des niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte steht die Eredivisie vor einem Saisonabbruch.

Die Saison in der niederländischen Eredivisie ist abgebrochen. Warum der FC Schalke 04 in der Bundesliga von so einem Szenario profitieren würde.

  • Der Profifußball in den Niederlanden wird aller Voraussicht nach bis zum 1. September wegen des Coronavirus ruhen.
  • Die laufende Spielzeit der Eredivisie ist deswegen abgebrochen worden.
  • In der Bundesliga könnte bei einem Abbruch-Szenario der FC Schalke 04 zum großen Profiteur werden.

Update, Freitag (24. April), 18.23 Uhr: Dortmund - Wie die Eredivisie soeben mitteilt, wird die Saison in den Niederlanden tatsächlich abgebrochen. Einen Meister gibt es nicht, ebenso wenig wie Auf- und Absteiger. Für den europäischen Wettbewerb in der kommenden Saison qualifizieren sich die ersten fünf Plätze.

Erstmeldung vom Freitag (24. April), 15.30 Uhr: In Alkmaar dürften am Dienstagabend (21. April) die Alarmglocken geschrillt haben, als der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte (53) ankündigte, dass Großveranstaltungen wie der Profifußball bis zum 1. September nicht stattfinden werden. Die Eredivisie steht somit vor einem Saisonabbruch und Ajax Amsterdam vor einer mehr als schmeichelhaften Meisterschaft.

Eredivisie vor Saisonabbruch wegen Corona: Ajax könnte zum schmeichelhaften Meister vor AZ Alkmaar erklärt werden

Denn Ajax Amsterdam, wo wegen des Coronavirus erst kürzlich dem Ex-Schalke-Knipser Klaas-Jan Huntelaar (36) gekündigt wurde, führt die Tabelle in den Niederlanden gegenwärtig mit 56 Punkten an. Auf Platz zwei lauert punktgleich AZ Alkmaar. Einzig das schlechtere Torverhältnis trennt Alkmaar Zaanstreek von der Spitze. Besonders pikant: Die beiden direkten Duelle gegen den amtierenden Meister hat AZ gewonnen.

Ajax Amsterdam steht in der niederländischen Eredivisie vor einer mehr als schmeichelhaften Titelverteidigung.

In der Bundesliga hätte die Vergabe der Meisterschale bei einem vorzeitigen Saisonabbruch weit weniger Geschmäckle. Zwar dominiert der FC Bayern in der laufenden Saison die Liga nicht in gewohnter Manier, dennoch beträgt der Vorsprung auf den Tabellenzweiten Borussia Dortmund zumindest vier Zähler. Im direkten Duell mit dem ärgsten Verfolger unterstrich der Rekordmeister mit einem 4:0 zudem seinen Status als Branchenprimus.

Saisonabbruch: Folgt die Bundesliga der niederländischen Eredivisie? Schalke 04 könnte Nutznießer werden

Zwar hält die DFL gegenwärtig noch an dem Vorhaben fest, den Spielbetrieb in der Bundesliga im Mai wieder aufnehmen zu können. Im Hintergrund werden allerdings bereits Szenarien für den Fall der Fälle diskutiert. Auf eines dürfte insbesondere der FC Schalke 04, sofern das Damoklesschwert der drohenden Insolvenz bis dahin noch nicht auf den Klub gefallen ist, hoffen.

Denn wie Sport1 aus Kreisen der UEFA erfahren haben will, zieht der europäische Dachverband in Erwägung, die Berechtigung zur Teilnahme an der Champions und der Europa League bei einer vorzeitigen Beendigung der laufenden Saison über die Klubkoeffizienten zu vergeben. Somit wäre nicht die Platzierung in der Tabelle der Bundesliga ausschlaggebend, sondern das Abschneiden im internationalen Wettbewerb der vergangenen Jahre.

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Bedeutet: Neben Bayer Leverkusen würde auch der FC Schalke 04 einen Startplatz in der Königsklasse erhalten. Nach jetzigem Stand würden sich beide Vereine über die Tabelle lediglich für die Europa League qualifizieren. Für RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach wären das indes sehr schlechte Nachrichten.

Der Tabellendritte und Tabellenvierte der Bundesliga müssten bei einer solchen Regelung in der kommenden Saison in der Europa League antreten. Allerdings ist über ein derartiges Szenario noch nicht endgültig entschieden worden. Ohnehin liegt die Benennung der Teilnehmer für den internationalen Wettbewerb letztlich im Zuständigkeitsbereich der nationalen Verbände.