S04 zu unkreativ?

Schalke 04 nur mit langen Bällen: Kramer verteidigt Matchplan gegen Augsburg

Auch gegen den FC Augsburg vermissten viele Schalke-Fans eine offensive Spielidee ihrer Mannschaft. Nach Abpfiff äußerte sich Trainer Frank Kramer.

Gelsenkirchen – „Hoch und weit bringt Sicherheit“ – sorgt aber nicht wirklich für Torgefahr. Zumindest nicht beim FC Schalke 04. Nach der 2:3-Heimniederlage gegen den FC Augsburg muss sich S04-Coach Frank Kramer erneut den Vorwurf gefallen lassen, seine Mannschaft nicht mit einer vernünftigen offensiven Spielidee ausgestattet zu haben.

FußballtrainerFrank Kramer
Geboren3. Mai 1972 (Alter 50 Jahre), Memmingen
Aktuelles TeamFC Schalke 04

Schalke 04 gegen FC Augsburg erneut ideenlos: Fans zählen Trainer Frank Kramer an

Tatsächlich bestand das Spiel der Schalker zu einem nicht unerheblichen Anteil aus hohen Bällen, die die Doppelspitze bestehend aus Sebastian Polter und Simon Terodde erreichen sollten. Flache Angriffe trug der Gastgeber nur selten vor. Bei den Fans wächst der Unmut darüber zunehmend, wie ein Blick in die Sozialen Netzwerke zeigt.

„Man sieht der Mannschaft an, dass ihr vom Trainer quasi Fußballspielen verboten wird“, schrieb etwa der bekannte Youtuber und Schalke-Fan GamerBrother nach dem Spiel auf Twitter. Auch in zahlreichen anderen Beiträgen zeigt sich: Selbst für Schalker Verhältnisse scheint Kramer bemerkenswert wenig Kredit bei den Anhängern zu besitzen.

S04-Coach Kramer verteidigt lange Bälle gegen FC Augsburg als „Ersatz-Option“

Nicht wenige trauen dem von Rouven Schröder zusammengestellten Kader mit einer anderen spielerischen Ausrichtung offenbar mehr zu, als die mageren sechs Punkte aus acht Spielen und Tabellenplatz 15. Von RUHR24 auf die vielen langen Bälle gegen den FC Augsburg angesprochen, verteidigte Kramer nach der Partie seinen Ansatz.

Die langen Bälle, so der 50-Jährige, seien nur die „Ersatz-Option“ gewesen. Eigentlich sollten die eigenen Offensivbemühungen durch das Mittelfeld vorbereitet werden. Aber: „Es ist klar, dass der FC Augsburg ein sehr giftiges Angriffspressing spielt. Da kriegst du hinten nicht viel Zeit, um dich entsprechend zu positionieren“, so Kramer.

Kein seltener Anblick: Schalke-Stürmer Simon Terodde befindet sich nach einem langen Ball im Kopfballduell.

Der Versuch sei deshalb gewesen, Polter und Terodde ins Spiel zu bringen, um über die zweiten Bälle in die Spitze zu kommen. Insgesamt, so resümiert Kramer, hätte seine Mannschaft das „ordentlich gemacht“. Lediglich in den „Zonen im letzten Drittel“ hätte man noch präziser sein können, um mehr Kapital herauszuschlagen.

Offensiv harmlos, defensiv anfällig: Schalke 04 vor schwieriger Partie bei Bayer Leverkusen

Ein Großteil der Schalker Anhänger sah das nach Abpfiff offenbar anders. Zur Wahrheit gehört aber auch: Schalke hat nicht nur ein Offensiv-, sondern auch ein Defensiv-Problem. Nur der VfL Bochum kassierte in der laufenden Saison mehr Gegentreffer als der S04.

Bei all den Rufen nach offensivem Hurra-Fußball, muss Kramer stets die richtige Balance finden. Die neu zusammengestellte Abwehr ist nach den Abgängen von Ko Itakura und Malick Thiaw längst nicht stabil genug, um bedingungslos nach vorne zu stürmen. Ein Umstand, der durch die schwere Verletzung von S04-Leihspieler Sepp van den Berg nicht verbessert wird.

Setzte gegen Augsburg auf viele lange Bälle und wurde nicht belohnt: S04-Coach Frank Kramer

Auch gegen Bayer Leverkusen wird Schalke 04 am Samstag (8. Oktober, 15.30 Uhr) daher wohl nur bedingt ins Risiko gehen. Denn verlieren die „Knappen“ auch gegen die kriselnde „Werkself“, rutscht der S04 nach dem 9. Spieltag mindestens auf Relegationsplatz 16 ab.

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